Vom Plenarsaal ans Krankenbett: MdB Jens Brandenburg absolviert Pflegepraktikum

Der Walldorfer FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg absolvierte in der Abteilung für Endokrinologie des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg ein eintägiges Berufspraktikum als Pflegefachkraft. Brandenburg ist Sprecher der FDP-Fraktion für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen und sucht so einen persönlichen Einblick in den Praxisalltag verschiedener Berufsfelder.

Die aktuelle Ausbildungsreform der Pflegeberufe hat den Bildungspolitiker dazu veranlasst, zum Auftakt seiner Praktikareihe eine Pflegestation zu besuchen. Während seines Aufenthalts in der Abteilung I der Inneren Medizin standen für ihn, nach einer Einweisung in die Hygienevorschriften, die üblichen Aufgaben einer Pflegefachkraft an. Eine Frühschicht lang begleitete Brandenburg das Pflegepersonal. Neben den Rundgängen durch die Patientenzimmer arbeitete er in der Grundpflege, der Medikamentenausgabe und der tägliche Patientenversorgung mit.

Brandenburg zeigte sich beeindruckt von der anspruchsvollen Arbeit und der Vielzahl von Aufgaben, die die Pflegefachkräfte täglich leisten: „Die Arbeit fordert fachlich, körperlich und emotional. Dazu gehört eine Menge Einfühlungsvermögen, um auf jeden Patienten individuell eingehen zu können. Davor habe ich großen Respekt“, fasste er seine Eindrücke zusammen.

In Gesprächen mit dem Pflegepersonal und der Leitung erkundigte er sich nach den Herausforderungen und Hindernissen, mit denen sie sich konfrontiert sehen. Aufgefallen war Brandenburg der hohe Dokumentationsaufwand, der im Arbeitsalltag viel Platz einnimmt. Chancen sieht er in der Digitalisierung. Die Messung des Blutzuckers und die Übertragung der entsprechenden Daten läuft in der Abteilung beispielsweise bereits digital. „Das ist eine große Zeitersparnis. Wir prüfen intensiv weitere Möglichkeiten, die Pflegekräfte von Verwaltungsarbeit zu entlasten“, berichtete ihm die Stationsleiterin Anja Liemann.

Der FDP-Abgeordneten bedankte sich am Ende seines Arbeitstages für den spannenden Einblick. Die persönlichen Eindrücke nimmt er mit nach Berlin, um sich dort für eine Stärkung der Pflegeberufe einzusetzen.

Edgar Reisch, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Heidelberg, freut sich sehr über das Interesse und den persönlichen Besuch von Dr. Jens Brandenburg: „Die Pflege braucht diese Aufmerksamkeit, denn noch immer ist in der Gesellschaft noch nicht vollständig angekommen, dass es ohne Pflege nicht geht“, erklärt Reisch. Um dem Mangel an ausgebildeten Pflegekräften vorzubeugen, startete das Universitätsklinikum Heidelberg im vergangenen Jahr u.a. die Personal-Kampagne „Du wirst wachsen. Vielfalt Pflege. Seit 1561.“

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