2. Wasserball-Liga Süd – SGW Leimen/Mannheim: Mission Bronze geschafft

669 - SGW WBVon Marc Dieke. Auch im zweiten Jahr in der 2. Wasserball-Liga Süd hat sich die SGW Leimen/Mannheim in die Medaillenränge geschossen.

Anfang Juni allerdings sah die Ausgangssituation nicht danach aus. Aufgrund zahlreicher, krankheitsbedingter Ausfälle gingen das Pokalspiel in Fulda – nur acht Mann konnten die Reise mitantreten – sowie das eine Woche spätere Liga-Match/Rundenspiel gegen Frankfurt verloren. Dass die Moral stimmte, zeigte die knappe Niederlage in der Mainmetropole. Trotz eines 5:1 Rückstandes machte es das personell geschwächte Team aus Leimen noch einmal spannend und verlor nach großem Kampf unglücklich mit 7:6.

Das Ligarückspiel gegen die aufstiegsambitionierten Hessen aus Fulda stand wieder aufgrund der Ausfälle vieler Spieler unter einem schlechten Stern und die Punkte gingen verloren. Seit dem Exkurs in die DWL hatte die SGW drei Spiele in Folge nicht mehr verloren und der Punkterückstand auf die dritt- und viertplatzierten aus Ludwigsburg und Ludwigshafen schien durch diese Niederlagenserie und einem schweren Restprogramm nicht mehr aufholbar.

„Keinen Punkt aus den letzten fünf Spielen mehr verschenken“ war die Ansage, die das Trainerpaar Uwe Schmid und Thomas Gebhardt als Reaktion ausgab. Da das Lazarett sich leerte und die Urlauber wieder zur Mannschaft stießen, wuchs das Team wieder in der Breite und formierte sich neu. Der erste Auswärtsgegner wurde nach einem körperbetonten Spiel mit 10:15 in Pforzheim geschlagen. Gleich am Tag darauf, am 16.6., gastierte Friedberg in Leimen und konnte aufgrund einer starken Leistung der Gäste aus Hessen, erst im letzten Viertel mit 14:9 bezwungen werden. Die letzte Phase der Saison ging Schlag auf Schlag. Nach einer Schonfrist von nur einem Tag, ging es für die SGW nach Ludwigsburg, um dort den direkten Ligakonkurrenten in die Schranken zu weisen. Sichtlich erschöpft von den zwei vorherigen Spielen, lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Erst vier Sekunden vor Schluss gelang es, die Gastgeber durch einen Treffer von Marc Hanen zu schlagen.

Mit einem deutlichen Sieg der Ludwigsburger über Fulda brachten die Schwaben den ersten Platz der Hessen noch ins Wanken. Diese hatten schon freudig vor ihrem letzten Spiel durch ihren Trainer in der Presse den Meistertitel und somit das Double verkünden lassen. Ausgerechnet die von den Hessen als „Rüpel-Spieler“ titulierten Spieler der SGW, haben Fulda zum Meistertitel geschossen.

Die an zweiter Stelle geführten Würzburger waren der nächste Gegner der „Rüpel-Truppe“ aus Leimen. In einem fairen und aufregenden Spiel gegen die junge, sich neu formierende Mannschaft aus Nordbayern, die an diesem Tag mit einem Sieg über die SGW sich selber den Meistertitel hätte sichern können, stiegen abermals die Leimener Bullen siegreich aus dem Becken und krönten somit indirekt die Wasserballer aus Fulda zum neuen Champion der 2. Wasserball Bundesliga Süd.

Nachdem alle geforderten Punkte eingefahren werden konnten, sollte das Finale um Platz drei wieder gegen den Lokalnachbarn aus Ludwigshafen ausgespielt werden. Doch anders als im letzten Jahr trafen die beiden Mannschaften in einem spannenden Finale direkt aufeinander. Mit einem 13:8 Ergebnis gewann die SGW auch das Rückspiel gegen die Pfälzer, welche sich in einem von beiden Fanblöcken gut gefülltes Leimener Bad solide verkauften.

Mission Bronze gelang trotz vieler Ausfälle und einiger Schwierigkeiten doch noch. Bis zum Ende der Runde der zweiten Mannschaft trainiert das Team weiter mit, bevor es dann in die verdiente Sommerpause geht. Aber die Planungen für die nächste Saison laufen schon. Das Trainer-Duo hat sich eine Menge vorgenommen und wird die Zeit nutzen, um neue Ziele für die SGW zu formulieren. Gerade die starke Jugendarbeit ist eine Säule, auf welche die Badener in der Zukunft weiter bauen möchten. Die erfolgreiche Integration der ersten Jugendspieler ist diese Saison bereits gelungen. Spieler wie Kai Widmann, Philipp Charsis, Oliver Henschel und Simeon Martus sammelten die ersten Erfahrungen in der zweiten Bundesliga mit der ersten Herrenmannschaft. „Wir haben einige aufstrebende Talente, die nachrücken. Kai ist ein sehr guter Schütze; Philipp macht einen soliden Eindruck auf der rechten Flanke und bringt sich engagiert ins Spiel ein,“ meint der Kapitän der ersten Mannschaft, Pierre Hilbich. „Oliver Henschel kam durch die dünne Spielerdecke öfter zum Einsatz. Seine gewonnenen Erfahrungen werden Ihn im nächsten Jahr einen weiteren Schritt voranbringen.“ Ein besonderes Lob hat der Torwartveteran für Simeon Martus übrig: „Ich halte ihn für einen der vielversprechendsten Torwarttalente seines Jahrgangs in Deutschland.“

Trainer Thomas Gebhardt fasste seine erste Saison bei der SGW wie folgt zusammen:

„Eine Achterbahn-Saison war es allemal! Aufgrund der Größe der Vereine und zwei teilweise parallel genutzten Trainingsstätten, war es für mich eine sehr große Herausforderung, das Amt als Trainer der ersten Herrenmannschaft in der zweiten Bundesliga zusammen mit Uwe Schmid zu übernehmen. Hinzu kamen die Ausfälle wegen Verletzungen, Krankheit oder aus beruflichen Gründen, so dass wir fast bis Saison-Ende weder eine kontinuierliche Mannschaft trainieren noch bei den Spielen im Wasser begrüßen durften. Trotz der widrigen Umstände konnte sich die „Wechsel-Mannschaft“ auf Platz 3 der Tabelle behaupten. Das zeigt mir das bestehende Potential, welches in der kommenden Saison, gleich eines Rohdiamanten, geschliffen und poliert werden kann. Wenn mit vereinten Kräften an die hervorragende Arbeit in der Jugendarbeit für die erste Mannschaft angeknüpft werden kann, sehe ich keinen Grund, warum die Leimener Büffel kommende Saison nicht mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga liebäugeln sollten. Dafür müssen aber vor der Saison alle Ampeln auf grün geschaltet werden.“

Unter dem Strich kann die SGW Leimen/Mannheim für die Saison 2012/13 ein positives Fazit ziehen. Platz Drei wurde behauptet und die Mannschaft ist durch diese Achterbahn Saison, die in einem fulminanten Schlusssprint endete, zusammen gewachsen. In der nächsten Spielzeit wird sich dann zeigen, ob die nachrückende Jugend die Lücken füllen kann.

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