Forum „300 Jahre nachhaltige Forstwirtschaft“ war voll Erfolg

(rnk) Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Nachhaltigkeit fand die Veranstaltungsreihe des Kreisforstamtes Rhein-Neckar einen außergewöhnlichen und attraktiven Abschluss. Viele Gäste waren der Einladung von Landrat Stefan Dallinger gefolgt, um den Nachhaltigkeitsgedanken auch aus nichtforstlicher Sicht zu betrachten.

996 - Nachhaltigkeit im Forst

(Foto Ulrike Riedl): Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven: Unter der Moderation von Stephanie Ley, SWR (2.v.r.) diskutierten Professor Hölz, ehemaliger Direktor und Nachhaltigkeitsbeauftragter der Deutschen Bank (links), Dr. Thomas Waldenspuhl (2.v.l.) und Abt Franziskus Heeremann vom Stift Neuburg (rechts) die Nachhaltigkeitsthesen von Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713.

Stellvertretend für Landrat Dallinger und als zuständiger Fachdezernent für das Kreisforstamt begrüßte Erster Landesbeamter Joachim Bauer die Gäste und gab einen ausführlichen Rückblick über das Veranstaltungsangebot des Rhein-Neckar-Kreises zum 300. Geburtstag der Nachhaltigkeit. „Wir wollen die Nachhaltigkeitsthesen von Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713 wieder stärker in den Vordergrund rücken“, erläuterte Bauer. Heutzutage werde der Begriff der Nachhaltigkeit geradezu inflationär verwendet. Und deshalb war es Intention des Kreisforstamtes über die Entstehung des Prinzips der forstlichen Nachhaltigkeit, die Entwicklung und Bedeutung des Begriffs unter Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen sowie dem heutigen Verständnis einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu informieren, ergänzte der Stellvertreter des Landrats. Ebenso freue er sich sehr, dass es gelungen sei, einige namhafte Protagonisten für das Podium zu gewinnen.

Beim Diskussionsforum wurde unter der Moderation von Stephanie Ley vom Südwestrundfunk deutlich, dass in allen Lebensbereichen Entscheidungen immer unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten getroffen werden sollten. Abt Franziskus vom Stift Neuburg in Heidelberg, der das Thema aus ethisch-moralischer Sicht beleuchtete, wies darauf hin, dass der Begriff der Nachhaltigkeit zwar modern, seine Bedeutung jedoch schon sehr alt sei. „Macht euch die Erde untertan“ bedeute nicht, sie auszubeuten, sondern verantwortlich mit ihr umzugehen. Auch in den Ordensregeln des heiligen Benedikt spiegelt sich in schlichten Prinzipien wie Sorgfalt, Ordnung, Beständigkeit und Maßhalten eine nachhaltige Lebensgestaltung wider. „Nachhaltigkeit heißt weiterdenken“, betonte der Abt.

Auch Professor Hölz – ehemaliger Direktor und Nachhaltigkeitsbeauftragter der Deutschen Bank erklärt: „Alles, was wir jeden Tag tun und entscheiden, hat eine nachhaltige Dimension, eine Auswirkung auf unser Leben und das der nachfolgenden Generationen.“ Er plädierte auch dafür, die soziale Marktwirtschaft in eine „nachhaltige“ soziale Marktwirtschaft zu entwickeln und die „grüne Ökonomie“ als Innovationsanreiz zu sehen.

Und Dr. Thomas Waldenspuhl, der kurzfristig für den erkrankten Landesforstpräsidenten Max Reger eingesprungen war, wies darauf hin, dass die Verantwortung für nachhaltiges Handeln persönlich bei jedem Einzelnen liege. Genügsamkeit und Maßhalten seien dabei zentrale Größen, gerade auch vor dem Wissen, dass unbegrenztes wirtschaftliches Wachstum an Grenzen stoßen wird. Er betonte die besondere Verantwortung, die unseren Bildungseinrichtungen in diesem Zusammenhang zukommt.

Fazit: Nicht nur die Podiumsdiskussion war ein gelungener Erfolg, sondern die komplette Veranstaltungsreihe „300 Jahre Nachhaltigkeit“ wird nachhaltig in den Köpfen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben.

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