Bäume für Yannik: 300 neue Hoffnungswurzeln im St. Ilgener Wald gepflanzt

Eine starke Truppe am Samstagmorgen um 10 Uhr am St. Ilgener Trimm-Dich-Pfad

(fwu – 23.3.26) Am vergangenen Samstag griffen gut 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im St. Ilgener Wald zum Spaten. Sie kamen nicht für einen Spaziergang, sondern für echte Handarbeit: Rund 300 Bäume wurden gesetzt, Baum für Baum, Grube für Grube. Gepflanzt wurden Elsbeeren und Eichenarten – robuste, trockenheitsresistente Baumarten für besonders schwierige Stellen mit teils sehr sandigem Dünenboden.

Diesmal keine große Fläche, sondern viele kleine Lücken

In den vergangenen Jahren wurden bei den Pflanzaktionen meist zusammenhängende, vorbereitete Waldstücke bepflanzt. Diesmal sah die Aufgabe anders aus: Zwischen bereits stehenden Bäumen mussten kleinere Flächen nachgepflanzt werden. Das verlangte Aufmerksamkeit, Kraft und Geduld. Wer heute mitmachte, pflanzte ungefähr zehn Bäume selbst ein – samt Aushub der Pflanzgrube. Dass alle ihre eigenen Spaten mitgebracht hatten, war deshalb keine Nebensache, sondern Voraussetzung.

Man konnte es förmlich sehen: Hier wurde nicht symbolisch ein Bäumchen in die Erde gedrückt. Hier wurde gearbeitet. Der Boden forderte jeden Schritt, jeder Spatenstich hatte Gewicht.

Förster Markus Reinhard kennt diesen Wald seit Jahren

Wieder mit vor Ort war Förster Markus Reinhard, der die Aktion seit Jahren stark unterstützt. Seine Erfahrung gab auch diesmal die Richtung vor. Schon in den Vorjahren begleitete er die Pflanzungen des Projekts „Bäume für Yannik“ und setzte auf Baumarten, die mit Trockenheit besser zurechtkommen. 2024 wurden bei der Fortsetzung der Aktion bereits 300 Elsbeeren gepflanzt; Markus Reinhard erklärte damals, dass sich diese Baumart für trockene Standorte gut eigne. Auch 2023 hatte er die erste große Pflanzaktion begleitet.

Gerade an schwierigen Standorten zeigt sich, wie wichtig dieser lange Atem ist. Wald entsteht nicht in einer Schlagzeile. Wald wächst in Jahren, in Jahrzehnten – und manchmal beginnt alles mit Menschen, die an einem Samstagmorgen die Ärmel hochkrempeln.

„Bäume für Yannik“ wächst weiter

vorne v.l.: Markus Reinhard, Michael Hess, Helga Bender, Claudia Felden, Alexander Hahn, unb., Ralf Frühwirt

Mit dabei waren Michael Hess als Initiator der Aktion, Bürgermeisterin Claudia Felden, die Gemeinderäte Ralf Frühwirth und Alexander Hahn sowie die Vorsitzende des Stadtteilvereins St. Ilgen, Helga Bender.

Das Projekt selbst trägt längst eine Geschichte in sich, die viele Menschen in St. Ilgen bewegt. Nach Angaben aus den Leimenblog-Berichten wurde „Bäume für Yannik“ vor rund drei Jahren auf Anregung eines Vaters ins Leben gerufen, um an seinen verstorbenen Sohn zu erinnern. Aus Spenden entstand Schritt für Schritt ein sichtbares Stück Zukunft im Wald. 2023 wurden zunächst rund 150 Bäume gepflanzt. 2024 folgten 300 Elsbeeren. Im November 2024 berichtete der Stadtteilverein bereits von insgesamt 150, dann 300 und anschließend 530 gesetzten Waldbäumen; im August 2025 war im Leimenblog von inzwischen 1054 über das Projekt finanzierten und gepflanzten Bäumen die Rede.

Diese Zahl ist mehr als eine Bilanz. Hinter ihr stehen Hände, Spaten, nasse Schuhe, kalte Finger und der stille Gedanke, dass aus Trauer etwas wachsen kann, das Schatten spendet.

Kinder erben, was Erwachsene heute pflanzen

Wer bei solchen Aktionen am Waldrand steht, spürt schnell, worum es eigentlich geht. Kinder sehen keinen „Waldumbau“. Sie sehen Wege, Verstecke, raschelndes Laub, Käfer auf Rinde, Lichtflecken zwischen Ästen. Sie brauchen Bäume nicht als Debatte, sondern als Wirklichkeit.

Genau deshalb haben solche Tage ein besonderes Gewicht. Erwachsene graben Löcher in trockenen Boden – und pflanzen damit etwas, das sie selbst vielleicht nie in voller Größe erleben. Für Kinder dagegen sind diese Setzlinge ein Versprechen. Heute reichen sie kaum bis zur Schulter. Morgen können sie Landschaft prägen.

Ein Projekt mit langem Atem

Die Berichte der Vorjahre zeigen, wie beständig das Projekt gewachsen ist: Aus der ersten Pflanzung wurden weitere Aktionen, aus einzelnen Bäumen, auch einer Kaiserlinde, aus einer Erinnerung ein wiederkehrender Einsatz für den Wald in St. Ilgen. Der Stadtteilverein beschrieb die Pflanzungen immer wieder als Beitrag zur Wiederaufforstung und zum Umbau des Waldes hin zu mehr Mischwald.

Der Samstag, 21. März, fügt dieser Geschichte nun ein weiteres Kapitel hinzu: 300 neue Bäume an Stellen, an denen es der Wald schwer hat. Kein großes Pathos, keine leichte Arbeit – sondern Menschen mit Spaten, die sich bücken, graben, einsetzen, antreten, festdrücken. So beginnt Zukunft.

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