Jubiläumsabend der Liedertafel:
Finale Furioso mit „Thank You For The Music“

(fwu – 30.3.26) Um das Pferd so richtig von hinten aufzuzäumen, beginnen wir mit „Thank You For The Music“, dem finalen Musikstück der Jubiläumsfeier der Liedertafel anläßlich ihres 130-jährigen Bestehens, das die Mitglieder aller Chöre auf und vor der Bühne der Musikhalle mit Begeisterung und Inbrunst darbrachten. Nichts fasst den ganzen Abend besser zusammen als der Titel dieses Popstücks von ABBA.

In diesem fast schon als Hymne aller sangesfreudigen Menschen zu bezeichnenden Stück und seinem Titel kam alles zusammen. „Danke!“ für einen wunderbaren musikalischen Abend und „Danke!“, das allen diese Sangesfreude gegeben ist. Und natürlich Dank an ABBAs Musikgenie, das auch hier seine Wirkung nicht verfehlte und einen wirklich freudigen, mitreißenden Schlusspunkt setzte.

Prominenz im Saal

Doch nun zum Ablauf des Jubiläums-Abends in der schön geschmückten Aegidiushalle. Den Beginn der Veranstaltung übernahme Conferencier Robert Kumler, der die Anwesenden humorvoll und souverän wie immer auf das Kommende einstimmte. Nach ihm übernahme die Vereinsvorsitzende Ursula Letzt die formelle Begrüßung der Anwesenden. Unter ihnen Oberbürgermeister John Ehrt, der auch ein Grußwort sprache, die Bundesverdienstkreuz-Träger Wolfgang Müller und Wolfgang Stern, die Gemeinderäte Lisa-Marie Müller (mit Babytochter auf dem Arm), Britta Kettenmann, Florian Mattheier, die Altgemeinderäte Hans Appel und Michael Reinig und viele weitere Leimener Prominente.

Bühne frei

Nach den Grußworten gehörte die Bühne dann ganz der Musik. Und gleich zu Beginn wurde klar, dass dieser Abend keine trockene Rückschau auf 130 Vereinsjahre werden würde. Als PRO ARTE mit Johannes Brahms’ „Waldesnacht“ einsetzte, wurde es still im Saal. Man hörte erst den Flügel, dann die Stimmen, dann fast nichts mehr außer diesem dichten Klang, der sich unter die hohe Decke der Aegidiushalle legte. Wer als Kind zwischen den Tischen saß, sah vorne nicht nur schwarze Chorkleidung und Notenmappen. Da waren auch die gelben und orangefarbenen Ballons, die im Licht schwebten, und die Hände des Dirigenten, die in der Luft den Takt zeichneten.

Mit „In stiller Nacht“ blieb PRO ARTE zunächst bei Brahms und hielt die Spannung. Danach öffnete sich das Programm. „Trionfi Amore“ aus „Orpheus und Eurydike“ brachte einen anderen Ton in den Abend, bevor mit „Ja, das Schreiben und das Lesen“ aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss ein Stück mit Hans-Josef Overmann als Solisten folgte, das Schwung und Theater auf die Bühne holte. Die Jubiläumsfeier zeigte damit früh, was diesen Verein seit Jahrzehnten trägt: Ernsthaftigkeit in der musikalischen Arbeit und zugleich die Lust, dem Publikum einen unterhaltsamen Abend zu schenken.

Von Matrosen, Charme und einer Prise Witz

Nach diesem Auftakt übernahmen die SINGING DREAMS. Schon der erste Titel setzte ein Zeichen. „Das ist die Liebe der Matrosen“ kam mit dem passenden Augenzwinkern, und als die Sänger dazu in Matrosenmützen auftraten, war das Bild komplett. Aus Sicht eines Kindes im Saal war das wahrscheinlich einer der Momente, die hängen bleiben: vorne Männer mit weißen Mützen und roten Fliegen, dahinter Mikrofone, links der Flügel, und im Raum dieses Knistern, wenn alle merken, dass jetzt etwas mit Spielfreude passiert.

Mit „Bel Ami“ knüpfte das Ensemble daran an, charmant und mit Gespür für den Stil des Stücks. „Pepita“ rundete den Auftritt ab. Die Sänger ließen die Lieder nicht einfach nur erklingen, sie spielten mit ihnen. Das passte gut zu einem Abend, der nie museal wirkte, obwohl es um 130 Jahre Vereinsgeschichte ging.

Popchorn bringt den Saal in Bewegung

Spätestens mit POPCHORN wechselte die Stimmung noch einmal deutlich. Der Chor brachte „Viva la Vida“ von Coldplay, „Africa“ von Toto und „Knockin’ on Heaven’s Door“ von Bob Dylan auf die Bühne. Das war der Teil des Abends, in dem man im Publikum immer öfter Köpfe im Takt nicken sah. Auch optisch zog dieser Auftritt. Das rote POPCHORN-Schild am Flügel, die lockere Präsenz auf der Bühne, die modernen Arrangements von Mark Brymer, Eric Grunwald und Tim Müller gaben dem Jubiläumsprogramm eine klare Gegenwart.

Gerade darin lag die Stärke des Abends: Die Liedertafel zeigte nicht nur, woher sie kommt, sondern auch, was heute in ihr steckt. Kein Programmpunkt stand verloren neben dem anderen. Die Stücke griffen ineinander wie Seiten eines lange geführten Liederbuchs.

Leise Töne und klare Stimmen

Mit BRIGHTLIGHT wurde es danach wieder intimer. „All my Love“ von Coldplay, „L.O.V.E.“ von Bert Kämpfert und „Perfect Love“ von Kimberley Hill setzten auf Klangfarben, Genauigkeit und Atmosphäre. Hier zeigte sich, wie sorgfältig die verschiedenen Chöre an ihrem jeweiligen Profil arbeiten. Jeder Auftritt hatte seine eigene Handschrift, jeder Chor einen anderen Zugriff auf Text, Melodie und Bühnenwirkung.

Wer als Kind an diesem Abend im Saal saß, bekam dabei vielleicht einen ganz einfachen Eindruck mit nach Hause: dass Singen viele Gesichter haben kann. Mal steht da einer vorne und hebt nur kurz die Hand, und sofort wird es leise. Dann wieder kommt ein Lied, bei dem die Stimmen breiter werden, der Raum voller klingt und irgendwo am Tisch ein Glas kurz stehen bleibt, weil gerade niemand nebenbei reden will.

Verdi als kräftiger Höhepunkt

Der KONZERTCHOR setzte mit Giuseppe Verdis „Trinklied“ und dem berühmten „Va pensiero“ einen markanten Akzent. Das waren Stücke, die Raum brauchten und ihn auch bekamen. Gerade „Va pensiero“, der Chor der Gefangenen, brachte jene Wucht mit, die man nicht aufblasen muss. Sie ist einfach da, wenn die Stimmen tragen und der Klang geschlossen nach vorne geht.

Dazu kamen die Solisten Carolin Samuelis-Overmann und Sabine Reiser als Sopran sowie Henri-Jacques Delecluse, Hans-Jörg Rutsch und Manfred Hennige als Tenor. Sie setzten an mehreren Stellen Glanzpunkte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Klavierbegleitung von Thomas Adelberger hielt das große Programm verlässlich zusammen. An den Dirigaten von Fabio Freund, Claudia Grünberg und Hans-Josef Overmann ließ sich ablesen, wie viel Probenarbeit, Abstimmung und musikalische Disziplin hinter einem Abend wie diesem stehen.

Ein Finale, das alle zusammenführt

Am Ende kamen alle Chöre zusammen. Schon das Bild hatte Kraft: Sängerinnen und Sänger auf der Bühne und davor, dicht nebeneinander, die Notenmappen in der Hand, der Saal voll besetzt, viele Handys oben, viele Blicke nach vorn. Mit „I Have a Dream“ und schließlich „Thank You For The Music“ von ABBA fand die Jubiläumsfeier zu ihrem Schluss, den der Beginn dieses Artikels bereits vorweggenommen hat.

Das Finale war kein dekorativer Abschluss. Es war die logische Antwort auf diesen Abend. 130 Jahre Liedertafel wurden hier nicht als Zahl vor sich hergetragen, sondern hörbar gemacht. In der Mischung aus Brahms, Verdi, Oper, Operette, Pop und Chorliteratur zeigte sich ein Verein, der sich etwas bewahrt hat und zugleich beweglich geblieben ist. So klang in der Aegidiushalle an diesem Abend nicht nur Erinnerung. So klang Gegenwart.

Und vielleicht war genau das der stärkste Eindruck: Vorne sangen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, konzentriert, sichtbar mit Freude bei der Sache. Im Saal hörten Menschen zu, lachten, applaudierten, hoben die Gläser, zückten ihre Handys. Ein Jubiläum kann leicht in Programmpunkten stecken bleiben. Dieses blieb in den Ohren.

Der gemütliche Teil

Dass es sich um einen Jubiläumsabend und nicht „nur“ um ein Konzert handelt, bewies sich beim auf die Musik folgenden Buffet. Auf gutes Essen folgte dann noch der Partyteil des Abends  im Discostil mit Schlagern, Pop und Lichtershow, der den Saalteil vor der Bühne in eine gern genutzte Tanzfläche verwandelte.

„Thank You For The Music“ Liedertafel!

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