Feuersalamander im Rhein-Neckar-Kreis: Schutz für den kleinen Walddrachen

Feuersalamander mit gelben Flecken im flachen Wasser zwischen braunen Blättern.

Ein Feuersalamander im Wasser zwischen altem Laub. Seine gelb-schwarze Färbung warnt Fressfeinde.

(rnk – 23.5.26) Im Frühjahr kommt Bewegung in den Wald. Viele Tiere suchen nun Plätze, an denen ihr Nachwuchs sicher aufwachsen kann. Auch der Feuersalamander macht sich auf den Weg. Im zweiten Teil seiner Serie über seltene Waldbewohner stellt das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises den auffällig gezeichneten Schwanzlurch vor.

Mit seinem schwarzen Körper und den gelben Flecken ist der Feuersalamander kaum zu verwechseln. Die Zeichnung warnt Fressfeinde: Dieses Tier ist giftig. Flügel hat der „kleine Drache“ keine. Aber wer ihn einmal im nassen Laub entdeckt hat, vergisst ihn nicht so schnell.

Die Jungen kommen lebend zur Welt

Der Feuersalamander, wissenschaftlich Salamandra salamandra, ist mit bis zu 20 Zentimetern der größte heimische Schwanzlurch. Wie alle Amphibien braucht er Wasser, damit sich seine Jungen entwickeln können.

Im Frühjahr legen die Weibchen oft mehrere hundert Meter bis zu einem passenden Gewässer zurück. Anders als Frösche und Kröten legen Feuersalamander keine Eier. Die Weibchen bringen durchschnittlich 20 bis 40 Larven lebend zur Welt.

Als Kinderstube dienen kleine Bäche und Quellwässer, manchmal auch Teiche und Tümpel. Wichtig ist: Es sollten keine Fische darin leben.

„Von Frühjahr bis Sommer kann ich in strömungsarmen Bereichen unserer Waldbäche oder in Tümpeln beobachten, wie die Salamanderlarven auf Jagd gehen“, erklärt Förster Benno Künzig. „Durch die Renaturierung von Waldbächen sowie das Anlegen neuer Feuchtbiotope, wie aktuell in Schatthausen, schaffen wir wieder geeignete Lebensräume für den Feuersalamander. Davon profitieren auch andere Amphibien, Insekten und zahlreiche weitere Tierarten.“

Aus Larven werden Landbewohner

Nahaufnahme eines schwarz-gelben Feuersalamanders auf feuchtem Laub im Wald.

Feuersalamander auf nassem Laub: Erwachsene Tiere sind meist bei Regen oder nachts unterwegs.

Drei bis fünf Monate verbringen die Larven im Wasser. Sie fressen, was in ihr Maul passt. Nach und nach schrumpfen die äußeren Kiemen, die gelb-schwarze Färbung tritt hervor, der Körper stellt sich auf das Leben an Land um. Diese Verwandlung heißt Metamorphose.

Erwachsene Feuersalamander sieht man trotzdem selten. Ihre Haut trocknet schnell aus. Deshalb kriechen sie meist nachts oder bei Regen aus ihren Verstecken. Tagsüber liegen sie unter Totholz, Steinen oder in Erdspalten.

Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Schnecken und viele Insekten. Auch hier gilt: Hauptsache, die Beute passt ins Maul.

Trockenheit trifft Larven und erwachsene Tiere

Der Klimawandel macht dem Feuersalamander zu schaffen. Längere Trockenphasen im Frühjahr und Sommer lassen Waldbäche und Feuchtbiotope zu früh austrocknen. Dann können sich die Larven nicht fertig entwickeln.

Auch erwachsene Tiere leiden unter hohen Temperaturen. Ihre empfindliche Haut verliert schneller Feuchtigkeit.

„Der Klimawandel macht nicht nur unseren Wäldern, sondern auch deren Bewohnern zu schaffen. Beim Feuersalamander ist das besonders deutlich“, sagt Künzig.

Salamanderpest: Für Menschen ungefährlich, für Salamander fast immer tödlich

Eine weitere Gefahr ist die Pilzkrankheit Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal. Bekannt ist sie als Salamanderpest. Der Pilz wurde aus Asien über den Tierhandel eingeschleppt und breitet sich zunehmend in Mitteleuropa aus.

Er lässt die Haut der Tiere austrocknen und endet fast immer tödlich. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Trotzdem können Menschen sie weiterverbreiten. In Baden-Württemberg sind bislang glücklicherweise keine Fälle bekannt.

Helfen kann man mit einfachen Regeln: Amphibien nicht anfassen, Gewässer und Uferbereiche nicht betreten, Hunde in Gewässernähe anleinen und feuchtes Schuhwerk nach dem Einsatz vollständig trocknen lassen.

Straßen zerschneiden die Wege

Neben Trockenheit und Krankheit gefährden auch Straßen den Feuersalamander. Sie zerschneiden Lebensräume und machen die Wanderungen der Tiere riskant. Viele Amphibien sterben auf dem Weg zu ihren Laichgewässern.

Darum bauen und kontrollieren ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer vielerorts Amphibienschutzzäune an Straßen. Auch die Försterinnen und Förster arbeiten daran, Lebensräume im Rhein-Neckar-Kreis zu erhalten und zu verbessern.

Das Kreisforstamt setzt bei der Waldbewirtschaftung auf Maßnahmen, die Feuchtigkeit im Wald halten. Davon profitieren Amphibien, viele andere Tiere und auch die Bäume, weil ihnen Wasser in Trockenphasen länger zur Verfügung steht.

LeimenBlog.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=203373

Sie müssen eingeloggt sein, um kommentieren zu können. Login

Werbung / Anzeigen

Autoglas300x120

Turmapotheke Logo NEU 300x120

Dr Ullrich -  Banner 300 - 2015
6581 - Elektro Lutsch Banner 300c

Mattern Optik - Banner 300 - 4
Spargelhof Köllner Logo 300x120

Gallery

22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-4 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-3 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-2 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-1 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-6 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-5 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-4 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-3 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-01-Rudi-Sailers-Torte

Werbung

Letzte Fotoserie:

22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-4 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-3 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-2 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-07-Finale-1 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-6 22748-Liedertafel-130er-Jubilaeum-06-Brightlight-5

Fotogalerie

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen