Deutschland rettet Wal – Dilje befreit Frosch aus Wurfbuden-Gefangenschaft

Tim Anselmann präsentiert den befreiten Frosch auf dem St. Ilgener Frühlingsfest. Die Frösche-Ehrensenatorinnen Elke Herd (auch Gemeinderätin) und Claudia Felden (auch Bürgermeisterin Leimens) freuen sich sichtlich über den neuen Einwohner Diljes
(fwu – 4.5.23) Auf dem St. Ilgener Frühlingsfest, das vor der alten Fabrik und dem historischen Rathaus stattfand, spielte sich am Wochenende eine Rettungsaktion ab, wie sie wohl nur in „Dilje“ ernsthaft beginnen und dann mit vollem Einsatz durchgezogen werden kann. An einer Dartswurfbude wurde ein wunderschöner Frosch entdeckt. Er hing dort. In Gefangenschaft, so sah es zunächst aus. Manche sprachen sogar von Knechtschaft. Das saß. Denn in St. Ilgen kann man über vieles reden. Über Parkplatzfragen, über Festpreise, über das Wetter. Aber einen Frosch einfach hängen lassen? Ausgerechnet hier?
St. Ilgen und die Frösche: Das passt nicht zur Gefangenschaft
Der Frosch gilt als inoffizielles Wahrzeichen St. Ilgens. Der Karnevalsclub Frösche tritt traditionell in froschgrünen Uniformen auf. Und Rudi Sailer betrieb hier einst das größte Froschemuseum der Welt, das vor einigen Jahren aus Platzmangel an ein Museum in Norddeutschland abgegeben wurde. Kurz gesagt: Wer in St. Ilgen einen Frosch festhält, muss mit Nachfragen rechnen. Schnell stand fest: Die geforderten 35 mit Dartpfeilen getroffenen Luftballons mussten her. Ohne Treffer keine Freiheit. Ohne Freiheit kein ruhiger Festnachmittag.
Tim Anselmann übernimmt den Fall
Für die Rettungsaktion wurde Tim Anselmann engagiert, Jugendtrainer der Dartsmannschaft des Darts Pub Walldorf, die in St. Leon-Rot trainiert. Anselmann erklärte sich bereit, den Frosch aus seiner Lage zu befreien. Für 20 Euro wurden zunächst 44 Pfeile gekauft. Das Geld kam als Spende vom Verein Herzensmensch, der auf dem Frühlingsfest einen eigenen Getränkestand unterhielt und dort auch Spenden für den Vereinszweck sammelte.
Viele Festbesucher verfolgten die Aktion. Besonders Mitglieder des KC Frösche und des Gemeinderats standen nah dran. Auch Bürgermeisterin Claudia Felden war anwesend und fieberte bei der Befreiung mit. Man merkte: Hier ging es nicht mehr um ein Stofftier. Hier ging es um Diljer Grundfragen.
34 Treffer – und dann fehlte einer
Tim Anselmann warf zwei Runden und traf mit den ersten 44 Pfeilen immerhin 34 Luftballons. Das war stark. Aber eben einer zu wenig. Der Frosch hing noch. Also brauchte es weitere 10 Euro für die nächsten 22 Pfeile. Die Spende kam spontan von Elke Herd, Ehrensenatorin des KC Frösche und Mitglied des Leimener Gemeinderats. Nur einen Wurf später war es dann geschafft: Der Frosch war frei!
Wurfbudenbesitzer Alf Fischer nimmt es gelassen
Eine Nachfrage beim bisherigen Froschhalter Alf Fischer brachte dann allerdings ein etwas milderes Bild der Lage. Der Frosch habe bei ihm durchaus ein gutes Leben gehabt, sagte Fischer sinngemäß. Er habe nur wenig arbeiten müssen, meist nur am Wochenende, und sei immer gut gepflegt worden.
Ein Fall von Tierquälerei lag also nicht vor. Eher ein arbeitsrechtlich ungewöhnliches Beschäftigungsverhältnis mit hohem Publikumsverkehr. Auch Alf Fischer freute sich, dass der Lieblingsfrosch seiner Wurfbude nun in einem natürlichen Habitat am Leimbach in St. Ilgen eine neue Heimat gefunden hat.
Lebenslanges Wohnrecht in St. Ilgen
Bürgermeisterin Claudia Felden sicherte spontan zu, dass dieser Frosch lebenslanges Wohnrecht in St. Ilgen genießt. Damit endete die Rettungsaktion dort, wo sie hingehört: in Dilje, bei den Fröschen, nahe am Leimbach. Der Frosch musste dafür 35 Ballons, 45 Pfeile, zwei Spenden und einige angespannte Minuten überstehen.
Aber jetzt ist er daheim!
Weitere Berichte vom langen Wochenende (1. Mai und Frühlingsfest in Dilje) folgen!
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