Zehntausend junge Bäume: Kreisforstamt startet in die nächste Waldgeneration

Pflanzaktion im Rahmen des Waldjugendtages in Walldorf, bei dem Interessierte junge Eichen pflanzen konnten. Der Zaun, Hordengatter genannt, schützt die kleinen Bäumchen vor Wildverbiss.
(rnk – 20.5.26) Im Rhein-Neckar-Kreis haben die Frühjahrspflanzungen im Wald begonnen – bevor sich die Kronen der alten Bäume wieder vollständig geschlossen hatten. Das Kreisforstamt setzte in den vergangenen Wochen rund zehntausend junge Pflanzen in die Erde. Gepflanzt wurden 32 verschiedene Baum- und Gehölzarten. Ziel ist es, die Vielfalt der heimischen Mischwälder zu sichern und den Wald auf trockenere Jahre vorzubereiten.
„In der naturnahen Forstwirtschaft arbeiten wir am liebsten mit natürlich verjüngten Bäumen. Diese müssen nicht eingekauft werden und haben ein ungestörtes Wurzelwachstum“, erklärt Forstamtsleiter Manfred Robens. Doch vielerorts fehlen junge Bäume, nachdem geschädigte Bestände entnommen wurden. Dann greifen die Forstleute zur Pflanzung.
Neue Baumarten für trockenere Zeiten
Die Arbeiten folgen einem langen Zeithorizont. Was heute gepflanzt wird, soll auch in mehreren Jahrzehnten noch bestehen können. Klimaforscher gehen davon aus, dass sich die Bedingungen in der Region künftig stärker an heutigen Verhältnissen im Mittelmeerraum orientieren werden.
Das Kreisforstamt setzt deshalb neben heimischen Arten wie Stieleiche, Hainbuche, Elsbeere und Speierling auch auf Baumarten, die besser mit Trockenheit zurechtkommen könnten. Gepflanzt wurden unter anderem Zerreichen und Flaumeichen. Bei den Nadelbäumen spielen Douglasien und Atlaszedern eine wichtige Rolle.
Zwischen den jungen Pflanzen bleiben viele Flächen zunächst offen. Erst nach Jahren entsteht daraus wieder ein dichter Bestand. Wald wächst langsam. Die Entscheidungen fallen trotzdem jetzt.
Pferdepflug kommt wieder zum Einsatz
Im Bereich der Walldorfer Waldweide griffen die Forstleute zudem zu einer Methode, die im Rhein-Neckar-Kreis lange kaum noch genutzt wurde: Saat mit dem Pferdepflug.
Dabei zog ein Pferd einen speziellen Pflug durch den Wald. Der Boden wurde streifenweise von Nadeln und Bewuchs befreit. Erst auf dieser offenen Fläche können die Samen der Schwarzkiefer keimen.
Die Schwarzkiefer gilt als robuster gegenüber Trockenheit als die heimische Waldkiefer, die im Rheintal zunehmend Probleme mit den trockenen Bedingungen hat. Gleichzeitig soll die Kiefer als Baumart aus Gründen des Naturschutzes weiterhin Teil der Wälder bleiben.
Viel hängt vom Wetter ab
Ob aus den Pflanzungen tatsächlich ein neuer Wald entsteht, entscheidet sich nicht allein bei der Arbeit im Bestand. Neben passenden Wildbeständen und sorgfältiger Pflege spielt vor allem das Wetter eine Rolle. Regen im Frühjahr und Sommer bleibt entscheidend.
Forstamtsleiter Robens sieht darin auch einen Perspektivwechsel für Waldbesucher: „Vom Regen im Sommer sollte sich keiner die Laune verderben lassen, denn die Bäume sind dringend darauf angewiesen. Und mit der richtigen Kleidung macht ein Waldspaziergang auch im Regen Spaß.“
Fotos: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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