Manuel Just als neuer Landrat verpflichtet:
Viel Applaus in der Astoria-Halle
(rnk – 23.5.26) Mit stehenden Ovationen endete am Dienstagabend die Verpflichtung von Manuel Just als neuem Landrat des Rhein-Neckar-Kreises. Rund 230 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft waren dazu in die Astoria-Halle nach Walldorf gekommen. Zwischen Reden über Haushaltsdruck, Krankenhausreform und Fachkräftemangel fiel immer wieder ein Satz, der an diesem Abend hängen blieb: „Unser Landrat ist on fire.“
Gesagt hat ihn Frank Werner, Bürgermeister von Angelbachtal und Erster stellvertretender Vorsitzender des Kreistags. Er leitete die feierliche Sitzung und beschrieb in seiner Rede eine kommunale Ebene, die unter Druck steht. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Band „Delta Groove Selection“.
Kommunen unter Druck
Werner sprach offen über die Lage vieler Städte und Gemeinden. Die wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Sozialausgaben, der Arbeitskräftemangel und die Krankenhausreform würden die Kommunen bereits jetzt stark belasten. „Es ist nicht so, dass harte Zeiten auf uns zukommen. In Sachen harte Zeiten sind wir schon mittendrin“, sagte Werner.
Der Rhein-Neckar-Kreis stehe vor tiefgreifenden Veränderungen. Werner nannte die Digitalisierung, den Klimawandel und die angespannte Finanzlage der Kommunen. Vielerorts gehe es inzwischen um die Frage, welche Angebote überhaupt noch finanzierbar seien — vom Schwimmbad bis zur Bibliothek.
Trotzdem warb Werner für Zuversicht. Bürgernähe, Verlässlichkeit und Transparenz müssten die Grundlage kommunalpolitischen Handelns bleiben. An Manuel Just gerichtet sagte er: „Ja, wir erwarten viel – und wir wissen, Du bringst die nötige Erfahrung, das nötige Rüstzeug und den unbändigen Willen mit.“
Verpflichtung durch Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder
Nach der Begrüßung durch Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler übernahm Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder die Verpflichtung des neuen Landrats. Eine Vereidigung war nicht notwendig, weil Manuel Just bereits 2002 vereidigt worden war.
Felder erinnerte daran, worum es im Amt des Landrats gehe: „Diese Verpflichtung ist kein Selbstzweck, sondern immer am Wohl der Bürgerinnen und Bürger orientiert.“ Politik bedeute dabei auch, Gegensätze auszuhalten und Entscheidungen abzuwägen.
Auch der Sinsheimer Oberbürgermeister Marco Siesing sprach als Vorsitzender des Kreisverbands Rhein-Neckar-Kreis ein Grußwort. Er verwies auf die langjährige Erfahrung von Manuel Just in Verwaltung und Kommunalpolitik. „Du trittst das Amt in einer anspruchsvollen Zeit an“, sagte Siesing.
Personalrat sagt Zusammenarbeit zu
Martin Streib, Vorsitzender des Personalrats des Landratsamts, blickte auf die Aufgaben innerhalb der Verwaltung. Haushaltskonsolidierung, Digitalisierung, Fachkräftemangel und demografischer Wandel seien Herausforderungen, die nur gemeinsam zu bewältigen seien. Der Personalrat sagte dem neuen Landrat eine verlässliche Zusammenarbeit zu.
Manuel Just setzt auf Dialog und genaue Analyse
In seiner Antrittsrede stellte Manuel Just den Dialog in den Mittelpunkt. Entscheidungen sollten nicht über Köpfe hinweg getroffen werden. „Der Dialog mit den Menschen, sprich den Betroffenen, die ich gerne zu Beteiligten machen möchte“, sei für ihn entscheidend.
Dabei kündigte Just keinen schnellen Kurswechsel an. Stattdessen wolle er Abläufe prüfen und Strukturen genau analysieren. „Es macht schlicht und ergreifend keinen Sinn, aus dem Stand heraus alles zu verändern“, sagte der neue Landrat.
Seinen Vorgänger Stefan Dallinger würdigte Just ausdrücklich. Die Übergabe der Amtsgeschäfte sei von hoher fachlicher Kompetenz und einem guten menschlichen Miteinander geprägt gewesen. „Stefan Dallinger hat ein hervorragend aufgestelltes Haus hinterlassen“, sagte Just.
Haushalts- und Strukturkommission geplant
Breiten Raum nahm in der Rede die finanzielle Lage der Kommunen ein. Eine weiter steigende Kreisumlage dürfe die Städte und Gemeinden nicht überfordern, sagte Just. Deshalb wolle er dem Kreistag in den kommenden Tagen die Bildung einer Haushalts- und Strukturkommission vorschlagen.
Große Chancen sieht der neue Landrat in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Verwaltungsabläufe könnten dadurch effizienter werden. Gleichzeitig machte Just deutlich, dass Technik Mitarbeitende nicht ersetzen solle. „Es geht nicht darum, Mitarbeitende durch KI zu ersetzen“, sagte er.
Als zentrale Themen seiner Amtszeit nannte Just die Gesundheitsversorgung, Klimaschutz, Mobilität, Bildung und Wirtschaftsförderung. Besonders bei den GRN-Kliniken liege ein schwieriger Weg vor dem Landkreis. „Die Gesundheit unserer Menschen darf auch bei allem Anspruch, die Krankenhausversorgung wirtschaftlich auszurichten, kein Spielball der politischen Ebenen sein“, betonte Just.
Zum Abschluss seiner Rede rief der neue Landrat zur Zusammenarbeit auf. Die kommenden Jahre würden nur gemeinsam zu bewältigen sein. Dann folgte der Satz, mit dem er seine erste große Rede als Landrat beendete: „Packen wir’s gemeinsam an!“
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