Infoabend des Reg.-Präsidiums: Hochwasserschutz an Leimbach und Landgraben
Das Regierungspräsidium Karlsruhe lädt am Montag, 22. Juni 2026, zu einem öffentlichen Infoabend in die Aegidius-Halle nach Leimen-St. Ilgen ein. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Angesprochen sind Bürgerinnen und Bürger aus Leimen, Sandhausen und Nußloch sowie alle Interessierten.
Im Mittelpunkt stehen die laufenden und geplanten Maßnahmen am Leimbach. Der Landesbetrieb Gewässer und das beteiligte Planungsteam stellen die Sachstände der Maßnahmen M1 bis M5 entlang des Gewässers vor.
Dabei geht es um bereits umgesetzte Abschnitte, laufende Arbeiten und weitere Planungen. Die Projektseite des Regierungspräsidiums führt diese Maßnahmen unter anderem als Hochwasser-Rückhaltebecken bei Nußloch, Ausbau von Hardtbach und Leimbach sowie Zusammenlegung von Leimbach und Landgraben auf.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Maßnahme M4 zwischen Nußloch und Leimen-St. Ilgen. Für diesen Bereich liegt bereits eine bestandskräftige Planfeststellung vor. Informiert wird dabei auch über eine geplante vorgezogene Retentionsmaßnahme. Retention klingt zwar nach Verwaltungsdeutsch mit Gummistiefeln, meint aber schlicht zusätzlichen Raum, in dem Wasser bei Hochwasser zurückgehalten werden kann.
Weitere Themen sind bereits erfolgte und noch ausstehende Reparaturarbeiten im Bereich der geplanten Maßnahme M4 sowie das Vorgehen gegen Bisam und Nutria am Leimbach und am Landgraben. Die Tiere gelten an Gewässern nicht nur als pelzige Randerscheinung, sondern können durch ihre Grabtätigkeit Ufer und Dämme beeinträchtigen.
Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister John Ehret sollen die Sachstände erläutert und Fragen aus der Bürgerschaft beantwortet werden.
Hintergrund:
Schon im 18. Jahrhundert wurden Leimbach und Hardtbach durch Kurfürst Karl Theodor reguliert. Grund hierfür war die Be- und Entwässerung der Schlossanlagen in Schwetzingen und der Betrieb einiger Mühlen. Wegen des fehlenden Gefälles wurde damals das Bachbett verlegt und die Bachsohle über mehrere Kilometer hinweg künstlich bis über die Höhe des angrenzenden Geländes angehoben. Der nun höher liegende Bachlauf wurde seitlich durch Dämme eingegrenzt. Erst diese Ingenieurleistungen schufen die Voraussetzung für die intensive Nutzung und Besiedelung der sumpfigen Auenlandschaft östlich des Rheins.
Bei stärkeren Regenfällen und erhöhtem Abfluss in den Gewässern kam es zu Dammbrüchen mit großflächigen Überschwemmungen und erheblichen Schäden, zumal die ausgelaufenen Wassermengen wegen der künstlichen Hochlage der Bäche nicht wieder zurückfließen konnten. Auch der Ausbau der Anlagen – zuletzt in den 1940er Jahren – konnte keine nachhaltige Abhilfe schaffen. Durch die starke Siedlungsentwicklung der umliegenden Gemeinden wurde diese latente Gefährdung noch verstärkt.
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