„Natur nah dran“: Leimen wird Modellkommune für biologische Vielfalt

Eine Honigbiene sammelt Nektar an einer Lavendelblüte – blütenreiche Wildpflanzenflächen sollen künftig auch in Leimen mehr Lebensraum für Insekten schaffen.
(nip – 25.6.26) Leimen gehört zu den 15 Kommunen in Baden-Württemberg, die 2026 am landesweiten Förderprojekt „Natur nah dran“ teilnehmen. Gemeinsam mit dem NABU Baden-Württemberg und mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft will die Große Kreisstadt ausgewählte Grünflächen ökologisch aufwerten und neue Lebensräume für Insekten schaffen.
Oberbürgermeister Ehret sieht in der Auswahl einen wichtigen Schritt für die Stadt: „Die Auswahl unserer Stadt für dieses Projekt ist ein großer Gewinn. Durch die Teilnahme stärken wir gezielt die Biodiversität vor Ort und schaffen ein Netzwerk wertvoller Rückzugsorte für Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten. So verbinden wir den Schutz der Artenvielfalt mit einer vorausschauenden Klimaanpassungsstrategie für unsere Stadt.“
Wildpflanzen statt Zierrasen
Die Umgestaltung ist an mehreren Standorten vorgesehen. Geplant sind Maßnahmen in der Leimener Innenstadt, am Stralsunder Ring sowie im Quittenpfad in St. Ilgen. Dort sollen blühende Flächen mit heimischen Wildpflanzen entstehen. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Insekten.
Die Detailplanung läuft derzeit gemeinsam mit dem NABU Baden-Württemberg. Die eigentlichen Arbeiten sollen im Herbst beginnen.
Stadtgärtnerei erhält Schulungen
Damit die neuen Flächen fachgerecht angelegt und gepflegt werden können, nehmen die Mitarbeitenden der Stadtgärtnerei an mehreren Schulungen teil. Bis zum Sommer kommenden Jahres begleiten Expertinnen und Experten die Stadt und vermitteln das notwendige Wissen zur Pflege naturnaher Wildpflanzenflächen.
Auch kleine Flächen können viel bewirken
Der Rückgang vieler Insektenarten zeigt, wie wichtig zusätzliche Lebensräume geworden sind. Arten wie Scherenbienen oder der Schwalbenschwanzfalter finden auf blütenreichen Flächen Nahrung, Schutz und Möglichkeiten zur Fortpflanzung.
Nach Ansicht der Projektpartner bieten gerade kommunale Grünflächen großes Potenzial. Grünstreifen, Verkehrsinseln oder bislang wenig genutzte Flächen lassen sich mit heimischen Wildpflanzen zu artenreichen Biotopen entwickeln. Die im Rahmen von „Natur nah dran“ entstehenden Flächen sollen zeigen, wie Naturschutz im Alltag umgesetzt werden kann und andere zum Nachmachen ermutigen.
Mit dem Projekt möchte Leimen die biologische Vielfalt im Stadtgebiet stärken und zugleich deutlich machen, dass bereits überschaubare Flächen einen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten können.
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