Auch Buchen können verdursten – Wälder im Rhein-Neckar-Kreis im Klimastress

(rnk – 28.5.21) Als Folge des Klimawandels leiden auch die Buchen in den Wäldern im Rhein-Neckar-Kreis unter Trockenstress. Insbesondere im Kraichgau und an der Bergstraße sind nach den Dürrephasen der letzten Jahre bereits zahlreiche Buchen erkrankt oder abgestorben. Von diesen kann auch eine Gefahr durch plötzlich herunterfallende Äste ausgehen.

Abgestorbene Buche im Stadtwald Weinheim (Foto: Kreisforstamt)

„Unsere Buchen leiden durch die Dürreperioden der letzten Jahre unter einem starken Hitzestress und Durst“, erklärt Förster Bernd Niederer. „In den geschwächten Bäumen nisten sich schädliche Pilze, Buchenborkenkäfer oder andere Insekten ein. Manche Buchen leiden unter Sonnenbrand, andere bekommen Buchenkrebs.

Äste oder Kronenteile können absterben, im schlimmsten Fall kommt es dazu, dass der Baum schlichtweg verdurstet“, betont der Förster. Er berichtet, die Situation nach den drei besonderes heißen und trockenen Jahren seit 2018 habe sich leider noch nicht entspannt. Zudem lassen sich bei Buchen, anders als bei Fichten, häufig erst mit deutlicher Verzögerung die Schäden erkennen.

Entgegen der Vermutung ist auch im April und Mai 2021, trotz der ungewöhnlich kalten Temperaturen und der waldfreundlichen Witterung, bislang zu wenig Niederschlag gefallen. Daher ist man auch im Forstamt skeptisch und geht nicht von einer Entspannung der Lage aus. „Besonders markante Schäden sind im Kraichgau in Mühlhausen und Sinsheim sowie an der nördlichen Bergstraße zu verzeichnen. Zu erkennen sind die geschädigten Buchen an unvollständigem oder fehlendem Blattwerk, die Rinde ist trocken und platzt ab, Äste und Kronenteile bis hin zu ganzen Baumkronen welken und sterben ab“, führt der Leiter des Kreisforstamtes Manfred Robens weiter aus.

Teilweise verfärbte Belaubung an geschädigten Buchen (Foto: LFV / J. Fieber)

Im ersten Quartal 2021 haben die Buchen-Schadholzmengen in Baden-Württemberg mit über 170.000 Kubikmetern bereits zwei Drittel des Niveaus aus dem gesamten Jahr 2020 erreicht. Geschädigte Bäume werden überwiegend entlang von Verkehrswegen, Erholungseinrichtungen und weiterer Infrastruktur zum Schutz der Waldbesucherinnen und Waldbesucher gefällt. Wo möglich und sinnvoll, bleiben abgestorbenen Buchen als ökologisch wertvolles Totholz im Wald und tauchen daher nicht in der Schadholz-Statistik auf.

Mögliche Gefahrenquelle beim Waldbesuch – Sicherheit geht vor

„Das Holz der Buche verliert durch die Trockenheit an Elastizität. Äste können plötzlich abbrechen und herabfallen, auch bei Windstille. Deshalb ist in betroffenen Waldbeständen erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch angeraten“, mahnt Förster Bernd Niederer. Generell gilt: Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr und mit waldtypischen Gefahren ist beim Waldbesuch jederzeit zu rechnen. „Entlang von Straßen versuchen wir, soweit für die Verkehrssicherheit notwendig, die abgestorbenen Buchen zügig zu entfernen. Im Extremfall müssen einzelne Wege oder Waldteile zeitweise abgesperrt werden. Dafür bitten wir um Verständnis“.

Die Landesforstverwaltung unterstützt die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Schadensbewältigung

Die Beraterinnen und Berater des Kreisforstamtes stehen den Waldbesitzenden zur Seite. Durch die im Juli 2020 vorgestellte Verwaltungsvorschrift ‚Nachhaltige Waldwirtschaft‘ werden sie bei der Schadensbewältigung neben einer fundierten Beratung auch finanziell durch das Land unterstützt. Im Zentrum der Fördermaßnahmen stehe die Aufarbeitung von Schadholz und die Wiederbewaldung. Ziel sind klimastabile Mischwälder mit standortangepassten Baumarten.

Weitere Informationen rund um den Wald in Baden-Württemberg finden Sie unter www.mlr-bw.de/wald. Bei Fragen können Sie sich an das Kreisforstamt unter 06221 522-7600 oder per Mail an: [email protected] wenden. 

 

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