SVS Spieler auf Frühlingsfest

Kapitän Frank Löning war mit Familie auf dem Frühlingsfest beim Wurstessen - hier im Interview

(fwu) Einige Spieler des SV Sandhausen mischten sich am Sonntag ganz ungezwungen zwischen die Besucher des Frühlingsfestes in Sandhausen und ließen sich von den Fans „anfassen“, gaben Interviews, signierten Hemden und aßen die ein oder andere Wurst. Es gehört auch mit zu den Besonderheiten dieser großen Mannschaft aus diesem „kleinen Dorf“, daß auf Abgehobenheit keine Spur zu sehen ist und der Kontakt zu Bevölkerung und Fans wirklich funktioniert.

Hier noch der „offizielle“ Bericht des SV Sandhausen zum Aufstiegsspiel:

(sim). Der SV Sandhausen hat in seiner 96-jährigen Vereinsgeschichte den größten Erfolg erzielt: Das Team aus der knapp 15.000 Ein-wohner großen Gemeinde vor den Toren von Heidelberg spielt in der zweiten Bundesliga und gibt künftig die Visitenkarte in der Münchner Allianz-Arena, auf dem Lauterer Betzenberg, vielleicht in Köln und in Berlin, jedenfalls aber auf St. Pauli oder in Bochum ab. Mit einem 2:1 (1:0) Auswärtserfolg beim SC Preußen Münster sicherten sich die Mannen aus dem Hardtwald frühzeitig den Aufstieg und jetzt soll als nächstes Ziel die Drittligameisterschaft und die Verteidigung des badischen Pokals bis 9. Mai in Angriff genommen werden.

Wetter mäßig - Stimmung gut!

„Jetzt muss man erst einmal diesen Quantensprung des Vereins sacken lassen“, rang Trainer Gerd Dais sichtlich um Worte, und ergänzte stolz: „Vor 14 Monaten standen wir mit eineinhalb Beinen in der Regionalliga und jetzt gehören wir zu den 36 Besten in Deutschland. Sensationell“. Das gleiche Wort benutzte ebenso Gästetrainer Pavel Dotchev, als er von der Saisonleistung seines früheren Arbeitgebers sprach, denn Ironie des Schicksals ist es, dass Dais Dotchev ablöste und danach der steile Weg nach oben begann.

„Allerdings“, so schränkte der SC-Trainer ein, „heute hat Sandhausen unverdient gewonnen. Ich hatte nur 17 gesunde, aber nicht fitte Spieler im Kader und am Mittwoch mussten wir im Pokal über 120 Minuten gehen“. Wie dem auch sei: Für Gerd Dais ging es einzig und alleine um das Ergebnis und um keinen Schönheitspreis „und das Resultat stimmte, um den ersten Matchball zu verwandeln“.

Dais: „Selbstverständlich haben wir vor und nach dem Ausgleich total den Faden verloren, wir mussten bange Minuten überstehen und die Einheimischen hätten in Führung gehen können. Das haben wir aber überstanden, erzielten mit der einzigen gefährlichen Situation vor dem SC-Gehäuse den Siegtreffer und sind aufgestiegen“. Alles andere war auch dem Trainerstab, der Mannschaft und der Führungscrew um Präsident Jürgen Machmeier („Ein Wahnsinn“) und Geschäftsführer Otmar Schork („Ich kann es im Moment überhaupt noch nicht ganz begreifen, auch wenn wir jetzt verstärkt die Ärmel hochkrempeln müssen“) völlig egal. Ronny Zimmermann, der Präsident des Badischen Fußballverbandes, der in Münster ebenfalls die Daumen drückte, sprach von einem „Riesenerfolg“ für das kleine Baden „und wenn jetzt noch der KSC die zweite Liga erhalten könnte, hätten wir das, was es in der Verbandsgeschichte noch nie gab, nämlich drei Proficlubs in den beiden Bundesliga. Höchste Anerkennung an den Hardtwald“.

Im Gegensatz zu früheren Partien machten die Gäste vom Anpfiff weg mächtig Druck und dies bei Platzverhältnissen, die eher einem Kartoffelacker glichen. Ornatelli rettete auf der Linie nach einer Pischorn-Aktion und Lönings Schuss traf nur den Pfosten. Auch im weiteren Verlauf blieb Sandhausen die tonangebende Mannschaft, die durch Danneberg nach etwas mehr als einer halben Stunde in Führung ging. Einen Fießer-Pass zirkelte Pinto auf den Kopf von Danneberg und der ließ dem SC-Keeper nicht den Hauch einer Chance.

Nach dem Wechsel, normalweise die stärkere SV-Phase, legten die Platzherren mächtig los und schnürten den „Neu-Zweitligist“ fast ausnahmslos in die eigene Hälfte ein. Nach dem Ischdonat schon zuvor gegen Ornatelli retten musste, war es in der 55. Minute so weit: Den Schuss von Ornatelli konnte der SV-Torhüter noch abwehren, doch gegen den Nachschuss war er machtlos. Der Ball landete an beiden Innenpfosten das „Billardtor“ bedeutete der verdiente Ausgleich. Bange Minuten danach für die rund 350 mitgereisten Anhänger, die jedoch mit vereinten Abwehrkräften überstanden wurden. Gefährliche Situation im Gastgeber-Strafraum waren Mangelware und so versucht Gerd Dais in den letzten 20 Minuten die Abwehr zu stabilisieren, denn auch eine Punkteteilung hätte aufgrund den Resultaten auf den anderen Plätzen für einen frühzeitigen Aufstieg gesorgt. Sechs Minuten vor dem Ende nach einem Entlastungsangriff die Erlösung durch Danneberg. Pinto brachte per Freistoß das Leder auf den Kopf von Pischorn, der legte Danneberg auf und von der rechten Fünfmeterlinie schoss er den SV Sandhausen endgültig die zweite Liga.

Vom Spiel gezeichnet: Kristjan Glibo (Kartzer) und David Ulm (Blaues Auge)

„Jetzt sind wir oben und jetzt wartet die größte Herausforderung auf uns, denn wir beginnen als 18. in dieser Liga, ohne diese Platzierung beibehalten zu wollen“, erklärten unisono Gerd Dais und Otmar Schork.

SC Preußen Münster: Schulze-Niehues; Bourgault, Ndjeng, Hergesell, Heise; Westermann (84. Schmider), Truckenbrod; Siegert (87. Vujanovic), Ornatelli, Kluft; Daghfous (60. Königs).

SV Sandhausen: Ischdonat; Schauerte, Pischorn, Schulz, Kandziora; Fießer (65. Glibo); Pinto, Ulm (77. Kittner), Danneberg, Öztürk (60. Blum); Löning.

Tore: 0:1 Danneberg (32.), 1:1 Kluft (55.), 1:2 Danneberg (84.). Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover), Zuschauer: 5.135, gelbe Karten: Westermann, Ornatelli, Siegert (alle Münster), Pischorn, Öztürk, Blum (alle Sandhausen).

Im Auf- und Abstiegskampf jeweils eine Entscheidung gefallen

(sim). In der dritten Liga sind Oben und Unten bislang jeweils eine Entscheidung gefallen. Der SV Sandhausen steht als erster Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest und der SV Werder Bremen muss zurück in die neue Regionalliga Nord. Die besten Aussichten, Sandhausens Wegbegleiter zu werden, hat der VfR Aalen. Ein Punkt beim VfB Stuttgart II und es ist soweit. Dichtes Gedränge dagegen beim Relegationsplatz und um den vierten Rang, der zur Teilnahme am DFB-Vereinspokal berechtigt. Während der SSV Jahn Regensburg die Relegationsteilnahme schaffen kann, scheint „Emporkömmling“ Chemnitzer FC in letzter Konsequenz mit leeren Händen dazu stehen. Schon jetzt gab es den „Absturz“ von Rang drei auf fünf und zwei weitere dicke Brocken warten noch.

1. SV Sandhausen (36 Sp./55:38 Tore, +17/66 Punkte): VfL Osnabrück (A) und 1.FC Heidenheim (H). Sandhausen ist bereits aufgestiegen. Es geht noch um die Meisterschaft.
2. VfR Aalen (36/48:36, +12/63): VfB Stuttgart II (A) und VfL Osnabrück (H). Aalen hat den Relegationsplatz (Dritter) bereits sicher.
3. SSV Jahn Regensburg (36/52:39, +13/57): SC Rot-Weiß Oberhausen (A) und Carl Zeiss Jena (H).
4. Kickers Offenbach (36/47:37, +10/55): 1.FC Saarbrücken (H) und SC Preußen Münster (A).
5. Chemnitzer FC (36/47:38, +9/55): FC Rot-Weiß Erfurt (H) und SV Wacker Burghausen (A).
6. SV Wacker Burghausen (36/52:43, +9/54): SpVgg Unterhaching (A) und Chemnitzer FC (H).
7. 1.FC Heidenheim (36/42:34, +8/54): SC Preußen Münster (H) und SV Sand-hausen (A).
8. FC Rot-Weiß Erfurt (36/48:41, +7/53): Chemnitzer FC (A) und SC Rot-Weiß Oberhausen (H).

Der SV Werder Bremen II steht seit geraumer Zeit als erster Absteiger fest. Die beiden anderen Abstiegsplätze versuchen fünf Teams zu umgehen. Direkt am Abgrund befindet sich allerdings der FC Carl Zeiss Jena, der seine beiden Partien gewinnen muss und trotzdem auf die Mithilfe anderer bei einem Rückstand von fünf Zählern angewiesen ist. Ein schweres Restprogramm besitzt aber auch der zweite „Leidensgenosse“ Rot-Weiß Oberhausen, während es SV Wehen Wies-baden noch mit zwei Mitkonkurrenten zu tun hat und zudem fünf Punkte Vorsprung besitzt. Der Drittfußball sollte also in der hessischen Landeshauptstadt erhalten bleiben.

20. SV Werder Bremen II (36 Sp./29:65 Tore/22 Punkte): SV Darmstadt 98 (H) und Arminia Bielefeld (A). SV Werder Bremen II steht als erster Absteiger fest.
19. FC Carl Zeiss Jena (36/37:58/35): SV Wehen Wiesbaden (H) und SSV Jahn Regensburg (A).
18. SC Rot-Weiß Oberhausen (36/32:41/38): SSV Jahn Regensburg (H) und FC Rot-Weiß Erfurt (A).
17. SV 03 Babelsberg (36/41:57/40): Arminia Bielefeld (H) und Wehen Wiesbaden (A).
16. SpVgg Unterhaching (36/57:55/41): SV Wacker Burghausen (H) und 1.FC Saarbrücken (A).
15. SV Wehen Wiesbaden (36/38:45/43): FC Carl Zeiss Jena (A) und SV Babels-berg 03 (H).

Nur jeweils ein direkter Vergleich steht beim zweitletzten Spieltag sowohl Oben wie auch Unten im Programm und zwar zwischen Chemnitzer FC – FC Rot-Weiß Erfurt sowie FC Carl Zeiss Jena – SV Wehen Wiesbaden. Um Auf oder Ab geht es zwischen SC Rot-Weiß Oberhausen – SSV Jahn Regensburg und SpVgg Unterhaching – SV Wacker Burghausen.

Die Begegnungen des 37. Spieltages in der dritten Liga: Samstag, 28. April um 13.30 Uhr VfL Osnabrück – SV Sandhausen, Kickers Offenbach – 1.FC Saarbrücken, 1.FC Heidenheim – SC Preußen Münster, SpVgg Unterhaching – SV Wacker Burghausen, Chemnitzer FC – FC Rot-Weiß Erfurt, SC Rot-Weiß Oberhausen – SSV Jahn Regensburg, FC Carl Zeiss Jena – SV Wehen Wiesbaden, SV Werder Bremen II – SV Darmstadt 98, SV Babelsberg 03 – Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart II – VfR Aalen.

Begeisterter Empfang von 500 SV-Fans um Mitternacht

(sim). Nach den spontanen Feierlichkeiten in Münster trafen die Zweitligaaufsteiger des SV Sandhausen gegen Mitternacht am Hardtwald ein, wo sie von rund 500 SV-Fans begeistert empfangen wurden. „Es war eine tolle Sache, die sich die Fans ausgedacht haben“, war auch der sonst eher zurückhal-tende Gerd Dais von dem Empfang überwältigt. Dabei auch Präsident Mach-meier. Gefehlt hat allerdings Geschäftsführer Otmar Schork, der zusammen mit Scout Getrost im Westen blieb, um am Sonntagvormittag und nachmittags ins-gesamt drei Begegnungen zu beobachten. Auch der Trainer ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus. Er war am Sonntagnachmittag auf Beobachtungstour, denn jetzt ist Planungssicherheit „und jetzt müssen wir verstärkt unterwegs sein und auch handeln“ (Dais). Die offizielle Aufstiegsfeier wird erst beim letzten Heim-spiel am 5. Mai gegen den 1.FC Heidenheim rund ums Hardtwaldstadion stei-gen. Für die Mannschaft beginnt nach einer kurzen Feierphase am Montag wieder der Ernst des Lebens. Um 15 Uhr folgt das Training für das Halbfinalspiel um den Krombacher Pokal bei der SpVgg Neckarelz am Dienstag um 18.30 Uhr. Weitere Übungseinheiten finden am Mittwoch (10 Uhr) und Donnerstag (15 Uhr) statt. Nach dem Abschlusstraining am Freitag geht es in Richtung Osnab-rück zum letzten Auswärtsspiel im VfL-Stadion an der Bremer Brücke.

SV Sandhausen möchte in Neckarelz die Finalteilnahme sicherstellen

(sim). „Wir nehmen das Halbfinalspiel in Neckarelz Ernst und wollen den badischen Pokal verteidigen“. So die Vorgaben von Trainer Gerd Dais vor der Begegnung am Dienstag, 24. April um 18.30 Uhr im Elzstadion gegen die SpVgg Neckarelz, „auch wenn die Jungs im Moment noch richtigerweise auf Wolke sieben nach dem Zweitligaaufstieg schweben“. Ungern denkt man beim SV Sandhausen an die 0:1 Niederlage von vor drei Jahren gegen den Oberligis-ten in Sinsheim beim Endspiel zurück, zumal danach dem Odenwaldvertreter das Los den FC Bayern München bescherte.

Dais: „Der eine oder andere Spieler ist angeschlagen, doch wir haben einen solch breiten, ausgeglichenen Kader, dass wir dies kompensieren können“. Der Trainer möchte am Montag das Training noch abwarten, „um zu sehen wer fit ist und und wer nicht bzw in welch körperlichem Zustand die Jungs sind“. Beim Pokal kommt noch die Regelung hinzu, dass fünf Spieler eingewechselt werden können „und dies macht uns noch variabler“, wie der Trainer betont. Das Ziel ist es jedenfalls, am 9. Mai das Endspiel gegen den Sieger SV Spielberg/FC Nöttingen zu bestreiten. Geleitet wird die Vorschlussrundenpartie in Neckarelz von Ivo Leonhardt aus Altlußheim.

Einen Tag später wird der zweite Finalist beim Pokalspiel SV Spielberg gegen FC Nöttingen gesucht. Das Oberliga-Derby wird am Mittwoch, 25. April um 17.45 Uhr unter Regie von Andreas Bischof aus Külsheim-Hundheim absolviert.

 

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