Liturgietag der kath. Seelsorgeeinheit –
Das Kirchenjahr fällt nicht vom Himmel –

(gh – 8390-liturgietag-2 25.1.17) Zum mittlerweile etablierten Liturgietag lud am 21.1.2017 der Liturgieausschuss der Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhausen alle im Gottesdienst tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen. Im Mittelpunkt standen diesmal das „Kirchenjahr“ und seine Festkreise. Dr. Bernhard Höffner, Liturgiewissenschafter aus der Nähe von Trier, informierte gewohnt kompetent über die Hintergründe und beantwortete eine Vielzahl von Fragen der Teilnehmer.

8390-liturgietag-3Dass das Kirchenjahr nicht vom Himmel fällt, machte Höffner in seinen dichten Ausführungen deutlich: für das Christentum ist der Ausgangspunkt die Feier von Tod und Auferstehung Jesu am Sonntag. Aufbauend auf die Rhythmen des Tages, der Woche und des Jahres wurde diese Feier und dieses Glaubensbasis immer weiter entfaltet. Dabei werden unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund gestellt.

Die Ausgestaltung ist beeinflusst von der Art und Weise, wie das Judentum die Woche und das Jahr von religiösen Feiern prägen lässt (z.B.: die 7-Tage-Woche mit dem Sabbat oder das jährliche Pessach- und Erntedankfest). Aber auch römische oder ägyptische Festtermine bieten Aufhänger, z.B. für die Feier von Weihnachten. Das Weihnachtsfest entstand um einiges später als Ostern, ca. ab dem 4. Jahrhundert. Man wollte feiern: Gott ist Mensch geworden, Dieser Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott! Man griff dafür die Wintersonnenwende mit ihrer Lichtsymbolik auf sowie ein ägyptisches Fest, das das Erscheinen der Gottheit feierte (die Parallele zu „Erscheinung des Herrn“!) und füllte sie mit christlichem Inhalt.

8390-liturgietag-1Der Sonntag als Kern der christlichen Woche und des christlichen Jahres war ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen von Höffner. Der Sabbat ist das jüdische Pendant zum Sonntag. Während der Sabbat aber der 7. Tag der Woche ist („Und Gott ruhte am 7. Tag“) ist der Sonntag der 1. Tag – Tag der Auferstehung Jesu Christi und Symbol für die neue Schöpfung. Die 7-Tage-Struktur liegt also bereits im Judentum begründet und wird vom Christentum beibehalten mit einer christlichen Umdeutung.

Persönlich interessant wurde es auch da, wo die eigenen, emotionalen Highlights des Kirchenjahres im Mittelpunkt standen. Denn das Kirchenjahr fällt nicht nur geschichtlich nicht vom Himmel, auch jeder einzelne hat unterschiedliche Zugänge und persönliche Hochmomente im Kirchenjahr. Beiden Seiten wurde beim Liturgietag ausführlich Raum gegeben. Am Ende dankte Pfr. Arul Lourdu dem Referenten, Dr. Bernhard Höffner, und Felicitas Stegmaier, die als Vorsitzende des Liturgieausschusses den Tag zusammen mit einem Team organisierte.

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