Der gefährlichster Vogel der Welt:
Helmkasuar ist im Zoo eingezogen

(zoo – 26.8.22) Im Zoo Heidelberg ist eine neue Vogelart eingezogen. Ein Helmkasuar lebt nun im Gehege schräg gegenüber den Rhesusaffen. Das rund ein Jahr alte Männchen kam Mitte August durch Vermittlung des Erhaltungs-Zuchtprogramms (EEP) aus dem Zoo in Estepona in Spanien nach Heidelberg. Die erste Zeit nach seiner Ankunft war er im Innenstall untergebracht, damit er sich in Ruhe an die Tierpfleger und die neue Umgebung gewöhnen konnte. Inzwischen ist er auf der Außenanlage für Zoobesucher zu sehen. Kasuare können nicht fliegen und zählen wie Emus und Strauße zu den Laufvögeln.

Der Helmkasuar im Zoo Heidelberg erkundet sein Gehege. (Foto: Zoo Heidelberg)

Kasuare sind ganz besondere Vögel: Ihr lackschwarzes Gefieder sieht eher aus wie ein strähniges Haarkleid – fliegen können die bis zu 70 Kilogramm schweren Vögel damit nicht. Auf dem Kopf tragen sie einen mit Horn überzogenen Knochenkamm, den Helm, der den Tieren den Namen gab. Kopf und Hals leuchten bei erwachsenen Tieren in Hell- und Dunkelbau und rote Hautlappen schmücken den Hals zusätzlich.

Der Kasuar im Zoo Heidelberg ist noch nicht ausgewachsen. Der Helm ist noch nicht zu sehen, ebenso wie die farbenfrohe Färbung der Kopfpartie. (Foto: Zoo Heidelberg)

Kasuare sind eher scheue Regenwaldbewohner. Dennoch verfügen sie über tödliche Waffen: Die innere Zehe trägt eine bis über zehn Zentimeter lange dolchartiger Kralle. Mit ihr kann er Tritte austeilen, die auch für Menschen tödlich sein können. Sie wird vor allem eingesetzt, um die Jungen zu verteidigen, die sehr lange auf den Schutz des Vaters angewiesen sind. Bei Kasuaren treffen sich die Partner nur zur Paarung, danach kümmern sich die Väter um das Brutgeschehen und die Jungenaufzucht. Die weiblichen Kasuare können so mehreren Männchen Eier ins Nest legen.

„Wir sind glücklich, mit dem Helmkasuar wieder einen Laufvogel zeigen zu können. Seine vielen besonderen Anpassungen machen ihn zu einem der besten Beispiele für die Anpassung an Lebensraum und Lebensweise. So ist er ein ideales Studienobjekt für die Programme der Zoo-Akademie und darüber hinaus ein Botschafter für die Regenwälder Australiens und Neuguineas“, freut sich Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Da der einjährige Helmkasuar im Zoo Heidelberg noch sehr jung ist, sind einige, typische Merkmale noch nicht ausgebildet. Die Färbung des Gefieders ist deutlich heller und die Hautpartien weniger farbenfroh, der Helm auf dem Kopf noch nicht zu sehen. Bis er richtig ausgewachsen ist, wird es noch zwei bis drei Jahre dauern.

Im Zoo Heidelberg lässt sich der Helmkasuar im neu angelegen Gehege gegenüber den Rhesusaffen beobachten. Tierpfleger, Handwerker und Gärtner im Zoo Heidelberg haben aus der ehemaligen Ponyanlage einen Lebensraum für den Neuankömmling geschaffen, in dem er sich richtig wohlfühlen kann. Eine neue Bepflanzung, höhere Zäune und der umgebaute Stall sorgen dafür, dass die Anlage für den Laufvogel geeignet ist.

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