Ehrung im Rathaus: Irina Schäfer und Antonina Kirgizova retteten 10-Jährigem das Leben

(pol – 23.6.21) Für ihr aufmerksames und couragiertes Verhalten wurden Irina Schäfer und Antonina Kirgizova, beide aus Leimen, im Rahmen der Kampagne „Beistehen statt rumstehen“ geehrt. Der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Leimen, Herr Hans-D. Reinwald, der Leiter des Polizeipostens Leimen, Herr Marc Degener, und die Geschäftsführerin des Vereins Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e. V., Frau Tanja Kramper, nahmen die Ehrung vor.

Was war geschehen?

v.l.: Oberbürgermeister Hans D. Reinwald (v.l.), Vereins-Geschäftsführerin Tanja Kramper, Antonina Kirgizova, Irina Schäfer, Leimens Polizeiposten-Leiter Marc Degner

Am späten Nachmittag des 12. April 2021 befinden sich die beiden Frauen Irina Schäfer und Antonina Kirgizova mit ihren Kindern auf einem Spielplatz in Leimen. Plötzlich fielen beiden Frauen ein 10-jähriges Kind auf, welches gefallen und bäuchlings auf dem Boden liegen bleibt. Die Zeuginnen erfassen die Situation und begeben sich kurzerhand zu diesem Kind. Sie können weder Atembewegungen oder Herzschlag feststellen.

Absetzen eines Notrufs beginnen sie ohne zu zögern mit der Reanimation des Kindes, Herzdruckmassage und Beatmung. Diese lebensrettende Reanimation halten sie bis zum Eintreffen des Notarztes und des Kindernotarztes aufrecht. Im Rahmen der weiteren Reanimation können Lebenszeichen festgestellt werden. Das Kind wird als Vorsichtsmaßnahme ins künstliche Koma gelegt und ins Krankenhaus eingeliefert.

Im Nachgang wurde bekannt, dass das Kind aufgrund eines Herzfehlers bereits in ärztliche Behandlung ist. Beim Herumtollen mit anderen Kindern, äußerte das Kind im Vorfeld bereits über Schwindelgefühle und Kurzatmigkeit. Durch das beherzte und besonnene Eingreifen der Ersthelferinnen konnte Schlimmeres verhindert und das Leben des Kindes gerettet werden.

Die Große Kreisstadt Leimen, das Polizeipräsidium Mannheim sowie der Verein Prävention Rhein-Neckar e.V. bedankten sich bei den couragierten Helferinnen mit einer Urkunde und einem Präsent.

„Beistehen statt Rumstehen“

v.l.: Antonina Kirgizova, Irina SchäferNach

Die Initiative der Präventionsvereine Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V. Sicheres Heidelberg (SicherHeid) e.V. und Sicherheit in Mannheim (SiMA) e.V. richtet sich inhaltlich an der bundesweit propagierte Aktion TU WAS aus.

Die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einem Präsent erhalten Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg oder Mannheim entsprechend handeln. Über die Veröffentlichung der guten Taten möchten die drei Präventionsvereine auch darauf hinwirken, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in der Metropolregion positiv zu beeinflussen.

Aktion „TU WAS“

Das Ziel der Aktion „TU WAS“, eine „Initiative für mehr Zivilcourage“ ist, innerhalb der Bevölkerung den Gedanken der Solidarität und des Helfens zu fördern. Oft wissen die Bürgerinnen und Bürger allerdings nicht, wie sie wirkungsvoll eingreifen können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.

Deshalb hat die Polizei sechs praktische Regeln für mehr Sicherheit zusammengestellt, die jeder anwenden kann.

  • Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
  • Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
  • Ich beobachte genau und präge mir Täter-Merkmale ein.
  • Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
  • Ich kümmere mich um Opfer.
  • Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Gefordert ist nicht Heldentum. Vielmehr genügen oft schon Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzeugen. Manchmal reicht es bereits, das Mobiltelefon zu benutzen und Hilfe zu holen oder weitere Passanten um Unterstützung zu bitten.

Schon heute schreiten Bürgerinnen und Bürger immer wieder couragiert und beherzt in brenzligen Situationen ein. Damit verhindern sie Schlimmeres oder tragen entscheidend dazu bei, dass Opfer zu ihrem Recht kommen und Straftaten aufzuklären. Dies ist umso erfreulicher, da bekanntlich eine Haltung des Wegschauens den idealen Nährboden für kriminelle Machenschaften bereitet. Deshalb müssen die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, Hilfe zu leisten, noch gezielter genutzt und die Bereitschaft dafür ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. „Weggeschaut. Ignoriert. Gekniffen.“ – diese Einstellung kann und darf keiner an den Tag legen.

Wer Helfen lernen möchte kann an einem Zivilcourage Training teilnehmen, das im Rhein-Neckar-Kreis vom Verein Prävention Rhein-Neckar e.V. mit Unterstützung der Polizei angeboten wird.

Übrigens: Die sechs praktischen Regeln sind seit vielen Jahren auch in allen S-Bahnen der Region und auf zwei Linienbussen der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft zu sehen.

Weitere Informationen im Internet unter:

  • www.praevention-rhein-neckar.de
  • www.aktion-tu-was.de
  • www.polizei-beratung.de

 

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