Elefantentag im Zoo Heidelberg sammelt Geld für Elefantenschutz in Sri Lanka

(zoo – 19.8.17) Wie erfolgreich die Arbeit der Zoos für den Artenschutz ist, zeigte die ausgebuchte Veranstaltung im Zoo Heidelberg am Samstag, den 12. August 2017. Insgesamt 120 Teilnehmer informierten sich bei der exklusiven Abendveranstaltung zum Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg über Elefantenhaltung, Erhaltungszucht und Artenschutz. Im Rahmen der Veranstaltung wurde für das Artenschutzprojekt zur Auswilderung Asiatischer Elefanten in Sri Lanka geworben. Mit dem Erlös aus der Versteigerung der Elefantenkunstwerke sammelte der Zoo rund 1.700 Euro für das Projekt.

Welt-Elefantentag im Zoo HD

Während vor dem Eingang Zoogegner ihre Ansichten über die vermeintlichen Zustände der Tierhaltung in Zoos mit Plakaten kundtaten, zeigte der Zoo im Elefantenrevier aktiv sein Engagement für den Schutz der stark bedrohten Asiatischen Elefanten. Zoomitarbeiter und Elefantenpfleger sowie der Zoodirektor selbst standen bis ca. 22 Uhr den Gästen an vier Infostationen für alle Fragen rund um die sympathischen Dickhäuter bereit.

 

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann schilderte im Elefantenhaus die Umstände, die zur Bedrohung der Elefanten führen und erklärte, welche Maßnahmen Zoos und speziell der Zoo Heidelberg zum Schutz der gefährdeten Tiere umsetzen. So unterstützt der Zoo Heidelberg seit 2013 das Freilandprojekt in Sri Lanka zur Wiederauswilderung verwaister und verletzter Asiatischer Elefanten. Ebenso die neue Kooperation mit dem WWF, durch die ein Projekt in Thailand für den Erhalt der Asiatischen Elefanten in ihrer Heimat finanziell unterstützt wird, zählt zu den Aktivitäten, die der Zoo im Freiland fördert.

Welt-Elefantent

Im Trainingsbereich, hinter den Kulissen, erklärten die Tierpfleger Kim Kleene und Manuel Stumpf, was es mit dem Konzept des „geschützten Kontakts“ in der Elefantenhaltung auf sich hat: An ihren Stationen gingen die beiden Tierpfleger speziell auf das Training allein durch positive Verstärkung mit den Elefanten ein. In Heidelberg lernen die Elefanten an einer speziellen Trainingswand mit den Pflegern und dem Tierarzt zu kooperieren, sodass medizinische Behandlungen für die Tiere stressfrei erfolgen können. Wie schwierig diese Trainingseinheiten sein können, erfuhren die Gäste bei praktischen Mitmachübungen. Eine Besucherin berichtet: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Training so umfangreich ist. Die Bambusstäbe werden hier ausschließlich als Zeigestock eingesetzt, um dem Elefantenbullen zu erklären, was erwartet wird. Da braucht es ganz schön viel Geduld und Vertrauen zwischen Tier und Tierpfleger bis alles gut klappt“.

 

In der Heuscheune drehte sich alles rund um Futter und Zähne. Tierpfleger Angus Sünner informierte, was Elefanten fressen und wie eine Zahnoperation bei den grauen Riesen erfolgt. Mit einer Fotodokumentation erklärte er den Besuchern anschaulich den Ablauf einer Stoßzahnoperation.

Vor der Außenanlage berichteten Sandra Reichler, wissenschaftliche Assistentin im Zoo Heidelberg, und Frederik Linti über die einzelnen Bewohner der Heidelberger WG: Gandhi, Tarak, Ludwig und Yadanar. Linti, der aktuell ein Forschungsprojekt über die Elefanten im Zoo betreut, stellte dabei sein Projekt und erste Ergebnisse vor. Mittels GPS-Sensoren, die an den Füßen der Elefanten befestigt werden, erforscht er die Laufwege der vier Riesen auf der Anlage.

Zum Abschluss trafen sich alle Teilnehmer wieder im Elefantenhaus zur Auktion der Elefantenkunstwerke. In unterhaltsamer Manier versteigerte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die selbstgemalten Kunstwerke der vier tierischen Künstler. Ein besonders hohes Gebot erzielte ein goldener Fußabdruck von Elefant Tarak auf lilafarbenem Hintergrund. Mit der Versteigerung kamen rund 1.700 Euro zusammen, die dem Freilandprojekt in Sri Lanka zur Auswilderung Asiatischer Elefanten zugutekommen.

Als spät am Abend das große Elefantenhaus wieder leergeräumt war und die vier Dickhäuter wieder „nach Hause“ konnten, gab es auch für die vier großen Jungs einige neue Gerüche in der Halle zu beschnuppern – und natürlich noch ein paar kleine Leckereien als Dankeschön für die gute Mitarbeit.

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