Gemeinschaftsschule und Inklusion – Informations und Diskussionsabend

(jm/mk) Am Dienstag den 19.6.12 fand im Rosesaal eine Veranstaltung zum Thema Gemeinschaftsschule statt. Auf Einladung der SPD Gemeinderatsfraktion und mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft für Bildung RN / HD und den SPD Ortsvereinen von Leimen und St. Ilgen referierte der Leiter der Stabsstelle Gemeinschaftsschule , Schulmodelle und Inklusion im Kultusministerium Norbert Zeller über dieses Thema. Nach einem einleitendem Film von Norbert Theobald begrüßten Marlen Pankonin und Stadträtin Jane Mattheier Norbert Zeller und die zahlreichen Anwesenden.

Norbert Zeller begann mit der Feststellung, dass kein Land die Kinder bereits nach der 4.Klasse trenne. Deswegen plädierte der studierte Sonderpädagoge für die Gemeinschaftsschule in den Klassen 5 bis 10.Dort sei es den Kindern möglich, das aus sich herauszuholen was in ihnen steckt. Dabei wird sich die Rolle des Lehrers zum Lernbegleiter wandeln. Die Gemeinschaftsschule wird sich nicht nur inhaltlich sondern auch räumlich verändern. Hierzu erarbeite das Kultusministerium derzeit Richtlinien. Norbert Zeller betonte die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit mit den Eltern. Eine weitere zentrale Frage sei das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Handicap ( Inklusion ). Da müsse sich die Schule dem Kind und nicht umgekehrt anpassen. Dies sei auch in Hinsicht auf die UN – Behindertenkonvention zu verwirklichen. Sehr erfreut zeigte sich Norbert Zeller, dass es bereits im nächsten Schuljahr 41 Gemeinschaftsschulen geben wird. Daran schloss sich eine rege, auch kritische Diskussion an. Die Anwesenden waren sich einig, dass es sehr überzeugend war, was Norbert Zeller über Gemeinschaftsschule und Inklusion zu sagen hatte. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Schulmodell ein Erfolg wird.

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Redaktion: Vor der Rose wurden bei dieser Veranstaltung von einem Vertreter der „Partei der Vernunft“ an alle Diskussionsteilnehmer Flyer verteilt. Da diese Minipartei und ihre Positionen bisher den meisten völlig unbekannt sein dürfte, geben wir hier den Inhalt des Flyers wieder:

(pdv) Liebe Eltern,

unsere Kinder sind von Natur aus sehr verschieden. Sie haben weder alle die gleichen Interessen noch die gleichen Begabungen. Manchen Kindern fällt es leicht, mathematische Zusammenhänge zu erkennen, andere sind musisch, künstlerisch oder sprachlich besonders begabt. Um diese Begabungen zielgerichtet zu fördern, bedarf es mehr als einer staatlich verordneten Einheitsschule, die unsere Kinder nur gleich behandeln will ohne auf deren Interessen und Neigungen ernsthaft einzugehen.

Unter der von Rot-Grün geplanten Gemeinschaftsschule versteht man den  Zusammenschluss von mehreren Schulen und Schulformen. Dort werden Kinder bis zum 10. Schuljahr gemeinsam unterrichtet. Sie ist eine Variante der Gesamtschule oder  Einheitsschule als Alternative zum bisherigen mehrgliedrigen Schulsystem. Einheitsschule bedeutet aber auch Einheitsbildung. Die guten Schüler werden dabei immer an die Schwächsten angepasst, da sich der Lehrplan zwangsläufig an den Schwächsten orientieren muss. Das Bildungsniveau sinkt auf diese Weise stetig weiter. Unter dem Deckmantel gleicher Bildungschancen für Alle, startet mit der Bezeichnung Gemeinschaftsschule jetzt wieder ein neuer unsinniger Versuch. Wieder werden nur wenige Korrekturen an einem längst gescheiterten Schulsystem vorgenommen anstatt das gesamte Bildungssystem auf den Prüfstand zu stellen.

Unsere Kinder lernen im staatlichen Schulsystem seit Jahren nur noch vorgegebene Fragen zu beantworten anstatt auch einmal Fragen zu stellen. Die PISA Studie beweist, wohin uns staatliche Experimentierfreude im Bildungsbereich geführt hat. Es gibt in Deutschland eine stark wachsende Zahl bildungsferner Schichten. Das Land der Dichter und Denker, das Land der Ingenieure und Techniker sucht händeringend ausländische Fachkräfte, während unseren Kindern optimale und individuelle Bildung durch staatliche Vorgaben und Beschränkungen verwehrt wird. Stattdessen wird ein weiteres sinnloses Bildungs-Experiment gewagt, dessen Ausgang schon heute leicht vorhersehbar ist.

Das Thema Bildung hat für die Partei der Vernunft große Bedeutung weil uns unsere Kinder besonders am Herzen liegen. Wir wollen in der Bildungspolitik keine ideologischen Experimente mehr, sondern ausschließlich praktikable Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Wir sind der Meinung, dass Bildung keinem politischen Einfluss mehr unterliegen darf, sondern sich allein an den Fähigkeiten und Interessen der Kinder orientieren muss. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn ein staatlich festgelegter Lehrplan in einem staatlichen Bildungsmonopol Einheitsbildung für Alle, zum politisch korrekten aber völlig ineffektiven Spartarif vorschreibt.

Ein freier Wettbewerb der Ideen zu Lehrinhalten, Lernmethoden und Schulmodellen ist nach Ansicht der Partei der Vernunft dringend notwendig und führt dabei zwingend zu einer Qualitätssteigerung des Bildungsangebots.

Die Eltern sollten die Freiheit erhalten, den optimalen Bildungsweg für ihre Kinder selbst zu wählen. Es ist nicht Sache des Staates, die Eltern hinsichtlich ihres Erziehungsstils und der Erziehungsinhalte zu beeinflussen. Pflege und Erziehung der Kinder sind nach Artikel 6 Grundgesetz das natürliche Recht und die Pflicht der Eltern.

Die bestehende Misere im Bildungsbereich zeigt uns doch mehr als deutlich, was das staatliche Bildungsmonopol bei unseren Kindern in den vergangenen Jahren an Schäden angerichtet hat.  Vermutlich liegt darin sogar der Grund, dass  in Deutschland so viele  politisch und moralisch fragwürdige Entscheidungen nicht mehr hinterfragt und einfach hingenommen werden.

Helfen Sie mit, dieses Schulsystem wirklich zu verändern indem Sie die Partei der Vernunft unterstützen. Anstatt noch mehr Zentralisierung und Vereinheitlichung in staatlich verordneten Kollektiven, brauchen unsere Kinder die Freiheit, sich und ihre Persönlichkeit optimal entfalten zu können.

Statt staatlicher Einheitsschulen wollen wir den freien Wettbewerb der Bildungsangebote und Bildungsträger, weil das im Interesse unserer Kinder ist.  Individuelles Lernen nach Begabungen und Interessen muss absoluten Vorrang haben. Lehre muss sich an den Schülern orientieren, nicht an Lehrplänen.

 

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1 Kommentar für “Gemeinschaftsschule und Inklusion – Informations und Diskussionsabend”

  1. Bei der Gemeinschaftschule geht es nicht um das Wohl der Kinder, sondern darum den Kindern ein politisch gewünschtes Weltbild einzuprägen. Fachwissen und Denkfähigkeit würden dabei stören.

    Für sowohl Hoch-, als auch Minderbegabte ist diese Schulform eine Katastrophe. Die einen langweilen sich und werden zur Not als Hilfslehrer mißbraucht; die anderen werden niemals die Gelegenheit haben, auch einmal die beste Leistung zu bringen, sondern müssen sich immer als langsam oder unzureichend erleben.

    Das Abitur wird wertlos. Prüfungen des Präsenzwissens und der Nachweis von „Nachschulungen“ werden vor der Studienplatzzuteilung erbracht werden müssen.

    Die Befürworter dieser Schulform werden ihre Kinder nicht in eine Gemeinschaftsschule schicken, sondern in Privatschulen. Dort werden sie mit Klassenkameraden zusammen sein, die prinzipiell die gleiche Haar- und Augenfarbe haben und aus der gleichen sozialen Schicht sind. Die Gemeinschaftsschule ist eine geniale Idee um Konkurrenz aus den unteren Schichten abzublocken.

    Die normale Bevölkerung wird wieder einmal verschaukelt.

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