„Heute bin ich blond“ – eine bewegende Filmvorstellung an der Otto-Graf-Realschule

Ein Bericht von Selina Kohr, Dona Kader und G. Sieron.

Im Rahmen des „Europäischen Filmfestivals der Generationen“, an dem unsere Schule bereits zum zweiten Mal teilnahm, erhielten die AES – Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen mit dem Film: „Heute bin ich blond“ einen bewegenden Einblick in die Situation, wenn, wie in diesem Fall, eine junge Frau, die Diagnose „Krebs“ erhält.

Selina fand den Film „Heute bin ich blond“ sehr rührend und bewegend, da er ein heikles Thema in der heutigen Zeit gut wiedergibt. Ihrer Meinung nach herrschte nach dem Film eine sehr traurige Stimmung, denn der Film löste bei vielen Emotionen aus, besonders bei den Schülern und Schülerinnen, bei denen die Diagnose „Krebs“ in der eigenen Familie Thema ist oder war.

Sie hat aus dem Film gelernt, dass viele Leute selbst die schlimme Krankheit mit Humor nehmen und nicht anders behandelt werden wollen. Diese Meinung vertrat auch Dona Kader und sie ergänzte, dass sie sich gut in die junge Frau hineinversetzen konnte und zum Nachdenken angeregt wurde. Sie fand den Film sehr aufklärend, spannend, an manchen Stellen auch sehr tiefgründig und traurig. Der Film hat das Leben einer betroffenen krebskranken, jungen Frau sehr realistisch dargestellt. Die negativen Aspekte dieser Krankheit wurden dabei auch nicht ausgelassen.

In diesem Film hat Dona auch gelernt, dass die durch die Chemotherapie verlorenen Haare ein überaus wichtiger Punkt im Leben eines Krebskranken ist. Man fühlt sich von anderen beobachtet und durch einen haarlosen Kopf zeigt man auch „ich habe Krebs“. Das bringt viele aus der Fassung. Dona ist der Meinung, man sollte solchen Menschen beistehen und sie bezüglich der Glatze nicht komisch angucken.

Nach dem Film haben wir von Frau Müller, Leiterin des Waldpiratencamps in Heidelberg, einer Einrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung, vieles über das reale Leben eines Krebskranken erfahren. Sie hatte selbst Krebs, den sie jedoch glückerweise besiegt hat. Wir waren beeindruckt, wie sie das alles durchgestanden und ihre Erfahrungen mit uns geteilt hat. Es ist keine Selbstverständlichkeit seine Erfahrungen, die mit schlechten Erlebnissen verknüpft sind, mit so vielen anderen Menschen zu teilen. Dies benötigt viel Mut und Selbstbewusstsein. F

rau Müller stand uns gemeinsam mit unserem Lehrer, Herrn Körner, im Anschluss an den Film für Fragen zur Verfügung.“ Frau Sieron, die den Film an unsere Schule geholt hat, moderierte das Nachgespräch. Herr Körner hat über seine Erfahrungen mit einem früheren Freund gesprochen. Sein Freund hatte eine besondere Form von Multipler Sklerose, die ihn an den Rollstuhl fesselte.

Herr Körner ging immer humorvoll mit ihm um und sie haben die Zeit, die sie noch miteinander hatten, genossen. Leider konnte er die Krankheit nicht besiegen und ist vor ein paar Jahren gestorben. Herr Körner wird diesen Freund aber niemals vergessen und wir alle konnten merken, wie sehr er ihn mochte und ihn geschätzt hat. Dies war sehr rührend.

Da der Film kostenfrei gezeigt wurde, sammelten wir am Ende noch Spenden für die Waldpiraten und freuen uns, Frau Müller das gesammelte Geld bald persönlich zu überreichen und dadurch das Camp der Waldpiraten kennen zu lernen.

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1 Kommentar für “„Heute bin ich blond“ – eine bewegende Filmvorstellung an der Otto-Graf-Realschule”

  1. Krankheit und Tod sind nicht die Themen, aus denen Unterhaltungsfilme entstehen. Und doch hat dieser Film unterhalten, trotz oder wegen seines Themas. Er unterhalt auf eine mitmenschliche, moderne, anspruchsvolle Art, die nicht alltaglich ist. Auch deshalb ist dieser Film ein Glucksfall. Er schafft es, dank seiner wunderschonen, uberzeugenden Hauptdarstellerin, seines Drehbuchs, seiner Inszenierung, seiner Glaubwurdigkeit die Herzen zu beruhren. Er schafft es, den Gedanken zuzulassen, wie stark der Glaube an sich selbst, aber auch das Vertrauen in andere Menschen, in Arzte und die Medizin sein muss, um eine lebensbedrohende Krankheit zu uberwinden. Wie wichtig die Unterstutzung von Freunden und Familie ist, wie unerlasslich – trotz allem – Lebensmut und Lebensfreude. Sich selbst im richtigen Moment wichtig zu nehmen, sein Au?eres zu pflegen, nicht den Mut zu verlieren. Das alles zeigt uns HEUTE BIN ICH BLOND in einer Weise, die genau den richtigen Ton trifft: Nicht betulich und geschont, sondern realistisch, nicht mitleidig, sondern mit Gefuhl. Durch die Balance, die der Film erreicht, wird er glaubwurdig, nimmt den Zuschauer mit und entlasst ihn gestarkt und begluckt. Eine besondere Wurdigung geht hier auch an die Produzenten, die es gewagt haben, diesen schweren Stoff zu realisieren und die Finanzierung zu erreichen.

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