Im Hardwald: Größtes Binnendünengebiet Süddeutschlands und erstes regionales Waldschutzgebiet

„Die Schwetzinger Hardt ist das erste regionale Waldschutzgebiet in Baden-Württemberg. Dieses Gebiet ist eine Besonderheit: Nirgends sonst sind in einem geschlossenen Waldgebiet dieser Größe die Auswirkungen der historischen Weide- und Streunutzungen sowie die Auswirkungen von 300 Jahren großflächiger Kiefernwirtschaft noch so deutlich erkennbar.

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Forst- und Naturschutzminister Alexander Bonde (Mitte)

Als größtes Binnendünengebiet Süddeutschlands mit markanten Dünenzügen und ausgedehnten Dünen- und Flugsandfeldern ist die Schwetzinger Hardt von überregionaler Bedeutung für den Natur- und Artenschutz, da sie wertvolle Lebensräume für seltene lichtliebende Tier- und Pflanzenarten bietet. Als eines der bedeutendsten Naherholungsgebiete im Rhein-Neckar-Raum bietet die Schwetzinger Hardt außerdem Raum für Wanderungen, naturnahe Sportaktivitäten sowie nachhaltigen Tourismus. Gleichzeitig liefern die Wälder den wertvollen Rohstoff Holz. Im regionalen Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt gelingt es vorbildlich, diese verschiedenen Nutzungsansprüche unter einen Hut zu bringen“, sagte Forst- und Naturschutzminister Alexander Bonde am Samstag (13. September) auf seiner Sommertour beim Vor-Ort-Termin in der Schwetzinger Hardt.

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Vor Ort: Schwetzigens Oberbürgermeister Dr. Rene Pöltl (Mitte) und Leimens Bürgermeisterin Claudia Felden

„Ziel des Schutzgebiets ist, eine nachhaltige Entwicklung des Waldes mit seinen Tier- und Pflanzenarten zu ermöglichen. In der Schwetzinger Hardt soll für verdrängte Arten, die an offene Sandrasen gebunden sind – beispielsweise die Heidelerche oder die Sandstrohblume – wieder Lebensräume geschaffen werden“, erklärte Bonde. Im Waldschutzgebiet ‚Schwetzinger Hardt‘ solle außerdem das Ziel „lichte, offene Wälder“ der Gesamtstrategie Waldnaturschutz in Baden-Württemberg beispielhaft umgesetzt werden, so der Minister weiter. „Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen verschiedene Partner an einem Strang ziehen. Es freut mich daher sehr, dass es unter Koordinierung der Unteren Forstbehörde des Landratsamtes und der Betriebsleitung von ForstBW gelingt, diese Wälder gemeinsam mit den beteiligten Kommunen und dem Naturschutzbund Baden-Württemberg nachhaltig weiterzuentwickeln“, so Bonde.

4216 - Schwetzinger Hardt - 2Auf die aktive Information der Bürgerinnen und Bürger vor Ort würden dabei alle Beteiligten viel Wert legen, so der Minister weiter. Für die Umsetzung einer zeitgemäßen Besucherinformation in der Schwetzinger Hardt, die aktuell entwickelt wird, wurden durch den Landesbetrieb ForstBW 65.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Damit erreichen wir, dass die Bürgerinnen und Bürger sich über die Besonderheiten hier in der Schwetzinger Hardt informieren können. Nur was man kennt, kann man auch schützen“, sagte der Minister abschließend.

Hintergrundinformationen:

4216 - Schwetzinger Hardt - 2Seit vielen Jahrhunderten werden die nordbadischen Hardtwälder von den Menschen als Weide für das Vieh und zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz genutzt. In Notzeiten wurde der Wald auch landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzungen prägten und veränderten den Hardtwald auf den von Natur aus armen Sandstandorten: vom Buchen-Mischwald über den Eichen-Mittelwald zum reinen Kiefernwald. Durch die Aufgabe der Streunutzung und eine naturnahe Waldbewirtschaftung eroberten Buchen und andere Laubgehölze in den letzten Jahrzehnten ihren verlorenen Lebensraum zurück. Dadurch wurden viele der an den lichten Kiefernwald, an Kahlschläge und an offene Sandrasen gebundene Arten wie die Sandstrohblume verdrängt. Im Regionalen Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ soll diesen Arten durch historische Waldnutzungsarten wieder neuer Lebensraum geschaffen werden. Weitere Informationen rund um den Wald im Land erhalten Sie unter www.forstbw.de.

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