Kath. Kirche: Aus sieben Gemeinden werden zwei Pfarreien neuer Art

Erzbischof Burger ordnet die Diözese neu und entspricht dabei den Wünschen aus dem Dekanat Wiesloch.

(Mch – 6.3.21) Das Dekanat Wiesloch verändert sich. Und das schon bald. Aus den bisher sieben Seelsorgeeinheiten werden bis 2025/6 zwei Großpfarreien neuer Art entstehen. Die Strukturen sind nicht ganz neu: die künftigen Raumzuschnitte entsprechen den früheren Dekanaten Wiesloch und Schwetzingen, die 1976 zum Dekanat Wiesloch zusammengeführt worden sind.

So werden sich künftig die Seelsorgeeinheiten Letzenberg, Wiesloch-Dielheim, Walldorf-St. Leon-Rot und Leimen-Nußloch-Sandhausen als Pfarrei zusammenfinden.

Ebenso die Seelsorgeeinheiten Hockenheim, Schwetzingen und Brühl-Ketsch. Das Dekanat als solches wird es voraussichtlich nicht mehr geben.

Die Neuordnung der Pfarreistrukturen in der gesamten Erzdiözese Freiburg ist Teil des Großprojektes „Kirchenentwicklung 2030“. Erzbischof Stephan Burger hatte es Anfang 2019 aus verschiedenen Gründen angestoßen: die Zahl der Gläubigen nimmt ebenso ab wie die Zahl der ehrenamtlich und hauptberuflich Mitarbeitenden; die Glaubenssituation der Menschen hat sich genauso verändert wie die Gesellschaft; nicht zuletzt ist die Finanzlage deutlich angespannter als früher. Indem der Erzbischof nun Pfarreien zusammenlegt und die Verwaltung umstrukturiert, erhofft er sich mehr Gestaltungs- und Freiraum für die engagierten Christen. Sie sollen künftig wieder das Evangelium verkünden und die Kirche lebendig halten können, statt sich mit vielen Verwaltungs- und Strukturfragen beschäftigen zu müssen.

Seit 2019 hat die Neuausrichtung der Diözese Fahrt aufgenommen. Bistumsweit wurden verschiedenste Gremien und Gruppen, Konferenzen und Teams, Verbände und geistliche Gemeinschaften befragt, wie die Raumordnung sinnvoll aussehen könne. Gleichzeitig wurden Arbeitsgruppen gebildet, die die Umsetzung in den verschiedensten Bereichen vorantreiben sollen. Mit Datum vom 1. März 2021 hat Erzbischof Burger nun den finalen Raumplan bekanntgegeben, auch wenn dieser 2022 durch Bistumsgremien noch einmal formal bestätigt und danach in Kraft gesetzt werden muss. Mit der Entscheidung, aus dem Dekanat Wiesloch zwei Pfarreien zu machen, folgt Burger den eindeutigen Voten aus dem Dekanat, die im vergangenen Jahr eingeholt worden sind.

Dekan Jürgen Grabetz

Dementsprechend erfreut zeigte sich Dekan Jürgen Grabetz über die Nachricht aus Freiburg. Anfang März waren Dekanatsrat und Dekanatskonferenz zusammengekommen, als beinahe zeitgleich die Entscheidung des Erzbischofs bekannt gegeben wurde. „Diese Transformation ist eine große Aufgabe und Herausforderung“, sagte Grabetz in den Gremien. „Wir werden gemeinsam überlegen, wie wir den Weg gestalten und gehen wollen.“ Handlungsleitend werde dabei zwar der Projektplan sein, der für die ganze Diözese abgestimmt und vorgegeben ist. „Gleichzeitig aber“, so betonte Grabetz weiter, „haben wir in der Ausgestaltung große Freiheiten und die werden wir nutzen, damit das Neue möglichst gut zu den Erfordernissen vor Ort passt.“

Ganz praktisch heißt das, dass die sieben Kirchengemeinden im Dekanat Wiesloch bis 2025/6 zwar eng zusammenarbeiten werden, dabei aber die Trennung der beiden Pfarreien neuer Art vorbereiten. „Wir betreten hier Neuland“, erläutert Grabetz. „Es gilt, die Chancen des Neuen zu erkennen und zu nutzen.“

Damit das gelingt, werden dem Dekanat qualifizierte Personen an die Seite gestellt, die dabei helfen werden, den Übergang zu gestalten. Wann diese einsatzbereit sind, ist derzeit noch offen. Grabetz hofft auf baldige Unterstützung, denn die Zeit bis zur Errichtung der Pfarreien ist relativ knapp und will gut genutzt sein: „Wir müssen zur Veränderung bereit sein“, gab der Dekan den ehrenamtlich und hauptberuflich Engagierten mit auf den Weg in ihre Seelsorgeeinheiten. Und weiter: „Ich bitte von Herzen um Offenheit, konstruktives Mitdenken und um das Gebet, damit wir als Kirche eine gute Zukunft haben.“

 

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