„Kirschblüte und Regenpfeiffer“ – Musik und Märchen aus Japan

250 - Regenpfeiffer Konzert 3

Großes Interesse an japanischer Musik und Kutur herrschte bei der Aufführung

(fwu – 21.3.13) Die ev. Mauritiuskirche in Leimen ist ein gerne für Konzerte unterschiedlichster Art genutzter Ort. Ob „klassische“ Konzerte unter Nutzung der Orgel (Konzertreihe „Musik in der Mauritiuskirche“) oder moderne Musik. Die  Vorstellung von „Kirschblüte und Regenpfeiffer“ bot etwas noch Außergewöhnlicheres: Japanische Flötenmusik und die Rezitation japanischer Märchen.

Die japanische Musik ist stark von der chinesischen beeinflusst; sie zeigt auch koreanischen und indischen Einschlag. Der Stimmcharakter wirkt auf das europäische Ohr fremd, so auch der Klang gewisser Blas- und Saiten-instrumente. An Blasinstrumenten kommen vor allem mehrere Typen der Block- und Querflöte vor, ferner Oboen (Hichiriki) und Mundorgeln. Darüber hinaus finden sich vielfältige Schlagzeuge.

250 - Regenpfeiffer Konzert 1

Ute Schleich, Blockflötistin und Atemtherapeutin

Ute Schleich, in Leimen wohnende Blockflötistin und Atemtherapeutin, widmet sich seit Jahrzehnten auch der japanischen Musik und spielte auf auf fast einem Dutzend unterschiedlicher Flöten bekannte japanische Melodien, die passend zu den von Gustl Riemensperger und Inge Geier rezitierten japanischen Märchen ausgewählt waren.

Die rezitierten Märchen zeigten Situationen aus dem altem Mönchsleben und dem Alltag, der durch Buddhismus und Shintoismus (für alle Lebewesen, für alle Dinge und alle Zustände gibt es einen Gott) geprägt war und ist. Humor und feine Ironie, aber auch tiefe Ernsthaftigkeit zeichnen diese Märchen aus. Dabei lässt sich Aufbau und Spannungsverlauf durchaus mit musikalischen Formen vergleichen. Die ausgewählten Märchen waren:

Das Glöckchen. Es zeigt auf sehr charmante Weise den Lohn von Zufriedenheit und einfacher Lebensweise. Daneben lernt man die Schlichtheit des alten klösterlichen Lebens kennen. „Das Glöckchen“ ist gleichzeitig ein Märchen über die Kraft und Wirksamkeit der Musik.

250 - Regenpfeiffer Konzert 2

Rezitator Gustl Riemensperger

Die Mandarinente von Aso. Dies ist ein buddhistisches Märchen. Es zeigt einen wichtigen Grundsatz des Buddhismus auf – nämlich kein Lebewesen zu töten. Selbst die Pflanzen scheinen dadurch zu leiden – und im Märchen hört deshalb sogar das Schilf am Ufer des Sees zu wachsen auf. Das Thema der Mandarinente (oshidori) ist in Japan sehr beliebt und es gibt dieses Märchen in vielerlei Variationen aus vielen Gegenden. Die Mandarinenten verwendet man als Symbol bei Hochzeitsfeiern. Und wenn jemand sagt, eine Frau und ein Mann seien wie die Mandarinenten, so gilt dies als hohes Lob.

Die Flöte im See. Ein Märchen darüber, wie wichtig es ist, Versprechen zu halten. Die Zuhörer lernten in dem Märchen einen Samurai kennen – das entspricht in etwa unseren Rittern – der durch sein Flötenspiel (Samurai haben damals sehr oft auch Flöte gespielt – und nicht etwa nur gekämpft) eine sehr schöne Wasserfee bezaubert. Leider hält er sein Versprechen, ihr auf dem Rückweg wieder etwas vorzuspielen, nicht und die Folgen sind dramatisch….

Der Katze liebste Maus ist eine lustige Geschichte über Klugheit und Schläue, über eine Katze als Schiedsrichterin und über Fürsten mit Humor.

Die gelungene Mischung aus Märchen und japanischer Musik war für die ca. 50 Zuhörer ein fesselndes Schauspiel, das mit starkem Applaus bedacht wurde. Die ungewöhnlichen japanischen Flötenklänge in Kombination mit den hinter den Märchen stehenden fernöstlichen Philosophie trifft offensichtlich auf ein verbreitetes Sehnen nach Ruhe und Kontemplation, welches im westlichen Tubokapitalismus weitestgehend abhanden gekommen ist.

Ute Schleich: Im Alter von 6 Jahren begann Ute Schleich mit dem Blockflötenspiel. Damals war es Liebe auf den ersten Ton – und diese Liebe ist bis heute lebendig. Nach dem Musikstudium in Karlsruhe zog sie nach Hamburg. Sie interessiert sich schon lange für japanische Musik, besonders für die Klangwelt der Shakuhachi. Mittlerweile wohnt sie wieder in Leimen bei Heidelberg und arbeitet als konzertierende Blockflötistin und als Atemtherapeutin.

Inge Geier: Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Walldorfer Amateurtheaters Forum84 und hat in ihrer nunmehr 40jährigen Theaterlaufbahn in unzähligen Gruppen- und Solodarbietungen ihr großes schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt. In den vergangenen Jahren schenkte sie zusammen mit ihrem Bruder Gustl Riemensperger in über 30 Literaturgottesdiensten den unterschiedlichsten Personen ihre Stimme.

Gustl Riemensperger: Ebenfalls Gründungsmitglied des Forum, steht seit ca 25 Jahren auf der Theaterbühne. In zahlreichen Ensembledarbietungen hat er mitgewirkt, aber auch in eindrucksvollen Solonummern das Publikum überzeugt. Zusätzlich ist er mit Mundartszenen und Gedichten auf zahlreichen Festivitäten unterwegs, wie auch bei der Darbietung der anspruchsvollen Literaturgottesdienste

 

 

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