Leimen: „Enkel-Trick“ – 78-jährige Frau um 15.000 Euro betrogen

2124 - Polizeibericht(pol – 12.5.16) Leimen/Heidelberg/Eberbach (ots) – Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden.

So geschehen am vergangenen Mittwoch in Leimen, als sich um die Mittagszeit die angebliche Enkelin telefonisch bei einer 78-jährigen Frau im Burggrafenweg meldete. Sie sei gerade in Heidelberg und würde dringend Geld, immerhin 35.000 Euro, für „etwas“ benötigen, näheres  wolle sie beim Besuch am Abend erzählen. Nachdem die 78-Jährige, die keinen Verdacht schöpfte, antwortete, ihrer vermeintlichen Enkelin „nur“ 15.000 Euro geben zu können, wurde vereinbart, dass ein Bekannter das Geld abholt, da die „Enkelin“ keine Zeit dafür habe.

Dabei wurde auch ein Rückzahlungstermin in Aussicht gestellt. Einige  Zeit später meldet sich die angebliche Enkelin erneut telefonisch und
forderte die 78-Jährige auf vor die Tür zu kommen und das Geld einem Bekannten zu übergeben. Dieser nahm das Geld an sich, verstaute es in
einer weißen Plastiktüte und entfernte sich zu Fuß. Der Mann war  mittleren Alters, ca. 165 cm groß, kräftige Statur, kurzes, schwarzes Haar und war unrasiert. Von der Erscheinung her soll es sich um einen Südeuropäer gehandelt haben.

Im gleichen Zeitruam meldete sich eine Anruferin mit den Worten  „Hallo Oma ich bin’s“ bei einem älteren Ehepaar in der Theodor-Heuss-Straße im Leimener Stadtteil St. Ilgen, die Masche war  die Gleiche. Der Betrugsversuch scheiterte aber am Misstrauen des Paares.

Weitere Enkeltrickversuche gab es an diesem Tag auch in zwei Fällen in Heidelberg und in Eberbach. In diesem Fällen flog der Schwindel auf, da die vermeintlichen Opfer die Masche durchschauten und die Gespräche beendeten.

Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben und sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Telefon 0621/174-5555 bei der Kriminalpolizei zu melden.

Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte  aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der  Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.


Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick:

  • – Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.
  • – Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • – Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • – Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • – Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • – Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110,  wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • – Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Weitere Polizeimeldungen finden Sie in der Kategorie „Unerwünschtes


 

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