Leimener Krimalstatistik 2011 – Polizeioberrat Uwe Schrötel berichtet dem Gemeinderat

Polizei zum Bericht vor Ort - Bild: Vor der Gemeinderatssitzung aufgenommen (während der Sitzung ist fotografieren verboten)

Im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Öffentlichkeit die Kriminalitätstatistik des Polizeireviers Wiesloch mit Schwerpunkt Leimen durch Polizeioberrat Uwe Schrötel, Leiter des Polizeirevieres Wiesloch vorgestellt. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß in Leimen die Welt „relativ in Ordnung“ ist. Es gibt keine besonderen Kriminalitätsschwerpunkte, weder zeitlich, noch räumlich, noch nach Fallarten. (siehe auch unseren Bericht „Angstfreies Leimen“ <hier>)

Keinen Eingang in die Statistik finden „Fälle“, die zwar die Bevölkerung ärgern und beunruhigen und auch als durchaus „kriminell“ angesehen werden, aber in den juristischen Bereich der Ordnungswidrigkeiten fallen (Stichpunkt „Saufgelage“ ohne Ruhestörung aber mit entsprechenden Hinterlassenschaften).

Im nachfolgenden gegen wir die Informationen des Reviers Wiesloch umfassend wieder. Quelle: Polizei Wiesloch

(pol) Besondere Fälle 2011

Tötungsdelikte

Am frühen Mittag im September wurde eine 52-jährige Frau in ihrem Zimmer des Reihenhauses des Sozialpsychiatrischen Hilfsverein Rhein-Neckar in Wiesloch von ihrem jüngeren Freund erwürgt und dann erstochen, weil er die Trennung von ihr nicht hin nehmen wollte. Anschließend ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Der 42-jährige Tatverdächtige war in offener ärztlicher Behandlung im PZN Wiesloch untergebracht.

Zu einer letzten Aussprache und Übergabe von Dokumenten trafen sich um die Mit-tagszeit das seit Wochen getrennt lebende Ehepaar, ein 61-jähriger Heidelberger und eine 39-jährige Philippinin, in der Nähe des Aussiedlerhofes Hasselbach auf der Gemarkung Dielheim. Die Aussprache eskalierte, wobei der Ehemann mit einem mitgebrachten Keramikmesser auf die Frau einstach. Trotz intensiver Reanimierungsmaßnahmen durch den Notarzt und das Malteser Rettungsteam verstarb die Frau bereits vor Ort.

Der Tatverdächtige konnte im Rahmen einer Sofortfahndung in seinem Fahrzeug im Bereich Neckargemünd erkannt, angehalten und festgenommen werden.

Schwerer sexueller Missbrauch

Eine 12-jährige Türkin offenbarte sich einer Vertrauenslehrerin ihrer Schule in Wies-loch, dass sie seit Jahren nahezu täglich von ihrem Vater missbraucht werden wür-de und sie nun aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht mehr nach Hause gehen möchte. Sie erstatteten gemeinsam die Anzeige. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen am Mädchen bestätigten deren Angaben.

Der Vater wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Durch weitere krimi-naltechnische Untersuchungen am Tatverdächtigen konnten Beweise für die Richtigkeit der Aussagen des Mädchens erhoben werden.

2 RG-Tote

Durch dauerhaften Konsum von harten Drogen kam es zum Ableben von zwei lang-jährig drogenabhängigen Männern zunächst in Walldorf und später in Leimen.

Gewerbsmäßiger Rauschgifthandel

Einen schwunghaften Handel mit Haschisch und Kokain betrieb ein Rockermitglied, das in St. Leon-Rot wohnhaft war. Zusammen mit seinem Freund aus Mühlhausen versorgte er den hiesigen Bereich von Mannheim über Karlsruhe bis Pforzheim. Die beiden Haupttäter wurden durch Spezialeinsatzkräfte festgenommen und inhaftiert. Neben umfangreichen Beweismitteln wurde auch eine scharfe Waffe aufgefunden und eingezogen. Gegen weitere 27 Personen wurden Verfahren eingeleitet.

Wohnungseinbruch in der Neujahrsnacht

In der Neujahrsnacht knackten mehrere Täter die besondere Sicherung des Wohn- und Geschäftshauses in Leimen-St. Ilgen und stahlen Schmuck und Goldbarren in einem Gesamtwert von ca. 500 000 Euro. Die Firmeninhaber und Hauseigentümer weilten in London/England.

Die Ermittlungen führten zum Freund der Tochter der geschädigten Familie. Dieser hatte die Abwesenheit der Familie ausgenutzt und mit Freunden die Wohnung und die Firma ausgeräumt.

Der Tatverdächtige ist bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Von den einzelnen Mittätern und dem Großteil des Diebesgutes fehlt noch jegliche Spur.

Schwerer Bandenbetrug

Mittels illegaler Daten versuchte eine Bande von insgesamt sechs Tatverdächtigen von 19.000 Kunden einen Kleinbetrag von 9.28 Euro über eine Bank in Wiesloch-Baiertal abzubuchen. Es gelang ihnen in einer einzigen Nacht durch eine verfälschte Transaktion insgesamt 174.000.- Euro auf ihrem Konto anzuhäufen.

Beim Auslösen des Geldes konnten zunächst die ersten und später durch weitere operative Maßnahmen die anderen Tatverdächtige identifiziert und festgenommen werden. Die sechs Tatverdächtigen müssen sich zurzeit vor dem Landgericht Heidelberg verantworten.

Alle getätigten Überweisungen wurden zurückgebucht. Durch die Stornogebühren entstand ein zusätzlicher Schaden für die Bank in Höhe von 48.932.51 Euro.

2 x Ausbruch von Schwerverbrechern aus PZN

Der Sprung über die Mauer der geschlossenen Forensik des PZN in Wiesloch durch den „Taximörder vom Bodensee“ führte zu einem enormem Personal- und Sachmit-teleinsatz der Polizei im Rahmen der Sofortfahndung. Über zwei Tage und Nächte hinweg wurde ein engmaschiges, regionales Fahndungskonzept unter Einbindung von Hubschraubern und Mantrailer-Hunden aufgebaut. Immer wieder konnten Hinweise auf den Flüchtigen, dessen Aufenthaltsort und von erbeuteten Gegenstände gewonnen werden.

In der zweiten Fluchtnacht wurde der Flüchtige von einer Zivilstreife in Zuzenhausen auf einem Mountainbike fahrend erkannt, verfolgt und nach kurzer Kollision festgenommen. Nach ärztlicher Versorgung der Wunden des Flüchtigen, die er sich auf der Flucht zugezogen hatte, wurde er wieder inhaftiert.

Wiederum durch einen Sprung über die Mauer konnte ein Patient, der wegen versuchtem Mord dort zur Begutachtung einsaß, aus der geschlossenen Forensik ent-weichen. Relativ schnell konnten umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet werden.

In unmittelbarer Ortsnähe wollte ein Mann seine Tiere im Bereich Wiesloch-Baiertal versorgen. Mit einer Mistgabel verweigerte der Flüchtige dem Tierpfleger den Zutritt, der daraufhin die Polizei verständigte. Kurz danach konnte der Ausbrecher wieder dingfest gemacht werden.

Flucht bei Besuch eines Cafes aus PZN

Ein Sexualstraftäter erhielt Vollzugslockerung und durfte am 1. Weihnachtsfeiertag in einer Gruppe das Cafe auf dem PZN-Gelände besuchen. Dies nutzte er zur Flucht. Bereits in der Nacht bedrängte der Flüchtige eine 18-Jährige in Sinsheim. Aufgrund ihrer massiven Gegenwehr ließ er von ihr ab. Am 2. Weihnachtstag griff er in sexueller Absicht in der Innenstadt von Waiblingen eine 16-jährige Schülerin an. Ihr gelang es, den Mann von sich wegzustoßen zu einer Anwohnerin zu flüchten.

Nach Besuch bei einem Bekannten in Waiblingen kehrte er am 27.12.2011 in das PZN freiwillig zurück. Beide Opfer konnten eine gute Personenbeschreibung abgeben. Auf Vorhaltungen räumte der zurückgekehrte PZN-Patient die sexuellen Übergriffe in Sinsheim und Waiblingen ein. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Heidelberg erfolgte die Ein-weisung in die „geschlossene Forensik“ in Wiesloch.

Mayer, EKHK

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J a h r e s s t a t i s t i k   über bearbeitete Fälle der Kriminalpolizei-Außenstelle Wiesloch für die Gemeinde Leimen für das Jahr 2011

Bearbeitete Fälle insgesamt: -54- (68)

Geklärt: -43-

Aufklärungsquote: 79.62 %

Im Einzelnen die Delikte (U=davon ungelöste Fälle):

Betäubungsmittelgesetz: 13
Waffen: 3
Insolvenz: 6
Falschgeld: 4 (4xU)
Urkundenfälschung/Computer: 3 (1xU)
Raub/Erpressung: 5 (3xU)
Sonstiges/Diebstahl: 5 (1xU)
Vergewaltigung/sex. Nötig: 6 (1xU)
Kinderpornographie: 3
Brandstiftung: 1 (1xU)
KV/Nötigung: 4  
 

Jahresbericht der Kriminalpolizei Außenstelle Wiesloch für 2011    

Entgegen dem Landestrend in Baden-Württemberg hat die Arbeit bei der Kriminalpolizei in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis leicht zugenommen. Von im Jahre 2010 bearbeiteten Fällen in Höhe von 3941 mussten im Jahre 2011 insgesamt 4082 Fälle durch die Kriminalpolizei bearbeitet werden. Für den Bereich der Kriminalaußenstelle Wiesloch ergab sich ein Rückgang in der Bearbeitung der Kriminalitätsfälle von 611 in 2010 auf 475 Fällen in 2011.

Die landesweite allgemeine Aufklärungsquote wird vom Innenminister Reinhold Gall mit 58,6 Prozent angegeben. Hier in Wiesloch konnten wir 62,31 Prozent erreichen. Diese Aufklärungsquote ist allerdings wesentlich geringer als 2010 mit 92 Prozent. Ursächlich hierfür ist die neu aufkommende Kriminalität „Cybercrime“, zu deren Bekämpfung uns das rechtliche Instrumentarium der „Vorratsspeicherung“ fehlt.

Erfreulich ist, dass alle 3 Kapitaldelikte, davon 2 Delikte in unserem Bereich, rasch aufgeklärt werden konnten.

Arbeitsaufkommen in 2011:

Die Kriminalpolizei ist im Rahmen der Aufgabenabgrenzung zwischen der Schutz- und Kriminalpolizei örtlich und sachlich zuständig. Gemäß dieser Abgrenzung mussten folgende Tätigkeiten bewältigt werden:

– 475 (611) Strafanzeigen 
– 53 (58) Todesfälle, davon 2 (3) Rauschgifttote 
– 42 (44) Suizidversuche 
– 24 (20) Brandermittlungen 
– 136 (154) Vermissen, davon 74 (82) aus PZN 
– 200 (250) Fremdersuchen  

Dies umfasst eine Aufgabenbewältigung von – 930- Ermittlungsvorgängen bei einer Einsatzstärke von 11 Beamtinnen und Beamten sowie 2 Angestellten.

Auszug der statistischen Aufgliederung der Delikte KASt Wiesloch 2011

2 Tötungsdelikte, bearbeitet durch Dezernat 11
1 schwerer sexueller Missbrauch von Kind
108 Computerkriminalität/Cybercrime
69 Rauschgiftkriminalität
14 Rezeptfälschungen zur Erlangung Btm-Ersatz
13 Waffengesetz
10 Kipo
9 Raubdelikte
3 Räuberische Erpressung
10 Exhibitionismus
4 Vergewaltigung
10 Brandstiftung
6 Einbruch
2 PkW-Diebstahl
8 Insolvenz
6 Bankrott
9 Falschgeld    
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