Leserbrief Gemeinschaftsschule: Ingo Schmidt

1357 - Gemeinschaftsschule pdv 1

Ingo Schmidt, Leimen, PARTEI DER VERNUNFT

Wettbewerb der Bildungsanbieter.  Die vorgesehene Umwandlung der Geschwister-Scholl-Schule in St. Ilgen legt eine Pause ein. Entgegen der Erwartung der Befürworter ging der Plan nicht glatt durch den Gemeinderat. Die Gründe dafür wurden von den interessierten Bürgern im Sitzungssaal verfolgt und anschließend in der Presse behandelt. Zahlreiche Leserbriefe wurden veröffentlicht. Es entsteht der Eindruck, dass ein großes Interesse daran besteht, die GSS-St. Ilgen in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Doch ist das wieder ein solch alternativloser Weg, um die Bildungsmisere in den Griff zu bekommen?

Wir leben in einem System in welchem das Bildungswesen überwiegend staatsmonopolistisch organisiert ist. Dieses Monopol auf die Dienstleistung Bildung, macht es privaten Bildungsanbietern schwer am Markt zu bestehen. Wenn Eltern ihr Kind in eine Privatschule geben wollen, weil dort das Bildungsangebot besser sortiert ist als in der städtischen Schule, so machen vielfach die sehr hohen Schulgebühren dem Wunsch gleich einen Strich durch die Rechnung.

Da auch im vorliegenden Fall der Umwandlung GSS-St. Ilgen in eine Gemeinschaftsschule, Wünsche und Meinungen unterschiedlichster Art aufeinandertreffen lassen, wäre der mögliche Lösungsansatz im Wettbewerb der Bildungsanbieter zu sehen. Selbstverständlich soll und darf der Staat Bildung anbieten. Selbstverständlich muss der staatliche Anbieter dafür Gebühren erheben. Dies tut er auch jetzt über Steuern, die auch diejenigen zahlen die keine Kinder haben. Jedoch müssen auch private Bildungsanbieter die Möglichkeit haben sich breit in Städten und Gemeinden zu etablieren. Die Eltern die ihre Kinder nicht in einer Gemeinschaftsschule unterbringen wollen, hätten vielfältige Möglichkeiten auf andere Bildungsanbieter auszuweichen.

Um diesen Wettbewerb und die Verbesserung unseres Bildungssystems umsetzen zu können, möchte die PARTEI DER VERNUNFT vorrangig die Bürger von der extrem hohen Abgabenlast befreien. Durch diese Befreiung bekommen die Menschen wieder mehr finanziellen Spielraum. Um beim vorliegenden Fall zu bleiben, wäre so die Wahl für einen privaten Anbieter problemlos möglich. Zudem müsste eine städtische Schule ebenfalls eine schülerbezogene Gebühr ausweisen. Das wäre insofern fair, als diejenigen, welche die Bildung in Anspruch nehmen diese auch bezahlen. Eine Umlegung der Schulgebühren auf alle Bürger wäre so ausgeschlossen. Ferner werden Dinge, die Geld kosten, höher gewichtet und auf entsprechende Gegenleistung in Form von guter Bildung seitens der Eltern, Schüler und Anbieter geachtet. Zudem haben wir Wettbewerb am Bildungsmarkt und so werden die Anbieter mit den besten Leistungen am Markt bestehen. Schlechte Anbieter werden durch Schülermangel untergehen. Kann das Konzept der Gemeinschaftsschule sein gelobtes Konzept im Wettbewerb durchsetzen, steht es zu recht hoch im Kurs. Jetzt aber sollen wir es als staatlich verordnet hinnehmen und auf Schülergenerationen hinweg akzeptieren. Zeigt dieses Konzept nicht den Erfolg, der prophezeit wurde, wird eine Anpassung wieder Jahre in Anspruch nehmen. Jahre in denen unsere Kinder noch mehr den Anschluss an die Herausforderungen des Lebens verlieren. Das gegenwärtige Schulsystem ist leider planwirtschaftlich organisiert. Notwendige Anpassungen dauern einfach zu lang.

Wir brauchen also nicht notwendigerweise die Gemeinschaftsschule als Heilsbringer im Bildungssystem, sondern den für uns Eltern bezahlbaren Bildungswettbewerb. Nur wer im Wettbewerb steht, passt sich auch zügig den ändernden Vorgaben zur Vorbereitung unserer Kinder auf das Leben an. Wir Eltern wollen nicht einfach nur die Einführung der Gemeinschaftsschulen im Land bejubeln. Wir wollen selber entscheiden, wo unser Kind die notwendige Vorbereitung auf das Leben erfährt. Wir wissen heute, wo der günstigste Telefontarif zu finden ist und bleiben immer auf dem bestmöglichen Stand. Fern die Zeiten des Postmonopols, seiner aus heutiger Sicht unvorstellbar hohen Preise mit geringer Gegenleistung. Welch eine Parallele zum Bildungsmonopol des Staates. Heute möchte kein Mensch mehr den Wettbewerb der Telefon- und Mobilfunkanbieter missen.

Der Weg hin zum Bildungswettbewerb ist weit wichtiger aber nicht schwerer zu bewerkstelligen.

Dort das für unsere Kinder beste Verhältnis von Preis und Leistung zu finden, sind wir Eltern durchaus in der Lage. Darüber nachzudenken lohnt sich. Bessere Bildung als Grundvoraussetzung für das Verständnis einer komplexeren Welt gibt es sowenig zum Nulltarif wie die Gemeinschaftsschule in St. Ilgen.

Ingo Schmidt, Leimen, PARTEI DER VERNUNFT

 

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