Leserbrief Ralf Frühwirt: „Was macht eigentlich…?“

793 - Frühwirt

Ralf Frühwirt, Fraktionsvorsitzender der GALL im Gemeinderat und B90/Die Grünen im Kreistag

Meist wird diese Frage in der Saure-Gurken Zeit und dabei wird nach einem schon lange abgehalfterten Schauspieler, Musiker oder Politiker gefragt.

Hier in Leimen hören wir immer öfter die Frage: Was macht eigentlich Wolfgang Ernst? Und das ist nicht einmal unberechtigt, denn auch wir, die wir hin und wieder mit ihm zu tun haben, stellen uns die Frage ob er mehr tut, als Sauerstoff in Kohlendioxid zu verwandeln.

Nach der unsäglichen Ehrbar-Ära, die uns teilweise heute noch belastet, gab es (sehr) kurzzeitig die Hoffnung, dass sich Leimen nun unaufgeregter aber zielgerichteter würde entwickeln können. Daraus ist nicht viel geworden, denn nach dem Schwimmbad-PPP-Debakel, das unser OB zu einem großen Teil mitzuverantworten hat, scheint er sich in die innere Immigration zurück gezogen zu haben. Seither hat zunächst Bruno Sauerzapf und dann Claudia Felden auf dem Posten des 1. Bürgermeisters (der 1. Bürgermeisterin) die Geschäfte mehr oder weniger geleitet.

Man kann das Amt eines OB sicher sehr unterschiedlich interpretieren, aber fraglos kann es sich eine Stadt von der Größe Leimens nicht leisten, an der Spitze jemanden zu haben, der sich darauf beschränkt seinen Untergebenen nicht im Weg zu stehen und hin und weider den hochbezahlten Grüßaugust zu machen.

Auf der anderen Seite ist es ja auch nicht so, dass er nichts tut, damit wäre ihm Unrecht getan. Ab und zu verhindert er die Umsetzung guter Ideen und sinnvoller Entwicklungen in unserer Stadt (siehe das Beispiel Gemeinschaftsschule). Auch wenn man ihn nicht wegen seiner übersprudelnden Kreativität zum Stadtoberhaupt gemacht hat, so hat man sich doch erhofft, dass er im Sinne Leimens unvoreingenommen aufkommende Ideen prüft und dann gute Vorschläge weiter entwickelt. Unvoreingenommenheit zählt allerdings nicht zu seinen Stärken, das haben inzwischen schon viele innerhalb wie außerhalb des Gemeinderates erfahren müssen.

Inhaltliche Kritik wird schnell persönlich genommen und dann ist das Tischtuch für alle Zeiten durchtrennt. Auf diese Weise hat er es fertig gebracht das Verhältnis zum Gemeinderat bis in seine eigene Partei hinein zu zerrütten. Ein Problem scheint dies für ihn nicht darzustellen, hält er sich doch so weit wie möglich vom Hauptorgan der Stadt fern – kein Stadtoberhaupt der Region fehlt so oft bei wichtigen Sitzungen wie er. Und auch das, was er selbst nach der letzten Oberbürgermeisterwahl als sein wichtigstes Ziel bezeichnet hat – die während des Wahlkampfes aufgerissenen Gräben wieder zuzuschütten – hat er nicht einmal im Ansatz versucht.

Wir bedauern das, denn eine Stadt mit so großen Problemen, wie Leimen sie hat, bräuchte gerade in dieser Situation einen OB und einen Gemeinderat, die vertrauensvoll zusammen arbeiten.

Sicher liegt es nicht an Wolfgang Ernst alleine, dass die Lage so ist, wie sie ist, aber wir denken, dass der OB an dieser Schaltstelle in der Stadt die beste Chance hat, etwas zu bewegen, statt sich zu verweigern.

Womit wir wieder bei der Frage wären: Was macht eigentlich…?

Ralf Frühwirt

 

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