
(jb – 1.3.13) Im Gegensatz zu anderen Grund- und Werkrealschulen in der Region blieb die Geschwister Scholl-Schule in St. Ilgen bisher von drastisch sinkenden Schülerzahlen verschont. Dies, obwohl nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung Eltern ihre Kinder oft auf eine weiter entfernte Realschule oder direkt aufs Gymnasium schicken, anstatt auf die wohnortnahe Werkrealschule.
Doch unabhängig davon gehen mittel- und langfristig die Schülerzahlen beim bisherigen gegliederten Schulsystem nach unten. Auch sind in keinem anderen Land Europas die Bildungschancen junger Menschen derart vom Gelbeutel ihrer Eltern abhängig wie bei uns. Die Gemeinschaftsschule soll dazu beitragen den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu entkoppeln: Eine leistungsstarke und zugleich sozial gerechte Schule, die sich am Leistungsprinzip und der Chancengleichheit orientiert.
Durch längeres gemeinsames Lernen und durch individuelle Lernformen will man der Unterschiedlichkeit der Schüler gerecht werden. Zu den wesentlichen Merkmalen gehört, dass Schüler alleine und in Gruppen lernen und Lehrer im Team arbeiten. Dazu kommen individuelle Lern- und Förderpläne sowie Praktika von Schülern in verschiedensten Lebensbereichen.
In Bammental – einer Nachbargemeinde Leimens – existiert bereits seit dem Schuljahr 2012/2013 eine Gemeinschaftsschule, deren Einzugsgebiet auch die Leimener Stadtteile Gauangelloch, Ochsenbach und Lingental umfasst. In Heidelberg kommen die Waldparkschule und die Geschwister-Scholl-Schule in Kirchheim hinzu.
Alle weiterführenden allgemein bildenden Schulen können sich zur Gemeinschaftsschule entwickeln. Voraussetzung ist ein Antrag des Schulträgers mit Zustimmung der Schulkonferenz. Der Antrag muss ein pädagogisches Konzept, das konsequent individuelles und kooperatives Lernen in den Mittelpunkt stellt, und eine Mindestschülerzahl enthalten. Außerdem müssen die baulichen Voraussetzungen der Schule gegeben sein.
Eine Gemeinschaftsschule ist in den Klassenstufen 5 -10 an mindestens drei oder vier Tagen pro Woche verpflichtende Ganztagsschule, auch die Schulverpflegung in Form eines warmen Mittagessens gehört dazu. Das alles ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben.
Während die Schulleitung ein pädagogisches Konzept erarbeiten muss, sind Stadtverwaltung und Gemeinderat gefordert, Haushaltsmittel für das bauliche Konzept – wie den Neubau einer Schulmensa – in den nächsten Haushaltsplan einzustellen.
Joachim Buchholz, www.dielinke-leimen.de




