Nußloch: Dürreschäden machen Holzeinschlag am Wieslocher Weg notwendig

Abbildung 1: Diese Bild aufgenommen vom Wieslocher Weg Richtung Westen zeigt die verschiedenen Aspeke: Die entstandene Freifläche mit der reichlich vorhandenen Buchenverjüngung im Vordergrund sowie im rechten Bildbereich eine sog. Habitatbaumgruppe (also Bäume, die für Naturschutzzwecke stehenbleiben, selbst wenn sie absterben)

(nu – 20.3.21) Der Nußlocher Gemeindewald ist durch die trocken-warmen Verhältnissen in den letzten Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Buche, die am häufigsten verbreitete Baumart, leidet in einem bisher unbekannten Ausmaß und stirbt an vielen Stellen ab. Dies bereitet dem Forstpersonal und anderen Naturliebhabenden große Sorgen.

Während zu Beginn die Absterbeerscheinungen nur auf den sehr trocknen Standorten zu sehen waren, beobachtete sie Förster Markus Reinhard im Herbst letzten Jahres auch in der Abteilung „13 Häldenbuckel“ westlich des Wieslocher Wegs auf einem sehr guten Lehmboden. „Dass auf einem so „fetten“ Boden die Buchen absterben, war bis vor Kurzem unvorstellbar. Hier sehen wir die Folgen des bereits eingesetzten Klimawandels, zeigt sich Forstbezirksleiter Philipp Schweigler bestürzt.

Kein Trost, aber ein positiver Aspekt ist folgender: Durch die Pflege der vergangenen Jahrzehnte kam genügend Licht an den Boden, so dass die nachfolgenden Waldgeneration bereits jetzt in den Startlöchern steht; es sind zwar ganz überwiegend Buchen, doch besteht die Hoffnung, dass sie sich durch physiologische Anpassung (geringere Baumhöhe) oder genetischer Disposition besser mit dem zukünftigen Klima zurechtkommen als ihre Elterngeneration. Entscheiden ist, dass die wenigen Mischbaumarten von den Waldarbeitern gegen die stark wachsende Buchenverjüngung gefördert werden.

Nach Vorstellung und Besprechung am Waldbegang entschlossen sich die Förster, die absterbenden Buchen einzuschlagen. Förster Markus Reinhard erklärt warum: „Von den absterbenden Buchen ist keine positive Wirkung auf den nachfolgenden Bestand zu erwarten. Da tote Buchen sehr schnell zerfallen, stünden hier in kurzer Zeit nur noch wenige Baumgerippe. Bis dahin wäre der Bestand wegen der Gefahr durch das Totholz nicht bewirtschaftbar, und die wichtigen Maßnahmen zur Pflege und Förderung der Mischbaumarten blieben auf der Strecke“. Bei der Maßnahme wurden nur absterbende Buchen gefällt.

Durch den Einschlag jetzt konnte ein Großteil des Holzes noch an ein regionales Sägewerk vermarktet werden. Mit zwei positiven Aspekten: Speicherung des im Holz gebundenen CO2 in langlebigen Holzprodukten wie Möbel oder Treppen sowie ein Erlös, der dringend gebraucht wird um In Pflege und Anpflanzungen zur Stabilisierung der Wälder zu investieren.

Und was ist mit dem Naturschutz? Ja es gibt viele Arten, die auf absterbende und tote Bäume angewiesen sind. Damit es diesen im Nußlocher Wald weiterhin gut geht, lassen die Förster verteilt über den Nußlocher Wald Alt und Totholzelemente stehen – teils als kleine Bestände (sog. Waldrefugien) teils als kleine Baumgruppen (Habitatbäume). 

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