Nußlocher Monstranz erstrahlt im neuen Glanz dank Leimener Juwelier William Can

(kath – 22.7.22) Pfarrer Arul Lourdu und Mesner Peter Fehringer sind sich einig: Es war eine gute Entscheidung, die alte Monstranz restaurieren zu lassen. Eine Monstranz dient dem Zeigen des Allerheiligsten zur Anbetung und Verehrung in Andachten und Prozessionen, ebenso für den eucharistischen Segen.

Am Patronatsfest, am Sonntag, dem 24.07.2022, wurde sie in ihrer neuen Pracht erstmalig der Pfarrgemeinde von Pfarrer Arul Lourdu vorgestellt und diente zugleich für den eucharistischen Segen. Zukünftig wird die Monstranz des Öfteren ihren Einsatz bekommen.

Ein kleiner Exkurs zum geschichtlichen Hintergrund dieser Monstranz und zu ihrer Beschaffenheit:

Die Monstranz vor der Instandsetzung

Im Jahr 1899 spendeten die Eheleute Johann und Amalie Trotter geb. Bohner die Monstranz an die Pfarrgemeinde. Die Spender sind die Urgroßeltern von Franz Trotter aus Nußloch, der das Bestattungsinstitut Trotter in Nußloch führt. Mittlerweile ein Familienunternehmen in der 4. Generation.

Beim genaueren Hinschauen ist am Fuße der Monstranz eine Inschrift zu lesen: „Gestiftet zur Ehre Gottes im Februar 1899 von Johann J. Trotter von Nußloch und dessen Ehefrau Amalie Trotter geb. Bohner von Daxlanden“

Die Monstranz besteht durchgehend aus dem Material Messing. Einzelne Teile sind versilbert und die bunten Schmucksteine sind aus Glas. Ihre Maße: Höhe 80 cm und Breite 40 cm. Sie weist ein Gewicht von ca.5 kg auf.

Juwelier und Goldschmied William Can erkannte bei der Instandsetzung sofort, dass es sich tatsächlich um ein altes liturgisches Schmuckstück handelt. Er bestätigte die Einzigartigkeit dieser Monstranz. So eine Anfertigung wäre heute kaum noch zu bezahlen.

Während den Vorkehrungen zu einer Kirchenführung für die Erstkommunion-Vorbereitung 2022 wurde die etwas in Vergessenheit geratene Monstranz entdeckt. Die große prachtvolle Monstranz kam in einem Schrank in der Sakristei von der St. Laurentius Kirche zum Vorschein. Leider ist nicht bekannt und im Moment auch nicht nachvollziehbar, wann diese wiederentdeckte Monstranz das letzte Mal ihren Einsatz hatte. Vermutungen gehen davon aus, dass sie seit ca.40-50 Jahre nicht mehr benutzt wurde.

Pfarrer Arul Lourdu war von diesem liturgischen Gegenstand so angetan, dass er sich das Ziel setzte, diesen wieder in seinem Glanz erstrahlen zu lassen. Denn der Zustand war schlecht und eine Nutzung war so nicht möglich. Für die Abschätzung der Kosten wurde ein Kostenvoranschlag eingeholt, um sich eine Vorstellung verschaffen zu können, was dieser Aufwand kosten würde. Der Restaurierungsbetrag belief sich auf ca. € 5.000.- 

Pfarrer Arul Lourdu gab sich jedoch aufgrund dieser doch unerwarteten Kostenhöhe nicht geschlagen und nahm die Restaurierung als Themenpunkt in eine Stiftungsratssitzung mit auf. Der Beschluss des Stiftungsrats lautete nach eingehender Besprechung, dass 2/3 von der Kirchengemeinde übernommen und 1/3 durch Spendengelder beglichen werden sollen.

Aufgrund dieser Entscheidung stellte Pfarrer Arul Lourdu die Monstranz in einem Gottesdienst für die Erstkommunionkinder in Nußloch, mit ihrer Geschichte und den Absichten, den Gottesdienst-Teilnehmenden vor. Nach diesem Gottesdienst meldete sich William Can aus Leimen. Mit dem Hinweis, dass er Inhaber eines Juweliergeschäfts und Goldschmied sei. Sein Enkelkind war unter den Erstkommunionkindern von Nußloch und er hätte den Aufruf von Pfarrer Arul Lourdu gehört. Sofort erklärte er sich bereit, diese aufwendige Arbeit zu übernehmen.

Die Monstranz wurde nun vom Juwelier und Goldschmied William Can in Leimen instand gesetzt. Viele Arbeitsstunden musste William Can in die Monstranz investieren. Sie war laut seinen Aussagen in einem sehr desolaten Zustand. Es machte ihm jedoch sehr viel Freude, das liturgische Schmuckstück in alle Einzelteile auseinanderzubauen, neu auszurichten, zu reinigen und zu polieren. Das Zusammenbauen war für ihn eine Herausforderung. Unter anderem musste er Drähte erneuern.

Mittlerweile sieht die Monstranz nach der „Wiederbelebung“ beinahe aus wie neu. Ab sofort kann sie wieder mit voller Stolz ihrem Zweck entsprechend genutzt werden. Denn für den Schrank ist dieses Einzelstück zu schade. Was in dieser Sache besonders hervorzuheben ist und eine separate Erwähnung erfordert, ist die Arbeit von Juwelier und Goldschmied William Can. Für all seine Zeit und für seinen Aufwand möchte er keinen einzigen Cent dafür haben. Er spendete die komplette Restaurierung der Kirchengemeinde.

Aussage von William Can: „Für die Kirche würde er diese Sache jederzeit wieder tun.“


  • Text: Pfarrbüro Nußloch/Pfarrbüro Leimen
  • Bildquellen: Fa. Albrecht und Pfarrbüro Leimen
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