Öl und Gas knapp und teuer: Interesse an Brennholz steigt sprunghaft

(rnk – 9.8.22) Der Krieg Russlands gegen die Ukraine lässt die Preise in allen Bereichen steigen. Besonders betroffen sind die fossilen Energieträger: die Preise für Gas und Öl sind derzeit auf Rekordniveau. Dazu kommt die allgemeine Verunsicherung, wie viel Gas im Winter überhaupt noch zum Heizen verfügbar sein wird. In dieser Situation suchen viele Menschen nach einer günstigeren und verlässlichen Alternative.

Michael Herwig, Leiter der Holzverkaufsstelle des Rhein-Neckar-Kreises, bestätigt diesen Trend: „Die Zahl der Anfragen ist seit Beginn der Energiekrise sprunghaft angestiegen. Wir hatten noch nie so ein großes Interesse an Brennholz wie zurzeit.“

Einfach auf Brennholz ausweichen? Auch hier gibt es Grenzen

Brennholz-Polder in der Schwetzinger Hardt

Die große Nachfrage trifft auf einen durch Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer geschädigten Wald. In vielen Forstbetrieben im Rhein-Neckar-Kreis konzentrierte sich der Einschlag von Bäumen in den letzten Jahren auf geschädigte Waldbereiche. Försterinnen und Förster bezeichnen die Ernte von kranken Bäumen als Zwangsnutzung, da in vielen Fällen nur die Entscheidung zum sofortigen Einschlag bleibt.

Das bei solchen Zwangsnutzungen anfallende Holz ist jedoch nur bedingt als Brennholz nutzbar, da es schnell von Pilzen befallen wird oder sehr brüchig ist. Oberstes Gebot bei der Waldbewirtschaftung ist stets die Beachtung der Nachhaltigkeit: Es darf nicht mehr Holz geerntet werden als nachwächst. Um den Wald bei all den Schädigungen nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, wurde der Einschlag von gesunden Bäumen in vielen Wäldern verringert. So steht die riesige Brennholznachfrage einem reduzierten Angebot gegenüber.

Damit dennoch alle Bürgerinnen und Bürger eine Chance haben, ihren Bedarf an Brennholz zu decken, wird die Abgabemenge auf 15 Festmeter (Kubikmeter) pro Haushalt begrenzt. „Wir möchten mit diesem Schritt einer ungerechten Verteilung vorbeugen“, erklärt Michael Herwig die neue Regelung.

Außerdem werden die Bezugspreise erhöht. Die neuen Preise für Brennholz im Rhein-Neckar-Kreis belaufen sich im Sortiment Buche mit Anteilen an Ahorn, Hainbuche und Esche auf 80 Euro pro Festmeter inklusive Mehrwertsteuer. Eichenholz wird etwas günstiger abgegeben. Weichlaubholz und Nadelholz werden jeweils für 50 und 55 Euro pro Festmeter inklusive Mehrwertsteuer vermarktet. Die Preise beziehen sich auf bereits gefällte und aufgearbeitete Bäume, die als Stammabschnitte an einer Forststraße gepoltert sind.

Mit den höheren Preisen sollen die gestiegenen Kosten für die Ernte des Holzes ausgeglichen werden. Kundinnen und Kunden werden außerdem gebeten, sich auch auf andere Holzarten einzulassen, da Buchenholz in der kommenden Saison begrenzt sein wird. Beispielsweise bieten Ahorn, Hainbuche, Esche und Eiche ähnliche Brennwerte wie Buchenholz.

Brennholz kann weiterhin über die örtliche Revierleitung bestellt werden. Die Zuständigkeiten können über die Homepage Rhein-Neckar-Kreises unter www.rhein-neckar-kreis.de/kreisforstamt eingesehen werden. Dort finden sich auch weitere Informationen rund um den Brennholzverkauf.

Was kann man tun, um Brennholz zu sparen?

Holz sollte ausschließlich in trockenem Zustand verbrannt werden, sonst kann der Wirkungsgrad bei der Verbrennung stark verringert sein. Bei feuchtem Holz ist deutlich mehr Energie notwendig, um das noch enthaltene Wasser zu Verdampfen, zudem findet nur eine unvollständige Verbrennung statt. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die Luftqualität der Umgebung: Feinstaubbelastung und Kohlendioxidkonzentration steigen. Je nach Holzart dauert das Trocknen 1 bis 3 Jahre. Nadelholz hat dabei eine deutlich kürzere Trocknungsdauer als Laubholz.

Um Brennholz richtig zu trocknen, ist es wichtig, es möglichst locker zu stapeln oder beispielsweise in eine Gitterbox zu schütten, sodass eine gute Luftdurchlässigkeit gegeben ist. Ein Holzstapel sollte auf keinen Fall Kontakt zum Boden haben, da sonst das Holz durch die Bodenfeuchte nicht vollständig durchtrocknet und faulen kann. Im Sommer sollte der Stapel am besten komplett ohne Plane gelagert werden. So kann die feuchte Luft optimal abtransportiert werden.

Im Herbst und Winter ist es sinnvoll, einen Nässeschutz aufzubringen. Hierbei sollte auf Plastikplanen verzichtet werden, da sich darunter die feuchte Luft stauen kann und Schimmelgefahr droht. Oft sind diese auch nicht dauerhaft wetterbeständig und zerfallen mit der Zeit. Eine gute Alternative hierfür ist ein Wellblechdach. Trockenes Holz lässt sich gut an sichtbaren Rissen und an der meist leicht abschälbaren Rinde erkennen. Wenn man sichergehen möchte, ob das Holz ausreichend trocken ist, gibt es im Handel Holzfeuchtemessgeräte, mit denen die Restfeuchte im Holz gemessen werden kann. Diese sollte 18 Prozent oder weniger betragen, um einen optimalen Wirkungsgrad bei der Verbrennung zu erzielen.

Zum Holzsparen trägt auch eine zeitgemäße technische Ausstattung des Ofens bei. Öfen mit einer automatisch gesteuerten Luftzufuhr stellen sicher, dass das Feuer zu jeder Zeit optimal mit Sauerstoff versorgt ist, und das Holz möglichst vollständig und effizient verbrennt.

Um holzsparend zu heizen, sind Kaminöfen, welche die Hitze des Feuers speichern können und diese auch abgeben, wenn das Feuer erloschen ist, besonders gut geeignet. Klassische Kachelöfen oder Grundöfen sowie Öfen mit Wasserführung haben einen doppelt so hohen Wirkungsgrad wie reine Kaminöfen. Denn diese leiten die Rauchgase und damit einen Großteil der Wärme direkt in den Kamin und damit aus dem Haus, informiert das Kreisforstamt.

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