OS-Theater des Gymnasiums spielte „Die Welle“ beängstigend gut

(jw – 3.7.26) Eine besondere Theateraufführung erlebten die Besucherinnen und Besucher im Juni 2026 an drei Abenden in der Aula des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Sandhausen. Die Oberstufentheater-AG brachte „Die Welle“ auf die Bühne und zeigte eindrucksvoll, wie schnell Gruppendynamiken entstehen können und warum kritisches Denken unverzichtbar ist.

Die Nachwuchsmimen überzeugten durch ein konzentriertes Spiel und machten deutlich, dass die Themen des Stücks – Macht, Anpassung, Gemeinschaft, aber auch Widerstand dagegen – nichts an Aktualität verloren haben.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Frage, warum Menschen bereit sind, sich einer Gruppe anzuschließen und Regeln zu akzeptieren, die sie allein ablehnen würden. Die Theatergruppe zeigte eindringlich, wie aus einem zunächst harmlosen Experiment eine Bewegung entstehen kann, die zunehmend von Ausgrenzung und Druck geprägt wird. Besonders gelungen war die Darstellung der Veränderungen innerhalb der Klassengemeinschaft: Freundschaften geraten ins Wanken, Zweifel werden verdrängt und einzelne Stimmen drohen, nicht mehr gehört zu werden.

Die Inszenierung lebte dabei nicht nur von den schauspielerischen Leistungen, sondern auch von der Gestaltung der Bühne, der passenden Lichtstimmung und der sorgfältig ausgewählten musikalischen Begleitung. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bewiesen dabei viel Mut, sich mit diesem anspruchsvollen und gesellschaftlich wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

Stellvertretend für alle Darstellenden seien Hannah Hogan und Anne Weiß genannt: Hannah spielt den Lehrer, dessen Experiment außer Kontrolle gerät, und Anne den Außenseiter, der durch die „Welle“ zu neuem Selbstvertrauen gelangt und besonders rigoros die Regeln der Gruppe anwendet.

Beiden gehörten die letzten Szenen des Stückes: Zuerst hält der Lehrer einen flammenden Appell für Mitmenschlichkeit, Selbstkritik und die Ablehnung von Extremismus, um das außer Kontrolle geratene Experiment zu beenden. – Und trotz dieses grandiosen Mahnrufes bleibt doch das finale Schlusswort beim Außenseiter, der sich nicht mehr bekehren lassen möchte, weiter an der „Welle“ festhält und das Stück mit den beklemmenden Worten beendet: „Wer nicht für die Welle ist, ist gegen sie.“ – Wahrhaft beängstigend gut gespielt!

Die Aufführung war damit weit mehr als ein gewöhnlicher Schulabend. Sie verband kulturelles Engagement mit gesellschaftlicher Bildung und zeigte, welchen Beitrag Schultheater leisten kann.

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