Spix-Ara-Nester mit Jungen verzögern Renovierung im alten Leimener Rathaus

Das Alte Rathaus – Dauerhaft neue Heimstatt der ausgestorbenen Spix-Aras?

(fwu – 1.4.20 – Aprilscherz) Das Leimener Palais Seligmann, besser bekannt als „altes Rathaus“ wird  seit Herbst 2018 saniert. In dem zwischen 1794 und 1802 errichteten klassizistischen Gebäude, das der politischen Gemeinde Leimen seit 1841 als Rathaus dient, muss dringend die gesamte elektrische Anlage, die teilweise noch aus der Kaiserzeit stammt, saniert werden. Hinzu kommen Vorgaben des Brandschutzes, die sanitären Anlagen, Wände und Bodenbeläge. Insgesamt kosten diese Baumaßnahmen an dem historischen Gebäude rund 1,3 Mio. €. Die Baumaßnahmen, waren ursprünglich auf etwa 18 Monate veranschlagt worden. Parallel läuft auch die Renovierung des Spiegelsaals bei dem die Konservierung und Restaurierung empfindlicher Textilmalereien immens wichtig ist, da Schäden ein ganzes künstlerisch ausgefeiltes Raumprogramm dieses bemerkenswerten Baus zerstören würden. 

Diese komplexe Sanierungs-, Renovierungs- und Restaurierungsmaschine kam zu einem abrupten Ende, als am letzten Freitag ein lautes „Stop“ den Bauarbeitern entgegenschallte. Einer von mehreren Dutzend im Dachstuhl hausenden Papageien – offensichtlich der deutschen Sprache zumindest zum Teil mächtig – rief dieses Zauberwort aus und zeigte aufgeregt auf einige dort angelegte Nester, in denen frisch geschlüpften Küken lautstark nach Atzung schrien. 

Brustbild des redegewandten Spix-Aras (Name unbekannt)

Eine sofort von Oberbürgermeister Hans Reinwald in Auftrag gegebene Bestimmung der Papageienart erwies sich dann als nahezu mächenhaftes Wunder. Der zu Hilfe gerufene Heidelberger Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann konnte den Bestimmungsbefund selbst kaum glauben, aber es handelte sich bei den im alten Rathause brütenden Papageien um den ausgestorben geglaubten Spix-Ara (Cyanopsitta spixii). Laut Wikipedia ist dies eine Vogelart aus der monotypischen Gattung Cyanopsitta innerhalb der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Er war endemisch in Brasilien, mittlerweile ist der Spix-Ara jedoch in freier Wildbahn ausgestorben. Benannt wurde er nach seinem Erfinder Johann Baptist von Spix.

War dies die heimliche Heimat der überlebenden Exemplare in den letzten Jahrzehnten?

Wie diese Spezies überleben konnte ist noch völlig unklar und Gegenstand der aktuellen Forschung. Vermutlich konnten sie bis zum Abriss des gegenüber dem Rathaus liegenden Gebäudes Rathausstraße 2 dort im Geheimen nisten und überleben.

Tatsache ist jedoch, das sich die Arbeiten Rathaus wohl bis zum Auszug der Spix-Ara-Jugend verzögern werden. Lt. Dr. Wünnemann sind Spix-Aras allerdings standorttreu, so dass auch ein dauerhafter Verbleib im alten Rathaus möglich ist. Es bleibt also spannend.

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