Sportplatz- „Bügerbegehren“ mutiert zur „Wünsch-Dir-Was“-Komödie

Baumfällung St. Ilgener Straße am 9. Februar 2012

Am Montag findet in der Albert-Steinmann-Halle (Halle des Radsportvereins) am Weidweg eine Bürgerversammlung zum Thema „Alter Sportplatz“ statt. Was die von Dieter Sattler betriebene „Bürgerinitiative“ schlußendlich aber eigentlich will, ist offensichtlich umstritten. Während der den Unterschriftenlisten zugrunde liegende Forderungskatalog noch einen keine Bebauung des Sportplatzes, den Erhalt der Bäume und einen „Park“ forderte, forderte Initiator Sattler in seinem Brief an den damaligen 1. Bürgermeister Bruno Sauerzapf vom 1. Februar nun eine „überraschend einfache Lösung“:

Zitat: “ … wenn die Stadt den Alten Sportplatz behält und einen Kunstrasenbelag darauf aufbringt. Auf dem großen Areal von 11.700 m² kann man sicher den Teil entlang der Bürgermeister-Weidemaier-Straße mit Spielgeräten für Jung und Alt ausstatten. ….  Man kann mit seinen Kindern oder Enkeln auf dem Kunstrasen Fußball spielen. Und ein findiger Übungsleiter wird beim Training die Spielgeräte mitbenutzen.“

Nicht nur, daß Sattler mit diesem Vorschlag das echte Leben mit einem „Wunschkonzert“ verwechselt, mit dieser Forderung distanziert er sich von dem durch die Unterschriften Geforderten. Keine Rede mehr von einem „Park“. Stattdessen nun ein allgemeiner „Vergnügungspark“ mit Spielgeräten, massivem regulärem Spielbetrieb und zusätzlicher Nutzung des Kunstrasenplatzes als Bolzplatz für Jedermann. Gegenstand der ursprünglichen Initiative ist DAS jedenfalls nicht.

Eine Vielzahl von Bürgern, die sich in die Unterschriftenlisten mit eintrugen, hat sich inzwischen  per Fragekatalog auf der VfB-Homepage von den erhobenen Forderungen wieder distanziert. Sie seien mit vereinfachten Suggestivfragen zur Unterschrift bewogen worden und sich der tatsächlichen Tragweite des „Bürgerbegehrens“ nicht bewußt gewesen. Sie seien mit Fragen wie „Willst Du Hochhäuser oder einen Park?“ oder „Willst Du, daß die Bäume erhalten werden?“ zur Unterschrift verleitet worden.

Inzwischen scheint sich die Meinung zu verfestigen, daß es dem Initiator ausschließlich darum geht, eine Baustelle direkt vor seiner Haustür zu verhindern. Der Schutz der Bäume – mit dem alles anfing – scheint inzwischen in den Hintergrund zu  treten. An anderer Stelle werden im Stadtgebiet immer immer wieder alte, starke und gesunde Bäume gefällt, ohne daß dies auch nur den kleinsten Protest auslöst, so z. B. gestern auf der St. Ilgener Straße, Höhe E-Center oder vor zwei Wochen St. Ilgener Straße, Ecke Falltorweg.

Auf der Homepage des VfB (oder <hier>) werden die neuesten „Sattler-Forderung“ durch Fragen und Hinweisen auf gesetzliche Vorschriften auf den Boden der Tatsachen gebracht. Bis Montag dürften vielen weiteren, ehemaligen „Unterstützern“ der Initiative so die  Augen für die Realität geöffnet worden sein. Die Versammlung dürfte spannend also werden.

 

 

 

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13 Kommentare für “Sportplatz- „Bügerbegehren“ mutiert zur „Wünsch-Dir-Was“-Komödie”

  1. Willi Stratzer

    ENDLICH redet hier mal einer Klartext!! Genau das steckt dahinter: Herr S. will keine Bebauung in seiner Nachbarschaft. Und er hat die Leute verarscht, für seine persönlichen Ziele missbraucht, mit genau den erwähnten Verallgemeinerungen: Hochhäuser oder Park. Sogar die Ängste der Menschen hat er geschürt: mit „Fasanerie II“ hat er gedroht….. Pfui, Herr Ober-Lehrer!

  2. Captain N

    @ Willi Stratzer:

    Sie glauben doch nicht wirklich, dass auf das Gelände nur eine handvoll Einfamilien- oder Reihenhäuser gebaut werden.
    Wenn ich mir so die Bebauung in der direkten Nachbarschaft (Bgm.-Weidemaier-Str. und Weidweg) anschaue, anschaue, gehe ich mal davon aus, dass da schon ein paar „Blöcke“ hingesetzt werden.
    „Fasanerie II“ ist vielleicht übertrieben, aber in die Richtung könnte es schon gehen…

    • admin

      Nun – der/die bisher nicht veröffentlichen Entwurf/Entwürfe für die Bebauung (im Gemeinderat längst bekannt und akzeptiert) werden am Montag der Öffentlichkeit wohl vorgestellt. Und da unsere Gemeinderäte vernünftige Leute sind, gibt es dann bezüglich der befürchteten „Blöcke“ mit Sicherheit Entwarnung. Möglicherweise hätte man auch bereits frühzeitig die Befürchtungen bezüglich „Ghettobebauung“ durch aktivere Öffentlichkeitsarbeit zerstreuen können, dann hätten sich diese Gerüchte garnicht erst verfestigt. Andererseits hätte man sich, bevor man einen so großen Ballon („Bügerbegehren!“) aufbläst, bezüglich der Art der geplanten Bebauung informieren können – wenn es denn nicht um eine grundsätzliche Ablehnung jeder Bebauung gegangen wäre …

    • Simon Steiger

      Nun ja, wenn man die neuen Nachbarn mit der Einstellung, diese stellen eine „zweite Fasanerie“ dar (wobei die Fasanerie, ähnlich wie der Emmertsgrund, viel schlechter gemacht wird, als sie tatsächlich ist!), empfängt und sie ausgrenzt anstatt zu integrieren und die anscheinend vorhandene Energie in gemeinsame Nachbarschaftsprojekte zu investieren, muss man sich dann darüber wundern, dass diese „Leute“ unter sich bleiben und nicht unbedingt den Erwartungen der etablierten Bevölkerung entsprechen?
      Außerdem: auf der einen Seite wird immer wieder günstiger Wohnraum für junge Familien gefordert, aber wenn in der eigenen Nachbarschaft gebaut wird, sollen es am besten ausschließlich freistehende Einfamilienhäuser für wohlhabende Akademiker sein. Man will ja schließlich unter sich bleiben…

  3. Rainer

    Wurden die Leute eigentlich gezwungen zu unterschreiben?
    Meine Befürchtung in diesem Fall ist: Der VfB und die Stadt Leimen zusammen, dass kann nicht gut gehen! Wir sprechen mal in 3 Jahren nochmal.

    • admin

      Nun, gezwungen wurde niemand, aber aus irrigen Gründen haben scheinbar viele unterschrieben, die es jetzt reut. Heute Abend werde wir da bestimmt mehr hören!

  4. Willi Herb

    Lieber Admin,

    als Leimener Bürger besuche ich häufig Ihre Internetpräsenz, sie ist wirklich sehr informativ. Vielleicht ein bisschen überladen aber ansonsten sehr gut gemacht! Sie haben auch immer die Themen sehr sachlich kommentiert. Nun, jedem seine Meinung aber gerade Sie sollten in Sinne ihrer Internetpräsenz, nicht so sehr Stellung nehmen. Sie agieren als Journalist und haben daher eher unparteiisch zu handeln. Man könnte meinen Sie wären Mitglied im VfB Leimen?! Was soll diese Stimmungsmache?

    Mit freundlichen Grüßen
    W. Herb / Leimen

    • admin

      Lieber Herr Herb,
      nachdem andere Journalisten bereits mehrfach sehr tendentiös und m.E.n. irreführend berichteten (und die Stadt sich sogar zu einer Stellungnahme veranlaßt sah), habe ich mir (mal wieder) die Freiheit genommen, das, was die Spatzen von den Dächern pfeifen, im Konditional wiederzugeben. Wobei ich selbst auch „Betroffener“ war und an der Haustür von einer weiblichen Unterschriftsammlerin mit irreführender Argumentation zu einer Unterschrift bewegt werden sollte.
      Nachdem zum Thema also bereits tüchtig Stimmung gemacht wurde (z. B. via und in der RNZ und per Flugblatt) muß nicht ausgerechnet der „Leimen-BLOG“ die journalistische Sittlichkeit in Person darstellen.
      Trotzdem herzlichen Dank für Ihre Kritik!
      Beste Grüße zurück
      Fritz Uthe
      PS: Der Ausgewogenheit und Unparteilichkeit zu liebe wurden auf Leimen-Lokal übrigens auch die Argumente des Bürgerbegehrens veröffentlicht
      PS2: Ich bin nicht Mitglied im VfB 😉

  5. Captain N

    Hm… Das verstehe ich nicht.
    Ich habe auch unterschrieben. Auf dem mir vorgelegten DIN A4-Blatt standen die Forderungen ganz eindeutig drauf. Es stand imo auch drauf, wie das durch die Stadt gegenfinanziert wurde bzw. die Berechnung, dass der Stadt dadurch kein Schaden entsteht.
    Lesen sich die Leute nicht durch, was sie unterschreiben?

    • admin

      Es scheint wohl so, daß viele das nicht vollständig gelesen haben und „nur Bäume retten“ wollten. Zumindest gibt es ganze Reihe entsprechender Aussagen. Das spricht zwar nicht für „mündige“ Bürger, entspricht aber der Realität.
      Nicht umsonst sind solch schwierige Fragen vom Gemeinderat (nach Vorarbeit der Verwaltung und Vorbereitung in den zuständigen Ausschüssen) zu entscheiden, der sich mit dem Thema profund und ausführlich beschäftigt.

  6. Willi Stratzer

    ES GEHT ÜBERHAUPT NICHT DARUM, ob viele nicht richtig gelesen haben oder nicht!!!! Es geht darum, wie die Menschen in dieser Stadt angesprochen wurden: Hochhäuser oder Erhalt der alten Bäume!!!!! Wer spricht sich da gegen die alten Bäume aus? So wurden viele Leimener verarscht die, in Kenntnis aller Fakten, ganz sicher so nicht unterschrieben hätten. Das macht mich wütend, wer Menschen täuscht, ja sogar verarscht, den Gemeinderäten Dummheit und dem damaligen 1. Bürgermeister sogar Betrug unterstellt, der sollte Leimen auf dem schnellsten Weg verlassen!!!! Leider kann ich aus beruflichen Gründen nicht bei der Bürgerversammlung sein, ich hoffe, die Wahrheit siegt!!!!!!!

    • Captain N

      Wenn mich auf der Straße jemand anspricht und sagt, er schenkt mir ein Auto, ich müsse nur unterschreiben, lese ich mir das Formular dennoch durch und verlasse mich nicht auf die Aussage. Anscheinend gibt es in Leimen wohl mehr leichtgläubige Bürger als gedacht. Ich glaube, ich sollte in Leimen mal Kaffeefahrten organisieren. Dürfte ja leicht verdientes Geld sein 😉

      • admin

        DAS haben andere offensichtlich bereits vor Ihnen auch bemerkt und auch genutzt.

Kommentare sind geschlossen

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