Straßenschildzusatz: Wilhelm Haug –
Direktor des Zementwerkes, Ehrenbürger Leimens

Viele Straßen in Leimen sind nach berühmten oder wichtigen Personen benannt, deren Wirken und Bedeutung in vielen Fällen jedoch nicht der Allgemeinheit geläufig ist. Wer z. B. war war denn bitte Fanny Lewald? Siehe Wikipedia: „Fanny Lewald (* 24. März 1811 in Königsberg, Preußen, als Fanny Marcus; † 5. August 1889 in Dresden) war eine deutsche Schriftstellerin.“

4866 - Frauenspaziergang 3 - Bertha-BenzUm dem interessierten Passanten einen Hinweis auf die Bedeutung der namensgebenden Person zu geben, bieten sich kleine Zusatzschilder an, auf denen sehr kurz einige wichtige Fakten angegeben werden. Eine gute Idee, doch diese Zusatzschilder kosten leider Geld (90,- €). Daher hatte die Stadtverwaltung Anfang März die Bevölkerung dazu aufgerufen, solche Zusatzschilder zu spenden. Was zunächst im Kontext des Frauenspazierganges 2015 mit weiblichen Namensgeberinnen von Straßen begann, konnte jetzt dank einer weiteren Spende auch bei einer nach einem Mann benannten Straße erfolgen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Donnerstag wurde die Wilhelm-Haug-Straße mit einem entsprechenden Zusatzschild ausgerüstet, das folgende Informationen enthält: „Direktor des Zementwerkes, Ehrenbürger, *1889  †1949“. Da der Eintrag Wilhelm Haug (noch) in die Wikipedia fehlt, hier einige weitere Informationen zur Person:

Die Wilhelm Haug Straße im Westen Leimens wurde nach dem ehemaligen Zementwerkdirektor Wilhelm Haug (1889 – 1949) benannt. Er wurde am 8. August 1950 posthum zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Im Stadtarchiv Leimen gibt es nur zwei Hinweise in Form von Zeitungsartikeln auf sein Wirken, die in Form von Trauerberichten anläßlich seines Todes am 12.8.1949 erschienen. Haug war Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister.

Die Siedler der Siedlung Pfaffengrund schrieben in ihrer Todesanzeige:

4885 - Wilhelm Haug - Zeitungsartikel  1949 08 12Siedlervater Wilhelm Haug +
Wilhelm Haug ist tot. Mit tiefer Erschütterung haben wir Siedler des Hilfswerks der evangelischen Kirchen in unserer Siedlung Pfaffengrund am Ende eines frohen Sonntages diese Nachricht vernommen. Was war uns Wilhelm Haug? Ein väterlicher Freund, ein allzeit hilfsbereiter Berater und ein Mensch, zu dem wir vom ersten Augenblick an Vertrauen hatten. Er machte uns im Mai 1947 Mut, als wir Flüchtlinge und Ausgebombten uns im Pfaffengrund wieder eine Heimat schaffen wollten – nicht mit freundlichen Worten – die hatten wir schon oft gehört – sondern mit praktischer Tat: wir durften uns in dem von ihm geleiteten Zementwerk Leimen selbst Hohlblocksteine herstellen und brauchten nach der Zementbeschaffung nicht zu fragen. So half er uns zwei Jahre lang und auch dann noch, als ihm wegen dieser Hilfsbereitschaft Kummer nicht erspart blieb – bis in die letzte Zeit.

Unsere Siedlungshäuser sind für ihn ein steinernes Denkmal. Ein schöneres wollen wir ihm in unseren Herzen errichten und in den Herzen unserer Kinder, die wissen sollen, daß Wilhelm Hauck in wahrhaft christlichem Geiste geholfen hat, 65 Familien wieder eine Heimat zu schaffen.

Für die Siedler der Siedlung Pfaffengrund des Hilfswerks der evangelischen Kirchen:  Hans Milie, Ernst Faßbinder, Albert Heel, Richard Sause

4885 - Wilhelm Haug - Zeitungsartikel 1Weitere Spenden willkommen

Die Straßenschild-Aktion der Stadt läuft natürlich weiter und wer möchte, kann (s)eine Straße quasi ein bißchen adoptieren und ein Zusatzschild spenden. Dazu melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 704-219 bei Bürgermeisterin Claudia Felden, die die Aktion koordiniert.

 

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