SVS: Fanmarsch zum letzten Heimspiel – Fans feierten Mannschaft trotz Niederlage

3676 - SVS Fanmarsch 4Der Klassenerhalt war bereits vor dem letzten Heimspiel des SV Sandhausen gegen den FC Ingolstadt gesichert und somit das Saisonziel erreicht. Um das zu feiern, wurde ein Fanmarsch durch Sandhausen zum Hardtwaldstadion durchgeführt, an dem mehrere Fangruppen teilnahmen. Vor Spielbeginn verabschiedten Verein und Fans im Stadion verdiente Spieler, die den Verein zum Saisonende verlassen. Insgesamt vier Spieler wurden von Geschäftsführer Otmar Schork und Teammanager Regis Dorn verabschiedet. Björn Kluft, ausgeliehen von Eintracht Braunschweig, kehrt zu den Niedersachsen zurück, während Nico Klotz und David Ulm keine neuen Vertragsangebote erhielten. Der Dienstälteste SV-Akteur, Julian Schauerte wechselt nach fünf Jahren Hardtwald zu Fortuna Düsseldorf. Auch die Fans hatten ein Erinnerungsgeschenk parat für den beliebten Sauerländer.

Der Verein plant natürlich bereits für die nächste Zweitliga-Saison und verstärkt sich personall weiter. Aziz Bouhaddouz soll die Torflaute beheben, er wechselt aus Leverkusen zum SVS

3676 - SVS Fanmarsch 11(sim). Nach der Vertragsverlängerung mit Nicky Adler hat der SV Sandhausen für die Offensive in der neuen Zweitligasaison mit Aziz Bouhaddouz den ersten Neuzugang verpflichtet. Der 27-jährige Deutsch-Marokkaner hat für zwei Jahre bis 30.Juni 2016 am Hardtwald unterschrieben. Der flexible Stürmer ist in Deutschland aufgewachsen und hat im Juniorenbereich des FSV Frankfurt zunächst gespielt. Vom FSV Frankfurt wechselte er zum SV Wehen Wiesbaden in Liga drei und danach zu Viktoria Köln und Bayer 04 Leverkusen II, die beide in der Regionalliga West zu Hause sind. In der laufenden Saison markierte er in 25 Punktespielen nicht weniger als 21 Treffer. „Ich bin beidfüßig und habe mich auch in der Luft bislang behaupten können“, sagt der 1,88 große Mittelstürmer von sich selbst. Zudem freut er sich, dass er die Chance beim SV Sandhausen bekommen hat, sich im Profibereich zu etablieren. Wie Geschäftsführer Otmar Schork verriet, „haben wir uns schon seit drei Jahren bemüht, Aziz zu verpflichten“. Alois Schwartz ergänzt: „Durch die längere Verletzungspause von Ranisav Jovanovic mussten wir auf dieser Position unbedingt handeln und mit Aziz konnten wir einen ähnlichen Spielertyp verpflichten, von dem ich überzeugt bin, dass er uns helfen kann“.

Derzeit wohnt Aziz Bouhaddouz mit seiner Frau noch in Leverkusen: „Bis allerdings das Vorbereitungsprogramm beginnt, werde ich in die Umgebung von Heidelberg ziehen“, wie er betont, während seine Brüder, genau wie er früher, ohnehin noch in Dietzenbach bei Frankfurt zu Hause sind.

Der SVS verliert das letzte Heimspiel der Saison mit 0:2 gegen Ingolstadt – von Julian Budjan

Dem SV Sandhausen geht zum Saisonende hin so langsam die Luft aus. Was sich schon seit einigen Wochen abzeichnet, wurde am Sonntag noch einmal deutlich bestätigt. 0:2 verloren die Kurpfälzer ihr letztes Heimspiel gegen Ingolstadt und rutschten auf den zehnten Tabellenplatz ab. Es war die dritte Heimniederlage in Folge – das gab es noch nicht mal in der miserablen Vorsaison. Den SVS plagt, wie es scheint, das Bayern-Syndrom. Seitdem der Klassenerhalt unter Dach und Fach ist, schafft die Mannschaft von Alois Schwartz es nicht mehr, die Leistung der vergangenen Monate abzurufen. „Nach dieser langen und schweren Saison fehlen uns die Kraft und die geistige Frische“, erklärte Mittelfeldakteur Denis Linsmayer, „auch scheint uns in letzter Zeit das Quäntchen Glück abhanden gekommen zu sein“.

Die Sandhäuser hatten gegen tief stehende Ingolstädter früh die Initiative übernommen und sich die ein oder andere Chance erspielt. So schoss Stiefler erst knapp am Kasten der Gäste vorbei (2.), dann wurde sein Abschluss nach Schauertes Hereingabe von einem Gegenspieler geblockt (18.) und Tüting köpfte bei einem Achenbach-Eckball Gäste-Keeper Ramazan Öczan direkt in die Arme (21.). Während die Sandhäuser es also verpassten, ihre Möglichkeiten zu nutzen, machte der Gegner es umso besser. Erst ging SVS-Verteidiger Florian Hübner zu ungestüm gegen den heranrauschenden Stefan Lex vor. Den fälligen Strafstoß verwandelte Silva da Caiuby mustergültig im rechten Eck (25.). Dann verloren die Sandhäuser bei einem Einwurf am Strafraum der Gäste den Ball und wurden von den „Schanzern“ eiskalt ausgekontert.

Hofmann verlud Riemann mit einem unangenehmen Aufsetzer (37.). „In der zweiten Halbzeit haben uns dann einfach die Mittel gefehlt“, sagte der im Sommer zu Fortuna Düsseldorf wechselnde Julian Schauerte. Die Sandhäuser spielten eine der schlechtesten Halbzeiten der Saison. Die einzige Chance zum Anschluss hatte der eingewechselte Nico Klotz, der von einer Kollision des Gegners profitierte und den Ball nur noch hätte im leeren Tor unterbringen müssen. Roger verhinderte dies (58.). „Den muss er einfach machen“, stöhnte sein Trainer. Zur Niederlage sagte Schwartz: „Man hat heute gesehen, dass wir im Kollektiv immer 100 Prozent abrufen müssen, weil uns die Einzelspieler fehlen, die ein solches Partie mit einer einzigen Szene entscheiden können“.

Auf dem Rasen wurde an diesem Tag also nicht viel geboten und die Leistung war eines Saisonabschlusses im eigenen Stadion eher unwürdig. Nichtsdestotrotz muss man SVS-Stürmer Nicky Adler Recht geben, wenn er betont: „Klar ist es schade, dass wir jetzt noch ein paar Plätze zurückgefallen sind, aber der Klassenerhalt steht über allem!“ Adler war es im Übrigen auch, der an diesem Tag für die einzig guten Nachricht aus Sandhäuser Sicht sorgte. Vor dem Anpfiff wurde verkündet, dass der mit neun Saisontreffern erfolgreichste Schütze der Sandhäuser für zwei weitere Jahre am Hardtwald bleiben wird. „Ich bin sehr froh darüber, dass es geklappt hat, denn hier ist mein Zuhause“, sagte der 28-Jährige, der in Heidelberg wohnt und auch nach seiner Fußballerkarriere mit Frau und Tochter „in dieser wunderschönen Stadt“ bleiben möchte. Der seit längerem als Wandervogel geltende Adler hat also endlich den Ort gefunden, an dem er sich wohlfühlt und wird sesshaft.

Dagegen wurden Julian Schauerte nach fünf, David Ulm nach vier, Nico Klotz nach zweieinhalb und Björn Kluft nach einem halben Jahr Sandhausen verabschiedet. Für Publikumsliebling Schauerte gab es von den Fans eine Fotocollage und warmen Applaus als Lebewohl. „Natürlich bin ich sehr traurig“, machte Schauerte aus seinem Herzen keine Mördergrube „ich habe mich hier vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt und auch außerhalb des Platzes viele Freunde gefunden“. Während der Verein in dieser Zeit enorm gewachsen sei, habe auch er sich weiterentwickelt, jetzt wolle er den nächsten Schritt wagen.

Zum Ende der Runde richtete Trainer Schwartz dann noch das Wort an die Anhänger: „Ein großes Lob geht heute auch an die Fans, die uns das ganze Jahr über super unterstützt haben und auch in schlechten Zeiten hinter uns standen“.

Aktuelle Information aus dem SV-Profibereich

Beim Abschlussspiel am 11. Mai bei der SpVgg Greuther Fürth werden dem SV Sandhausen auf alle Fälle zwei Akteure fehlen. Florian Hübner und Simon Tüting sahen die fünfte gelbe Karte und müssen deshalb eine Zwangspause von einem Punktespiel einlegen.

Stefan Kulovits und Nicky Adler konnten beim Regenerationstraining am Montag wegen Krankheit nicht dabei sein. Es ist aber erst Wochenbeginn, sodass bis Sonntag noch vieles passieren kann.

Ein seltenes Jubiläum feierte Timo Achenbach. Gegen Ingolstadt bestritt er sein 300. Zweitligaspiel. Der 31-jährige Linksverteidiger ist der Spieler mit den meisten Einsätzen aller aktiven Zweitliga-Profis. Seine Mitstreiter übergaben ihm ein SV-Trikot mit der Zahl 300 auf dem Rücken.

Über die Zukunft der beiden „Leihspieler“ Matthias Zimmermann und Markus Mendler ist noch keine Entscheidung gefallen. Zunächst muss Zimmermann zu Borussia Mönchengladbach und Mendler zum 1.FC Nürnberg zurück. Otmar Schork: „Wir werden uns auf alle Fälle mit den Vereinen und den Spieler unterhalten, ob es eine Chance für eine weitere Saison in Sandhausen geben kann“. Entschieden ist jedenfalls noch nichts.

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