Tag des Hundes im Tom-Tatze-Tierheim – Ein Tag voller Ereignisse

(ttt – 16.6.21) Der „Tag des Hundes“ wird im Tom-Tatze Tierheim seit vielen Jahren veranstaltet. Es soll immer ein besonderer Tag sein. Das war es auch in diesem Jahr, dennoch anders, als jeder erwartet hätte:

Wer an dem Tag am Tierheim vorbeilief oder mit dem Fahrrad vorbeifuhr, sah schon aus der Ferne, dass am Straßenrand Holzkreuze aufgestellt waren. Kam man näher, sah man an jedem Kreuz ein Kuscheltier, ein Grablicht und ein Plakat. Unwillkürlich bekam man einen Schreck.

„Um Gottes Willen, was ist hier denn passiert?“ hörte man die Menschen fragen. „Wir machen hier heute am Tag des Hundes auf den illegalen Welpenhandel aufmerksam, der zurzeit leider boomt.“ Henriette und Volker Stutz kamen zu Wort und die Menschen wollten Näheres darüber hören. Sie hörten zu, denn die meisten von ihnen hatten sich bislang noch keine großen Gedanken darüber gemacht.

„Das Tierleid fängt bereits am Anfang der Kette an. Die Tiere werden in ihrem Land je nach Nachfrage produziert, anders kann man es leider nicht ausdrücken. Die Haltungsbedingungen sind katastrophal. Bis diese Tiere dann in Deutschland sind, haben sie die Hölle hinter sich, denn auch beim Transport geht es nur um Profit und die Ware Hund. Hier angekommen sollen sie dann funktionieren, wie wir es wollen.“ Henriette Stutz bekommt Gehör und bevor die Menschen weiterziehen, bedanken sie sich und sind von der Aktion begeistert.

Volker Stutz ist ebenfalls in seinem Element. „Wir hier in Walldorf sind bereits zum dritten Mal davon betroffen. Das alleine zeigt schon, wie dieses Geschäft boomt. Natürlich, zu Hause beschäftigt man sich auf der Couch gemütlich mit dem Thema. Man googelt und findet viele wunderschöne Tierbilder. Ein Klick und man hat sein neues Familienmitglied. Bis zur Ankunft bleibt das gute Gefühl, einem Tier geholfen zu haben und ihm bald das schönste Hundeleben bieten zu können. Dass sie damit aber auch Elend unterstützen und weiter antreiben, ist ihnen nicht bewusst.

Die Tierheime sind am Ende die Auffangstation für all diese Tiere, die hier nicht so funktionieren wie sie sollen. Das darf nicht die Zukunft sein!“ Eine Dame hört ebenfalls aufmerksam zu. Sie überlegen zu Hause, einen Hund aufzunehmen, da ihre alte Hündin vor kurzem gestorben ist. „Ich habe Kinder und da muss ein Hund einfach sicher sein. Ein Hund aus dem Tierheim traue ich mir nicht zu, denn die haben immer eine Vergangenheit. Wir wollen durchaus einen Welpen, aber dann muss ich mich ja an einen Züchter wenden.“

Man merkt der Dame an, dass sie unsicher geworden ist. Den illegalen Welpenhandel will sie natürlich nicht unterstützen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs hat sie verstanden, dass sie sich sehr genau informieren muss und nicht nur die Bilder im Internet ausschlaggebend sind. Und das schöne an dem Gespräch: Sie hat auch verstanden, dass in Tierheimen zwar immer Tiere mit einer Vergangenheit leben, aber eben ganz viele Juwele unter ihnen sind, die sich oftmals über gemeinsame Zeit mit Kindern besonders freuen. Die Dame fährt weiter und wird an einem ruhigeren Tag wiederkommen, zu weiteren Gesprächen auf der Suche nach dem passenden Familienmitglied.

Das macht eine erfolgreiche Aktion aus.

Infomaterial zum Welpenhandel gibt es weiterhin im Tierheim. Der dringende Apell des Tierschutzvereins Wiesloch / Walldorf: Lassen Sie dem Welpenhandel keine Chance. Sie helfen, indem sie nicht über Internet bestellen!

Neben dieser beeindruckenden Aktion kamen am Tag des Hundes auch die Hunde nicht zu kurz.

Normalerweise findet eine gemeinsame Hundewanderung mit Tierheimhunden und privaten Hunden statt. Dieses Jahr, coronabedingt, war das nicht möglich. Steffi Winter, Hundetrainerin vom Pfotenteam in Wiesenbach, organiserierte eine Hunderalley durch den Wald. Jeder Teilnehmer bekam einen Waldplan mit einzelnen Aufgaben, die es zu erfüllen galt. Es wurde einzeln gestartet. Die Teilnehmer kannten sich nicht, aber unterwegs erkannten sie sich.

„Immer wenn ich Hund und Mensch mit einem Plan in der Hand getroffen habe, wusste ich direkt, ein Hunderalley – Teilnehmer.“ Die Herausforderungen lauerten überall. „Es waren so viele Menschen unterwegs, Sportler, Wanderer und dann auch noch wir, ich musste manches Mal meinem Hund zu liebe ausweichen,“ lacht eine Teilnehmerin. Auch die Hunde kamen auf ihre Kosten. Mal an den Baum, mal unter der Bank durch, mal sitzen, mal liegen, die Zeit verging wie im Flug.

Am Ende der Ralley bekamen die Hunde im Tierheim selbstgemachtes Hundeeis zur Stärkung in den Geschmacksrichtungen Banane oder Leberwurst. Die Menschen wurden auch gestärkt mit selbstgemachten Muffins und Kaltgetränken. „Henriette Stutz fand den Tag toll und am Ende des Tages konnte sich das Tierheim über 429 € freuen.

Der Dank geht an alle Teilnehmer der Hunderalley und an alle Menschen, die einen Moment innehielten und zuhörten, was es über den Welpenhandel zu sagen gab. Tierschutz fängt genau da an.

 

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