Gesundheitsamt warnt: Vorsicht vor Hantaviren beim Frühjahrsputz
(rnk – 12.3.26) Wer sich bereits darauf freut, nach den langen und dunklen Wintermonaten endlich wieder seinen Schuppen oder seine Gartenlaube aufzuräumen und motiviert zum Besen für den Frühjahrsputz greift, der sollte die Folgen des winterlichen Besuchs der kleinen, putzigen Rötelmaus nicht außer Acht lassen, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar-Kreises, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist.
Das in der heimischen Tierwelt stark verbreitete Nagetier kann – so wie auch andere Maus- und Rattenarten – mit seinem Kot und Urin Hantaviren ausscheiden. Diese Krankheitserreger haben die Fähigkeit, für einen längeren Zeitraum auf staubigen Oberflächen zu überleben und dabei ihre Infektiosität zu erhalten. Vor allem durch Aufwirbelungen von Staub bei Kehr- oder Putzarbeiten in Ställen oder Schuppen, beim Ausklopfen von Polstern oder Teppichen sowie bei Holz- oder Aufräumarbeiten in Kellern oder Dachböden können die Viren unbemerkt eingeatmet werden. Für den Rhein-Neckar-Kreis und den Stadtkreis Heidelberg wurden dem Gesundheitsamt im Jahr 2025 insgesamt acht Fälle gemeldet. Im Land Baden-Württemberg beläuft sich die Zahl der gemeldeten Hantavirus-Infektionen in den ersten zehn Wochen dieses Jahres schon auf elf Erkrankungen.
Dabei verlaufen die meisten Infektionen mit dem Hantavirus mild und bleiben somit häufig unentdeckt. Manchmal kann es aber auch zu grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten kommen, nicht selten begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Diese Symptome klingen in der Regel nach zwei bis drei Tagen von alleine wieder ab. In wenigen Fällen führt eine Infektion zu einer Einschränkung der Nierenfunktion oder sogar zu einem akuten Nierenversagen, was eine vorübergehende Dialysebehandlung notwendig machen kann. Eine gezielte Therapie gegen Hantaviren oder eine Impfung sind aktuell leider nicht vorhanden, daher richtet sich eine Therapie vor allem auf die Linderung von Krankheitssymptomen.
„Wenn man einer Erkrankung nicht durch Impfung vorbeugen kann, ist es umso wichtiger, informiert zu sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, erklärt Dr. Anne Kühn, Leiterin des Gesundheitsamts. „Tragen Sie bei der Arbeit in Gartenlaube oder Keller einen Mundschutz, idealerweise eine FFP-2-Maske. Befeuchten Sie staubige Flächen vor Beginn der Arbeiten mit Wasser und verzichten Sie auf einen Staubsauger, um das Aufwirbeln von Staub zu vermeiden.“ Je weniger Staub man einatmet, desto geringer ist das Risiko für eine Infektion. „Und wenn Sie fertig sind, wechseln sie unbedingt die Kleidung und entfernen Sie den Staub an Haut und Haaren in der Dusche, bevor Sie ihn noch mit ins Wohnzimmer nehmen“, rät die Ärztin.
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