Das Angellocher Unterdorffest ist „ausgewandert“ – Gefeiert wurde auf dem Rathausplatz

Auf dem Foto am Tisch v.l.: Alt-Gemeinderat Wolfgang Stern, Gemeinderat Alexander Hahn, OB John Ehret, Enkelin und Tochter Cora von Bgm. Claudia Felden (gegenüber), Katja Ehret, Frau Kurz, Matthias Kurz. Foto: A. Hahn
(gh – 06.25) Der Musikverein Gauangelloch richtete am vergangenen Wochenende das Angellocher Unterdorffest aus, das erstmals 2011 stattfand. Und doch war diesmal ein entscheidender Punkt anders als in den Jahren zuvor: Das Fest hat seinen Standort gewechselt – von der Kirchstraße auf den Rathausplatz.
Wo früher zwischen Pumphäusel und evangelischer Kirche gefeiert wurde, standen diesmal Tische und Bänke auf dem Rathausplatz. Das großzügigere Gelände bot deutlich mehr Raum für Sitzplätze, Verpflegungsstände und die auftretenden Musikkapellen. Vor allem aber konnten die Besucher das Geschehen von allen Seiten gut verfolgen – ein Vorteil, der bei Blasmusik nicht ganz unerheblich ist, schließlich möchte man die Musiker nicht nur hören, sondern auch sehen.
Die ersten Reaktionen fielen entsprechend positiv aus. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich an den langen Biertischreihen niederzulassen, miteinander ins Gespräch zu kommen und das neue Ambiente auf sich wirken zu lassen.
Weniger Aufwand für die Organisatoren
Der Umzug auf den Rathausplatz bringt für den Musikverein auch praktische Vorteile. In der Kirchstraße war das Fest Jahr für Jahr mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Straßen mussten gesperrt und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, was zugleich Einschränkungen für die Anwohner bedeutete.
Auf dem Rathausplatz gestaltet sich vieles einfacher. Die vorhandene Infrastruktur erleichtert die Organisation erheblich, zudem können die sanitären Einrichtungen des Rathauses genutzt werden. Für einen Verein, dessen Mitglieder an einem solchen Festtag ohnehin überall gleichzeitig gebraucht werden, ist das keine Kleinigkeit.
Wie eine große Festgemeinschaft
Unterstützung erhielt der Musikverein bei der Ausstattung des Festes von örtlichen Vereinen und Institutionen. Überhaupt lebt das „Unterdorffest“ seit jeher von diesem Gemeinschaftsgedanken. Während die einen Essen ausgeben, kümmern sich andere um Getränke, räumen Geschirr weg oder sorgen im Hintergrund dafür, dass Nachschub bereitsteht. Große Bühnenmomente bleiben den eigenen Musikern dabei kaum. Wer ein Fest organisiert, steht meist eher hinter dem Grill oder an der Kuchentheke als mit Instrument auf der Bühne.
Und zu tun gab es reichlich. Die Besucher ließen sich Krustenbraten mit Kartoffelsalat, verschiedene Grillspezialitäten sowie die von Vereinsmitgliedern gebackenen Kuchen und Torten schmecken. An den Tischen wurde gegessen, geredet und immer wieder gelacht – jene unaufgeregte Form des Beisammenseins, die Dorffeste seit Generationen ausmacht und sich erfreulicherweise nicht digitalisieren lässt.
Blasmusik vom Vormittag bis in den Nachmittag
Für die musikalische Unterhaltung sorgten Gastkapellen aus Waldwimmersbach und Wiesenbach. Vom späten Vormittag bis in den Nachmittag hinein erklangen Märsche, Polkas und bekannte Melodien über den Rathausplatz. Dazu herrschte reges Kommen und Gehen: Manche blieben auf ein Mittagessen, andere nur auf ein Getränk, viele jedoch deutlich länger als ursprünglich geplant – eine typische Begleiterscheinung gut funktionierender Dorffeste.
Die erste Auflage des „Unterdorffestes“ auf dem Rathausplatz hinterließ jedenfalls den Eindruck, als hätte die Veranstaltung ihren neuen Platz schnell gefunden. Traditionen dürfen sich eben verändern.
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