Wenn selbst Elefanten baden gehen: Wie der Zoo auf die Hitzewelle reagiert
(zoo – 26.6.26) Wenn die Temperaturen steigen, wird es auch im Zoo ruhiger. Während viele Besucher gezielt den Schatten suchen, haben die Tiere ihre eigenen Strategien entwickelt. Wasserbecken, schattige Plätze und kühle Innenanlagen gehören dabei ebenso zum Alltag wie kleine Beschäftigungen aus dem Gefrierfach.
Nach Angaben des Zoo Heidelberg kommen die meisten Tiere mit der aktuellen Hitzewelle gut zurecht. „Unsere Tiere haben in der Regel rund um die Uhr Zugang zu allen Bereichen ihrer Anlagen und können selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten möchten“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler. Schatten finden sie unter Bäumen, an Unterständen oder in den Innenbereichen ihrer Anlagen. Wasserstellen bieten zusätzliche Abkühlung. Besonders die Asiatischen Elefanten sind derzeit häufig beim Baden zu beobachten.
Aktiv am Morgen, Pause am Mittag
Viele Tierarten verlagern ihre aktiveren Phasen in die frühen Morgen- und Abendstunden. Während der größten Hitze ruhen sie häufiger. Die Tierpfleger unterstützen sie dabei mit einigen Anpassungen im Alltag. Alpakas und zahlreiche Vogelarten freuen sich über eine Dusche mit dem Wasserschlauch, Beregnungsanlagen im Elefantenhaus und in den Volieren werden häufiger eingesetzt. Außerdem kontrollieren die Mitarbeiter die Wasserschalen regelmäßig und füllen sie frisch auf.
Eisbomben als Beschäftigung
Für Braunbären und Gürtelvaris gibt es an heißen Tagen sogenannte Eisbomben. Darin sind Obst, Fleisch oder anderes Futter eingefroren. Die Tiere arbeiten sich Stück für Stück an die Leckereien heran. „Dabei steht weniger die Abkühlung im Vordergrund als die Beschäftigung“, sagt Reichler. Solche Enrichment-Angebote sollen die Tiere körperlich und geistig fordern – gewissermaßen ein Rätsel aus Eis, das sich nicht mit einem einzigen Bissen lösen lässt.
Auch die Tierpfleger passen den Tagesablauf an
Nicht nur die Tiere reagieren auf die hohen Temperaturen. Körperlich anstrengende Arbeiten erledigen viele Tierpfleger möglichst in den frühen Morgenstunden, bevor die größte Hitze einsetzt. Die kommentierten Fütterungen und Trainings finden grundsätzlich zu den gewohnten Zeiten statt. Sollte es Änderungen geben, informiert der Zoo Heidelberg auf seiner Website, über seine Social-Media-Kanäle und direkt vor Ort.
Fotos:
- Foto 1: Ein Gürtelvari beschäftigt sich ausdauernd mit einer gefrorenen Leckerei – hier zählt weniger die Abkühlung als der Weg zum Futter. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)
- Foto 2: Ein Asiatischer Elefant nutzt das Wasserbecken seiner Anlage, um sich an warmen Tagen abzukühlen. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)
- Foto 3: Mit einem Sprung ins Wasser verschafft sich der Braunbär eine willkommene Erfrischung. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)
Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=204610












































