Apotheker und Altstadtrat Wolfgang Müller:
So geht Apotheke in der Corona-Krise

Apotheker und Altstadtrat Wolfgang Müller

(wm – 9.4.20) Ein Tagesprotokoll von Apotheker Wolfgang Müller.

Wir Apotheker sind schon immer beides: Heilberufler und Kaufmann, also Einzelhändler – und dies seit Jahrhunderten. Ja und in diesen Corona-Krisenzeiten gehören wir Apotheken zu den „systemrelevanten Institutionen“, wir stehen auf einer Stufe mit Ärzten, Krankenschwestern und dem Pflegepersonal – und dies ist gut so. Wir sind zudem unabhängige Gesundheitsberater, Lotsen in diesen so „unheimlichen“ Zeiten und wir sind vor Ort. Zwar durch eine Plexiglasscheibe von Ihnen, unserem Kunden/Patienten, getrennt und dazu auf Abstand, aber menschlich ganz nah. 

Und noch nie war der Satz, den Sie aus der Fernsehwerbung kennen „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ so richtig, wichtig und wertvoll wie in diesen Krisenzeiten. 

Der größte Industriekomplex Europas, die BASF in Ludwigshafen, hat inzwischen einen Teil ihrer großtechnischen Anlagen auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln für Krankenhäuser, Arztpraxen und Alten- und Pflegeheime in der Metropolregion Rhein-Neckar umgestellt, um diese dann zu beliefern. Wir tun dies im Kleinen und nach unseren Möglichkeiten und haben heute 60 Liter Hände-Desinfektionsmittel in unserem Apothekenlabor hergestellt – frisch und nach der Rezeptur der WHO, der Weltgesundheitsorganisation.

So geht Apotheke vor Ort und all dies geht nicht online,  bis hin zur täglichen „vor die Haustür-Belieferung“ vieler älterer Menschen. Mundschutz haben wir bislang leider noch nicht, aber wir bemühen uns weiter – auch hier. 

Bemühen ist auch angesagt bei der derzeit gegebenen Nicht-Verfügbarkeit vieler Medikamente. War dies vor Corona schon ein Problem, weil viele Medikamente – im Zeichen der Globalisierung und des Preiswettbewerbs – in China und Indien hergestellt werden, so hat sich die Situation aufgrund der unterbrochenen Lieferwege in Corona-Krisenzeiten weiter empfindlich verschärft. Teilweise organisieren wir Apotheken derzeit mit viel Phantasie, Improvisation und Kreativität die „Verwaltung des Mangels“. 

Ihr Medikament von einer bestimmten Firma kann also auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar sein, aber wir schauen für Sie nach Alternativen, nach alternativen Herstellern und Alternativen bei Ihrer Dosierung. Und wir habe hierzu auch grünes Licht von unserem Gesundheitsminister bekommen. Glauben Sie mir: die Apotheken in ganz Europa geben ihr Bestes!

Und vergessen Sie bitte – wenn hoffentlich sich bald die Lage etwas entspannt hat – Ihren örtlichen Einzelhandel nicht. Er belebt unsere Gemeinden und Städte, er schafft Atmosphäre und er ist kulturelle Heimat, die wir alle brauchen. Wir bleiben für Sie hier – und bleiben wir alle gesund! 
 
Wolfgang Müller, Apotheker & Altstadtrat 

 

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