Bechsteinfledermaus im Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“

Bechsteinfledermaus – Zeichnung C. Kienle

Die Bechsteinfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit einer Länge von 5 cm und einem Gewicht von 7 – 12 Gramm. Das Rückenfell der erwachsenen Tiere ist braun bis rötlich, ihr Bauchfell ist hellgrau. Charakteristisch sind die langen, breiten, etwa 2,5 cm großen Ohren. Die Bechsteinfledermaus kann Flügelspannweiten bis zu 25 cm erreichen. 

Lebensraum:

Im Sommer lebt die Bechsteinfledermaus vorzugsweise in feuchten, alten, strukturreichen Laub- und Mischwäldern. Sie kommt aber auch in Kiefernwäldern oder in (waldnah gelegenen) Obstwiesen, Parks und Gärten mit entsprechendem Baumbestand vor. Sie gilt als die in Europa am stärksten an Waldlebensräume gebundene Fledermausart. Kolonien der Bechsteinfledermaus (mit ca. 20 Individuen) benötigen zusammenhängende Waldkomplexe in einer Mindestgröße von 250 – 300 ha als Jagdhabitat.

Die günstigsten Jagdbiotope liegen in Bereichen mit hoher Nahrungsdichte, beispielsweise entlang von Waldbächen. Ungeeignete Jagdbiotope sind Fichtenaufforstungen oder Dickungen.

Hohle Bäume, Bäume mit Stammrissen sowie Faul- oder Spechthöhlen dienen der Bechsteinfledermaus als Quartier, vereinzelt akzeptiert sie auch den Raum hinter der abgeplatzten Borke von Bäumen. Gerne besiedelt sie Vogel- oder spezielle Fledermauskästen.

Den Winter verbringt sie in unterirdischen Anlagen wie Höhlen und Stollen in Steinbrüchen oder stillgelegten Bergwerken und in Kellern.

Die Bechsteinfledermaus jagt direkt über dem Boden bis in den Kronenraum hinein nach Nachtfaltern, Käfern, Weberknechten und Mücken, die sie auch direkt von Blättern, Zweigen und der Borke abliest. Ihr Flug ist wendig und schmetterlingshaft. Die Aktionsräume benachbarter Kolonien sind räumlich streng voneinander getrennt. Bechsteinfledermäuse können bis zu 21 Jahre alt werden. 

Gefährdungen:

Wegen ihrer ausgeprägten Standorttreue ist die Bechsteinfledermaus besonders gefährdet durch Veränderungen ihres Lebensraums unter anderem durch waldbauliche Maßnahmen. Durch Rodung von Waldgebieten ist sie akut gefährdet, weil sie auf alten Baumbestand und Mischwald angewiesen ist.

Niedrige Flughöhen bei der Nahrungssuche machen sie besonders anfällig gegenüber Kollisionen mit Kraftfahrzeugen. 

Schutzmaßnahmen:

Die Verfügbarkeit struktur- und nahrungsreicher Biotope mit einem großen Angebot an Baumhöhlen (Totholz) unterschiedlicher Sonnenexposition sind wesentliche Voraussetzungen, die ein Lebensraum der Bechsteinfledermaus erfüllen muss. Eine ökologisch-nachhaltige Forstwirtschaft kann hierzu beitragen.

Beim Neubau oder Ausbau von Straßen oder Gebäuden sollte ein Abstand von 3 km um bekannte Quartiere und Wochenstuben eingehalten werden. 

C. Kienle


Links:

  • https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/europaeische-wildkatze/lebensraum/zielart-wildkatze/bechsteinfledermaus/
  • https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/fledermaeuse-retten/
  • Tipps, wie man den Garten fledermausfreundlich gestaltet: https://www.garten-als-naturschutz.de/fledermaeuse-im-garten/
  • Die Ortsgruppe Sandhausen des BUND trifft sich im Moment nicht.Kontakt: [email protected] ; [email protected]; [email protected]; [email protected]

Für Sie ausgesuchte Artikel - ebenfalls lesenswert:

LeimenBlog.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=132700

Sie müssen eingeloggt sein, um kommentieren zu können. Login

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen