Bürgermeisterwahl Sandhausen: Ein Kandidat und die Möglichkeit „NEIN“ zu sagen

245 - Augustin(fwu – 14.3.13) In der gestrigen Gemeinderatssitzung votierten die Gemeinderäte einstimmig dafür, auf eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Vorstellung der zwei zugelassenen Kandidaten zu verzichten. Der Grund hierfür ist einfach. Zur Wahl treten nämlich nur der derzeitige Bürgermeister Georg Kletti und ein unbekannter Kandidat namens „Marius Augustin“ aus Poing (bei München) an. Ersterer ist natürlich bestens bekannt und braucht deswegen nicht nochmals vorgestellt zu werden und letzterer hat kein Interesse an einer solchen Veranstaltung und will in Wirklichkeit auch garnicht Bügermeister werden.

Ein „Spaß-Kandidat“ also? NEIN, meint Augustin. Sein Antreten zur Wahl habe durchaus ernsten Charakter. Er ist Mitglied der noch weitgehend unbekannten „NEIN!-Partei“, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen will, nicht zwischen ihnen nicht gefallenden Alternativen bei einer Wahl  („Pest“ und „Cholera“) stimmen zu müssen, sondern durch die Stimmabgabe bei der „NEIN!-Partei“ oder derem Kandidaten ausdrücken zu können, daß sie dagegen sind. Daß sie die angebotenen Alternativen oder Bewerber ablehnen.

Die „NEIN-Partei“ behauptet, daß die NEIN-Sager inzwischen die stärkste Fraktion im Lande bilden würden. Bei der letzten Landtagswahl im Saarland wären immerhin über 40 % der Wähler nicht an die Urnen gegangen oder hätten ungültig abgestimmt. Im Vergleich mit CDU (21%) und SPD (18%) mit Abstand die Meisten. Wenn die Bürgerinnen und Bürger bei einer Wahl mit NEIN stimmen könnten und dies auch gezählt würde, müßten die Parteien ihr Angebot überdenken und am tatsächlichen Volkswillen ausrichten, so die Idee der  „NEIN!-Partei„.

Durch das Antreten des „NEIN-Kandidaten“ Augustin bei der Bürgermeisterwahl in Sandhausen, der im Falle seiner Wahl das Amt übrigens ablehnen würde, könne eventuell vorhandener Unmut über den einzigen ernsthaften Kandidaten zählbar in der Wahlkabine zum Ausdruck gebracht werden. So hätten bei der Bürgermeisterwahl in Kreßberg immerhin 13% für den Kandidaten der NEIN!-Partei gestimmt, bei nur 42% Wahlbeteiligung.

Ein richtiger „Spaß-Kandidat“ ist Augustin also nicht und die Wahl ohne echten Gegenkandidaten zum jetzigen und wohl auch künftigen Bürgermeister Kletti kann zu einem echten Votum werden.

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1 Kommentar für “Bürgermeisterwahl Sandhausen: Ein Kandidat und die Möglichkeit „NEIN“ zu sagen”

  1. I_Schmidt

    Zwar ein guter Ansatz, jedoch auf halber Strecke stehen geblieben.
    Sicher gibt es im Leben immer wieder Augenblicke oder Zeiten in welchen es reicht „Nein, Danke!“ zu sagen. Da braucht man sich dann auch nicht weiter zu rechtfertigen oder Erklärungen abzugeben. Diese Zeit ist jedoch im Bereich unserer gegenwärtigen Politik längst abgelaufen. Zwar ist es richtig zum etablierten Parteienblock ganz klar nein zu sagen. Jedoch ist es zwingend notwendig, stichhaltige Alternativen zu bieten, gerade wenn man als Partei auftritt. Andernfalls ist man beliebig wie das was es schon seit vielen Jahren gibt. Alternativen die für die Mitmenschen in unserem Land tragbar sind. Solche die den Menschen das Leben angenehmer machen und ihnen mehr Unabhängigkeit von staatlicher Gängelei geben. Mehr Freiheit in finanzieller Hinsicht und von vornherein weit mehr Mitbestimmung in der Region und somit auch auf Landes- und Bundesebene. Diese Partei gibt es schon. Es ist die Partei der Vernunft. Eine Partei die sich deutlich von den sozialistischen Parteien im Land absetzt. Hier wird nicht nur Nein gesagt, hier sind auch echte Alternativen geboten. Hier kann man auch „JA“ sagen.
    Nur “Nein“ sagen reicht nicht mehr.

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