Das närrische Jahr begann – die Nußlocher Gajemändel kamen aus der Hohl

(fwu – 7.1.20) Das war das richtige Kaiserwetter für den Beginn  der neuen Faschingskampagne in Nußloch, die traditionell mit dem Gajemänndl-Kummtag eingerasselt wird. Die ca. 30 im tiefen Walde verborgenen Gajemänndl wurden dabei von einer mehrere hundert Personen zählenden fröhlichen Menschenmenge, die sich an der Nußlocher Hohl gegenüber dem Brunnenfeld versammelt hatten, durch die typische rhythmischen Musik angelockt.

Pünktlich zur Narrenzeit um 11.11 Uhr hörrte (sic!) man dann die ersten Holzrasseln näherkommen und die ersten Gajemänndl kamen durch die Hohl. Einer nach dem anderen, meist in kleinen Gruppen trafen sie ein und machten dabei wirklich tüchtig Lärm, gegen den viele kleine Kinder von ihren Eltern sogar extra Ohrenschützer aufgesetzt bekommen hatten! Sehr vernünftig! Und als dann die Nußlocher Schwarzpulverschützen ihre riesigen Handkanonen abfeuerten, geradezu unentbehrlich. Jeder ohne Ohrenschützer hatte anschließend bestimmt ein Dauerklingeln in den Ohren. 

Sodann hielt Ober-Gajemänndle Tobias Kraus seine Ansprache, in der das Lokalgeschehen reimisch interpretierte und – hört, hört! – für die Stadtführung von Joachim Förster (zu seiner eigenen Verwunderung) nur lobende Wort finden konnte:

„Ihr seht und hört, ich hab des Jahr ned viel zu bemängle, statt ner Hetzrede sing ich des Jahr eher Lobgesänge.“

Die gesamte Ansprache folgt weiter unten.

Das Geschenk für den Bürgermeister war allerdings wohl auf der weiten Wanderung durch tiefe Wälder irgendwo stehengeblieben, so dass es ein spontan aufgelesener kleiner Zweig richten musste. Irgendwie auch gut passend für Waldgeister und auch zur gewünschten Gartenschau.

Nach einem weiteren Schwarzpulverschützen-Gruppensalut wurde dann von allen der Beginn der närrischen Zeit weitergefeiert.


Die Gajämänndl-Kummdag-Ansprache von Tobias Kraus

Ich grüße euch im neie Johr,

un bitte euch: leiht mir euer Ohr,

ich hab en bissl was zu sage,

über die letzten 365 Tage.

Eins der ersten großen Themen letztes Jahr,

war die Gemeinderatswahl, des is ja klar.

Im Mai haben wir unsere Kreuzchen gemacht,

un e neue Regierung nach Nußloch gebracht.

Viele neue Gesichter dort jetz hogge,

sich um wichtige Entscheidunge kloppe.

Wahrscheinlich sogar härter als bisher,

Entscheidunge treffe is jetz so richtig schwer.

Dabei sind se desmol neddemol komplett,

und so klar wie beim Bürgermeister wars halt ned.

Eine Partei fehlt und stand nedmal zur Wahl,

Parteiprogramme sin offenbar e echte Qual.

Und obwohl es eine Partei weniger war,

wurde das Ergebnis nicht wirklich klar.

3 Parteie hewwe 5 Plätze bekomme,

keine hat die Übermacht gewonne.

Und trotzdem bekomme sies irgendwie geregelt,

Nußlocher wisse halt wie man miteinander Redet.

Und wenn man wirklich mal nicht weiter weiß,

bildet man einen Arbeitskreis.

Auch Bürgermeister Förster stand vor dieser Frog,

drum lud er ein zum Bürgerdialog.

Über die Zukunft macht man keine Witze.

Nußloch 2035, das klingt doch spitze.

Do dürfe alle die dazu e Meinung haben,

Uff bunte Kärtsche antworte schreiben und auch fragen.

Dann wird des ganze Diskutiert an Arbeitstische,

Die Ergebnisse dud en Wissenschaftler durchenanner mische,

Und die Erkenntnisse vun der ganze Aktion,

wusste man eigentlich seit Jahren schon.

Bei Zukunft fällt mir noch was anneres ein,

Sie werden sicher wissen was ich mein.

Fridays for Future, is das nicht klasse.

Die Politiker konnten es gar ned fasse.

Werden vorgeführt von einem Mädel, erst 16 Jahr,

Und was sie ihnen vorwirft ist (teilweise) auchnoch wahr.

Der Klimawandel is ein großes Thema heutzutage,

und ich will dazu jetz auch was sage.

Denn Nußloch geht mit nem gude Beispiel voran,

Mit ner Gartenschau sind wir hoffentlich bald dran.

Ned, dass es Nußloch nötig hätt,

Unser Dorf is auch so schon Adrett.

Doch muss ich sagen ich finds ne tolle Idee.

Denn wenn ich so durch Nußloch geh.

Dann muss ich sagen mir fehlt das Grün,

kaum noch irgendwo viele Blumen blühn.

Und als guter Geist des Waldes sehen wir es als unsere Pflicht,

Dass unsre Gruppe bei der Aktion ein bisschen mitmischt.

Deswegen hab ich für Herr Bürgermeister Förster hier vorne ein kleines Präsent

Und hoffe, dass er bei der Planung dann an dieses auch denkt. 

Und als wäre eine Gartenschau nicht schon genug,

eine bereits vorhandene Aktion schon ihre Früchte trug.

Nußloch räumt auf, eine super Aktion,

Und auch für die nächsten Jahre unsere Mission.

Ihr seht und hört, ich hab des jahr ned viel zu bemängle

statt ner Hetzrede sing ich des Jahr eher Lobgesänge.

In Nußloch wohne, das lohnt sich halt richtig,

denn bei uns sind die Anliegen der Bürger wichtig.

So des wars jetzt aber von mir, ich halt vorerst die Klappe,

eure Gajemändl hewwe schließlich noch leckere sache.

A heute hewwe sie und des is toll,

Ihre Dasche mit Äpfel, Niss un Mandarine voll.

Die hewwe ma, des ham ma schun immer so gmacht,

den Kindern unter euch mitgebracht.

Lasst die Kinder nach vorne, Kinder kommt her,

wir machen jetzt unsere Taschen leer.

Trinkt noch etwas, esst und Lacht,

Feiert so richtig bis es Kracht

Ferd Fasnacht wünsch ich eich viel Spaß,

ob in de Hall, ob uff de Gass.

Es grüßt euch all, ob Jung, ob alt,

des Gajemänndl ausm Wald.

NARRI! NARRO!

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