„Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ – Ausstellung am 5. Februar

Eröffnung der Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ am 5. Februar 2019 um 18 Uhr im Neuen Rathaus Leimen.

Am Dienstag, 5. Februar 2019, wird die Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses Leimen eröffnet. Für die Stadt Leimen mit einem hohen Anteil an Deutschen aus Russland hat diese Ausstellung besondere Bedeutung und Stellenwert.

Die Ausstellung informiert auf 24 Stellwänden über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ihre Geschichte. Sie wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) mit Sitz in Stuttgart konzipiert und mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI Berlin) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF Nürnberg) realisiert.

Eröffnet wird die Ausstellung durch Oberbürgermeister Hans Reinwald und Erika Neubauer, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie durch Alexander Dome, Deutsch-Russische Gesellschaft Leimen.

Der Projektleiter der Ausstellung Jakob Fischer wird in die Ausstellung einführen. Es besteht die Möglichkeit, auf einer Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland zu sehen. Projektleiter Fischer informiert mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte der Russlanddeutschen, von glücklichem Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat und verständnisvollem Miteinander.

Viele Deutsche folgen dem Ruf der Zarin

Ausgelöst worden war die große Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22. Juli 1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen. Die eingewanderten Deutschen sollten mehrheitlich den Beruf eines Ackerbauers ausüben und die endlosen Steppen der Kirgisen und Tataren für den Weizenanbau nutzen. Um die südlichen und östlichen Grenzen von Russland neuerobertem Territorium an der Wolga, am Schwarzen Meer und in Südost-Russland vor Angriffen der Nomadenstämme zu schützen, lud die Zarin Zuwanderer nach Russland ein. Die Mehrheit kam aus Deutschland, wo nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) große Not und Armut herrschte.

Katharina II. versprach den deutschen Einwanderern Privilegien, wie eine eigenständige deutsche Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und bis zu 30 Hektar Land für jede Familie. So entstanden in der Zeit von 1764 bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, im Raum St. Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus, im Baltikum und in Bessarabien (heute: Moldawien und Ukraine).

Die Folgen von zwei blutigen Weltkriegen und die daraus resultierenden Konflikte mit Deutschland trafen die Nachfahren der deutschen Auswanderer in der späteren Sowjetunion hart. Es kam zu Pogromen und Deportationen, Enteignungen, Repressalien und zum Verbot der deutschen Sprache.

Die Russlanddeutschen stehen für Integration

So ist es kein Wunder, dass in der Folge viele Deutsche die Russische Föderation sowie die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR verlassen haben und ins Land ihrer Ahnen zurückgekehrt sind.

Die Mehrheit der Russlanddeutschen ist inzwischen gut integriert und steht für ein Beispiel der gelungenen Wiedereingliederung in Deutschland.

Durch die gezeigten Informationen soll die Ausstellung auch zum Abbau von Vorurteilen und zur Verbesserung der Akzeptanz russlanddeutscher Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft beitragen.

Die Ausstellung ist vom 5. Februar bis zum 7. März 2019 im Neuen Rathaus Leimen zu sehen.

Der Eintritt ist frei. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Schulklassen und Gruppen sind herzlich eingeladen.

Für Rückfragen und Anmeldung für Führungen durch die Ausstellung: Jakob Fischer, Tel. 0171 – 40 34 329, Email: [email protected];
www.deutscheausrussland.de ; www.lmdr.de; Facebook: http://facebook.de/lmdr.ev 

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