DLRG rät: Mit dem Eisspaziergang noch zu warten – Wintermärchen mit vielen Tücken

eisregeln-piktogramm(kb – 21.01.2017) Der Winter hat in Deutschland Einzug gehalten. Die aktuelle Wetterlage lässt derzeit aber nur auf wenigen Seen einen Eisspaziergang zu. In vielen Fällen ist die Eisdecke noch zu dünn. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät allen Wintersportlern, mit dem Schlittschuhlaufen oder dem Eisspaziergang noch zu warten und sich bei dem zuständigen Amt über den Zustand des Eises zu erkundigen. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, informieren.
Hans-Hermann Höltje, Leiter Einsatz der DLRG, rät deshalb zur Geduld: „Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein. Bei stehenden Gewässern sollte es mindestens 15 Zentimeter, bei Bächen und Flüssen sogar 20 Zentimeter dick sein.“ Nicht gleich an den ersten frostigen Tagen das Eis betreten, lautet die Devise der Lebensretter.

Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten jährlich rund 150.000 Stunden Rettungsdienst im Winter und kennen die Tücken der eisigen Idylle. Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen sowie auf Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten.

Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr einzubrechen, also betreten verboten. Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, sind gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees.

Wer sich auf das Eis wagt, sollte sich zur eigenen Sicherheit vorher nach geeigneten Rettungsmitteln umsehen. „Auch ein umgedrehter Schlitten, eine Leiter oder ein Seil sind bei einem Eiseinbruch geeignete Hilfsmittel“, so der praktische Rat von Höltje. Denn: Im Notfall ist schnelle Hilfe geboten, der Verunglückte droht schnell zu unterkühlen.

Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.

Die wichtigsten Regeln für das Verhalten auf dem Eis hat die DLRG jetzt als Piktogramme in einer Übersicht zusammengestellt. Die Grafik zum Download als Plakat oder Postkarte gibt es ebenso wie weitere Informationen im Internet unter http://k.dlrg.de/eisregeln

Eisrettung – Unser Spezialgebiet
Seit der Wintersaison 2000/ 2001 ist die DLRG Leimen für die Eisrettung im Einsatzgebiet zuständig. Die Einsatzkonzeption des Bezirk Kurpfalz sieht dabei ein „duales System“ vor. Sofern bei der Leitstelle ein Notruf zu einem Eisunfall gemeldet wird, werden immer die DLRG Leimen als Fachgruppe sowie die jeweils zuständige DLRG Gruppe alarmiert. Beide begeben sich zur Unglücksstelle um den Einsatz gemeinsam zu bestreiten. Die Helfer aus Leimen übernehmen die Rettung von eingebrochenen Personen auf dem Eis und werden dabei von den Tauchern der zuständigen Gruppe unterstützt. Sofern die Person unter die Eisschicht gerät, gehen sofort die Taucher in den Einsatz.
Die DLRG Leimen hält für diesen Zweck spezielles Rettungsgerät vor. Dazu zählen unter anderem ein pneumatischer Rescue- Sled, Kettensäge, Eisbohrer, Überlebensanzüge sowie diverses Leinenmaterial.
Wichtigster Bestandteil der Eisrettung ist das regelmäßige Üben der Gruppen untereinander. Die DLRG Leimen trainiert im Winter regelmäßig auf zugefrorenen Seen ihre Helfer im Umgang mit dem Einsatzmaterial und den Gegebenheiten auf der Eisfläche. An diesen Übungen sind abwechselnd auch anderen Gruppen beteiligt, um die Routine in der Eisrettung weiter auszubauen.

Über die DLRG
Die DLRG ist mit rund 1,4 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1913 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Die DLRG ist die Nummer Eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Von 1950 bis 2015 hat sie über 22 Millionen Schwimmprüfungen und über viereinhalb Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In über 2.000 Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr fast acht Millionen Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland. Die Kernaufgaben der DLRG sind die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, die Aufklärung über Wassergefahren sowie der Wasserrettungsdienst. Rund 47.000 Mitglieder wachen jährlich mehr als zwei Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern.

Über die DLRG in Leimen
Erstmalig aktenkundig ist die DLRG Leimen im Jahre 1948. Am 30. Januar wurde dabei ein Verbund zwischen Leimen, Rohrbach und Kirchheim geschlossen, der sich dem Kampf gegen den nassen Tod im Sinne der Nächstenliebe verschreibt.
Im Jahr 1977 wurde die DLRG Leimen e.V. gegründet, und die DLRG Arbeit neu belebt.
Seit 1997 nimmt die DLRG Leimen e.V. aktiv an der Wasser-Rettung teil. Zuerst im Bezirk Kurpfalz, dann im Bezirk Rhein-Neckar, der diesen Namen seit 2012 trägt. Dabei stellt die DLRG Gruppe verschiedene Module, initial den eines kombinierten Boots-/Tauchtrupps sowie ferner einen rheintauglichen Bootstrupp mit einem Motorrettungsboot 3 (rheintauglich), einem Modul Eisrettung für die Wintermonate, einem Modul Einsatzleitung mit einem ELW und einer Wasser-Rettungshundestaffel. Diese Module kommen je nach Örtlichkeit eigenständig oder in Kombination mit anderen Gruppen im Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim oder Heidelberg zum Einsatz.
Leimen ist damit eine fest definierte Wasser-Rettungswache nach dem Rettungsdienstgesetz Baden-Württemberg.
Die Gruppe Leimen ist auch im Bevölkerungsschutz des Landes aktiv und fest eingebunden.

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