„Ein ganzes halbes Hähnchen, bitte!“ – Hier musste niemand zwischen Wings und Keulen wählen
(fwu – 7.7.26) „Ein ganzes halbes Hähnchen, bitte.“ Der Satz klingt zunächst wie ein sprachliches Missverständnis. Entweder ganz oder halb – beides gleichzeitig wirkt schließlich schwierig. Wer jedoch in den vergangenen Jahren vor den Speisekarten mancher Fast-Food-Ketten stand, weiß: So unsinnig ist die Formulierung gar nicht. Dort beginnt das Grübeln häufig schon bei der Bestellung. Soll es eine Keule sein? Ein Flügel? Bruststück? Oder doch lieber irgendein englischer Begriff, der am Ende ebenfalls vom Huhn stammt?
Beim Gockelfest der Kleintierzüchter C167 in St. Ilgen war die Sache deutlich einfacher. Hier gab es tatsächlich ganze halbe Hähnchen – vollständig, goldbraun, kräftig gewürzt und ohne Panade. Die Entscheidung fiel entsprechend leicht, was der Beliebtheit des Festes offensichtlich keinen Abbruch tat. Von Freitag bis Sonntag waren die Bierbänke auf dem Vereinsgelände am Fischwasser immer wieder gut besetzt.
Musik bis in den Abend
Am Freitag- und Samstagabend übernahmen Gina und Ralf die musikalische Unterhaltung. Mit Schlagern und bekannten Evergreens sorgten sie dafür, dass viele Gäste nach dem Essen noch sitzen blieben. Zwischen den Tischen wurde geplaudert, angestoßen und immer wieder mitgesungen, während langsam die Abendsonne über den Biergarten wanderte.
Viele Helfer hinter den Kulissen
Damit aus den ganzen halben Hähnchen überhaupt ganze halbe Hähnchen werden konnten, waren viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz. In der Küche wurde frittiert, Pommes portioniert und Geschirr gespült, am Ausschank liefen Bier und alkoholfreie Getränke beinahe ohne Unterbrechung über die Theke. Unterstützung erhielt der Verein traditionell auch von Freunden. So half unter anderem Stadträtin Britta Kettenmann, zugleich Vorsitzende des TV Germania St. Ilgen, wieder in der Küche mit. Solche Einsätze gehören beim Gockelfest seit Jahren fast selbstverständlich dazu.
Treffpunkt für viele St. Ilgener
Zwischen Getränkestand, Küche und Bierbänken herrschte ständig Bewegung, während sich immer neue Gäste einfanden. Wer das Fest verlassen wollte, wurde unterwegs oft noch in ein weiteres Gespräch verwickelt – was den Heimweg gelegentlich länger machte als den Weg zum Hähnchen.
Die „Gockler“, wie die Mitglieder des Vereins in St. Ilgen seit Langem genannt werden, dürften mit dem Wochenende zufrieden sein. Und vielleicht ist genau das ein Teil des Erfolgsrezepts: keine endlosen Speisekarten, keine komplizierten Entscheidungen – sondern einfach ein gut gewürztes, ganzes halbes Hähnchen.
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