Ein Silberstreif am Horizont – 200 ausgebildete Pflegekräfte in den Beruf entlassen

Stolz auf ihre Leistung: Die Schüler der Abschlussklasse APH-M82 der maxQ Berufsfachschule für Altenpflege im bfw Heidelberg 12.03.2020

„Pflege kann nicht jeder. Pflege ist kein Beruf wie jeder andere“, so Jens Spahn, gerade in Zeiten, in denen das Corona-Virus grassiert.

Die maxQ Fachschule für Pflege und Gesundheitswesen im bfw in Heidelberg leistet seit fast 40 Jahren einen erheblichen Beitrag zur Behebung des Pflegenotstands. So auch jetzt während der beispiellosen Corona-Krise. Von Anfang bis Mitte März wurden von der Schulleitung und dem Regierungspräsidium Karlsruhe annähernd 200 ausgebildete Pflegekräfte in den Beruf entlassen. Darunter einundfünfzig examinierte Pflegefachkräfte, fünfundfünfzig Pflegehelfer, sechsundzwanzig Betreuungskräfte. Zusätzlich wurden sechzig Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten auf die Arbeit in hiesigen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbereitet und zertifiziert.

Besonders erwähnenswert sind die Flüchtlinge, die mit dem großen Flüchtlingsstrom 2015 nach Deutschland kamen und nun als erste bundes- und landesweit ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und sich examinierte Altenpflegefachkräfte nennen dürfen. Die ganz große Feier musste auf Grund der aktuellen Krise und den strengen Hygienemaßnahme entfallen. Angesagt hatten sich ein Fernsehsender, die regionale und überregional Presse, sowie der Sprecher für Migration und Integration der SPD-Bundestagsfraktion, der Bundestagsabgeordnete Professor Dr. Lars Castellucchi. Castellucchi übermittelte den erfolgreichen Absolventen folgendes Grußwort:

Liebe Absolventinnen und Absolventen,

MdB Dr. Lars Castellucchiich gratuliere Ihnen ganz herzlich zum erfolgreichen Abschluss Ihres Examens in der Altenpflege. Als bundesweit erste Migranten, die Ende 2015 nach Deutschland kamen, haben Sie die Ausbildung zu examinierten Altenpflegekräften geschafft. Das ist eine großartige Leistung, die Sie vollbracht haben. Für Sie selbst und gleichzeitig für unsere Gesellschaft. Denn gerade in der aktuellen Lage werden Menschen mit Ihrer Qualifikation dringender benötigt denn je.

Auch wenn die derzeitige Situation durch die Gefährdungslage durch das Corona-Virus eine feierliche Übergabe Ihrer Zeugnisse leider nicht möglich macht, möchte ich Ihnen zumindest auf diesem Wege ganz herzlich für Ihr Engagement danken und wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Herzliche Grüße – Ihr Lars Castellucci

Schulleiterin Astrid Lacipieras gratulierte den frischgebackenen Pflegekräften mit den Worten: „Nun, da Sie Ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und damit Ihrer Berufung als Pflegefachkraft gefolgt sind, danken wir Ihnen für Ihre Begeisterung für die Aufgabe, für die Sie sich entschieden haben. Gerade die jetzige Zeit wird eine große Herausforderung an die eigene Belastbarkeit für Sie darstellen und es braucht eine große Portion Idealismus und starke Nerven. Aber Sie sind gut qualifiziert und ausgebildet.“

Stolz auf ihre Leistung: Die Schüler der Abschlussklasse APH 92 der maxQ Berufsfachschule für Altenpflege im bfw Heidelberg 11.03.2020Um das Examen zur Altenpflegefachkraft ablegen zu können, absolvierten die Schülerinnen und Schüler drei Jahre– die Flüchtlinge vier Jahre – den theoretischen Ausbildungsteil (2100 Stunden) an der maxQ Fachschule für Pflege in Heidelberg. Die praktische Ausbildung fand zeitgleich in ambulanten und stationären Einrichtungen der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege in Heidelberg, im Rhein-Neckar-Kreis, im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz statt, wobei jeder Schüler in Praktika außerhalb des Ausbildungsbetriebes verschiedene Arbeitsbereiche kennengelernt hat. Denn der Beruf der Altenpflege umfasst neben der individuellen Pflege und Betreuung alter Menschen auch ein hohes Maß an Kenntnissen in der Geriatrie und Gerontopsychiatrie sowie in Psychologie, Recht und Qualitätssicherung. Während ihrer dreijährigen Ausbildung haben die Schüler nicht nur medizinisch-pflegerische und sozial-pflegerische Lernsituationen erlebt, sondern auch fachlich fundierte Pflegeplanungen angefertigt.

Nadin Knaus, Schulleiterin der maxQ Fachschule sprach von einer Win-win-Situation für alle Seiten. „Wir gewinnen alle – seien es Fachkräfte für unsere Zukunft, und in der aktuellen Situation für die Sicherstellung der Versorgung von erkrankten und pflegebedürftigen Menschen in unserer Region. Fachkräfte, die durch Ihre zukünftige Arbeit die Pflege maßgeblich mitgestalten und durch ihre Tätigkeit in den Einrichtungen und ambulanten Diensten die Versorgung der Menschen hier vor Ort sichern. Deswegen ist uns als Schule und mir persönlich auch die Ausbildung der Pflegekräfte so wichtig.“

Auch die soziale Betreuung der Senioren gehört zu dem Teilgebiet der so genannten ganzheitlichen Pflege. Besonders in der jetzigen Krisenzeit ist die Arbeit der Betreuungskräfte immens wichtig und bedeutsam. Durch die Besuchsverbote in den Pflegeeinrichtungen sind die SozialbetreuerInnen gefragt wie nie. Sie unterstützen die Pflegebedürftigen bei der Bewältigung und Gestaltung des Alltags und geben ihnen schlicht Halt und Lebensmut und das Gefühl am Leben teilzuhaben. Auch räumliche und zeitliche Orientierungslosigkeit, sowie Unruhezustände werden verhindert durch Einzel- und Gruppengespräche, gemeinsame Spiele, Singen, Musik hören, Vorlesen, Gedächtnistraining und leichte sportliche Übungen.

 

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