Eine „App“ zum Wanderwege markieren? Mit Wegewart Georg Riemann auf Tour

Die Wanderwege-Markierungs-App (früher Werkzeugkiste genannt)

(fwu – 20.8.20) Wandern ist in Urlaubs- und Coronazeiten eine bevorzugte Freizeitbeschäftigung für viele Menschen. Sich in der schönen Natur körperlich bewegen und – wenn möglich – die schönsten Stellen zu entdecken und zu genießen. Dafür gibt es meist kostenpflichtige Wander-Apps fürs Smartphone oder die gute alte Variante: Die markierten Wanderwege!

Diese haben den Zweck, sowohl den fremden als auch den einheimischen Wanderern die Landschaft in ihrer Eigenheit und Schönheit einfach zugänglich zu machen. Das verwendete Markierungssystem wurde schon im Jahre 1889 vom Justizrat Ludwig Seibert entwickelt.

Die Wanderwege beginnen heute meist an einem Parkplatz, an dem auch eine Übersichtskarte über die von hier aus beginnenden Wege informiert. Jeder Weg hat eine Nummer und wenn man sich einen Weg ausgesucht hat, kann es losgehen und man folgt den numerischen Markierungen.

Diese funktionieren auch dort – hört, hört! – wo es (noch) keinen Internetempfang gibt und man muss um einem markierten Wanderweg zu folgen weder aufs Smartphone noch in die Landkarte blicken, sondern richtet den Weg einfach auf die Natur! Richtig schön „old school“, stressfrei und verläßlich! 

Eine neue Markierung wird mit Schablone angebracht

Allerdings stellt sich da die Frage, wer markiert eigentlich die Wanderwege? Allein das Wanderwegenetz des hiesigen Odenwaldklubs, das den gesamten Odenwald und seine Randgebiete erfasst und in den vier Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz vertreten ist, umfasst ca. 5.000 km!

Hier kommen die rund 140 ehrenamtlich tätige Wegewarte des Odenwaldklubs ins Spiel. Zu ihnen gehört auch Georg Riemann. Als einer der Wegewarte betreut er ca. 190 km Wege, die einmal jährlich abgelaufen und überprüft werden. Dazu hat er eine eigene „Markierungs-App“ dabei: Ein Kiste mit Werkzeug, Pinsel, Farbe und Schablonen.

Bei der Anbringung von Wegzeichen gilt, dass sie vor jeder Weggabelung anzeigen, in welche Richtung der Wanderweg führt und ca. 10-30 Meter dahinter ein Bestätigungszeichen angebracht ist. Und das in beide Richtungen, denn die Wanderwege ab Parkplatz sind in der Regel Rundwanderwege.

Eine vorhandene Markierung wird nachgemalt

Warum die Überprüfungen? Sind Wegzeichen an Bäumen angebracht, so können diese gefällt worden sein oder das Zeichen ist zugewachsen. Oder verwittert. Oder abgeblättert. Also wird jedes Zeichen überprüft und bei Bedarf freigeschnitten oder nachgemalt. Fehlt ein Zeichen ganz (Baum gefällt), so wird es an anderer geeigneter Stelle – also immer gut sichtbar in Augenhöhe – neu angebracht. Dafür gibt es die Schablone, damit die Zeichen auch einheitlich aussehen. Verwendet wird dabei gelbe oder weiße Acrylfarbe. Für Markierungen an Pfosten oder Schildern und sonstigen glatten Untergründen gibt es hingegen fertige Aufkleber.

Im übrigen gilt: Die Markierung von Wanderwegen ist aktiver Naturschutz! Denn wer einem ausgeschilderten Weg folgt, gerät nicht auf „Abwege“ und stört so die Natur und das Wild weniger, wie „wilde“ Wanderer.

Das große Wanderwegenetz des Odenwaldklubs zwischen Rhein, Main, Tauber und dem Kraichgau steht übrigens allen Wanderern völlig kostenlos zur Verfügung. 


Hinweis: Der  Naturpark Neckartal- Odenwald sucht noch Wegewarte – siehe <hier>

Für Sie ausgesuchte Artikel - ebenfalls lesenswert:

LeimenBlog.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=133088

Sie müssen eingeloggt sein, um kommentieren zu können. Login

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen