Erich Schäfer zum Gedenken

Bereits am 30.12.2011 verstarb im Alter von 83 Jahren Erich Schäfer, der große, alte Senior der KuSG Handballer und der Älteste der „Alten Herren“ des KWS-Verbandes, wie sich die Handball Oldies der KuSG Leimen selbst bezeichnen. Geboren und aufgewachsen war er in einem der ältesten Quartiere in Leimen, in der Oberen Straße, der heutigen Bürgermeister –Lingg – Straße. Ländlich bäuerlich war damals nicht nur das Leben um sein Elternhaus herum, sondern in ganz Leimen, einem beschaulichen Dorf in der Kurpfalz.

Erich Schäfer erlernte den Beruf des Schreiners und des Glasers und arbeitete dann in der alteingesessenen Glaserei Heinrich Bachmann, die er später als Selbständiger übernahm. Schon in früher Jugend entdeckte er in sich zwei Leidenschaften, die ihn prägten und bis ins hohe Alter begleiten sollten. Das eine war seine Liebe zur „Liedertafel“ und dem deutschen Lied und das andere war die KuSG und seine Begeisterung für den Handballsport und genauer gesagt war es der Feldhandball.

Im Jahre 1946, ein Jahr nach Gründung der KuSG, war Erich Mitglied der ersten A-Jugendmannschaft, die in den Traditionsfarben Grün und Weiß auf dem alten Sportplatz, auf dem „Schlacke-Platz unter den Platanen“, versuchte, den oft bleischweren Lederhandball im mindestens 13 Meter entfernten Feldhandball Tor unterzubringen. Mannschaftskameraden aus dieser Zeit waren u.a. Erwin Appel, Werner von Hoffen, Robert Brecht, Richard Simon, Heinrich Steinmann, Wilhelm Brecht, Günter Hennrich und Georg Keller. Und zu den Auswärtsspielen fuhr man damals mit der Straßenbahn oder auf der offenen Ladepritsche, auf dem „Holzvergaser LKW“ von Rudolf Rau. Über viele Jahre spielte Erich danach noch in der ersten und zweiten Männermannschaft und war darüber hinaus auch als Handballschiedsrichter im alten Landkreis Heidelberg unterwegs. Ein nicht immer ganz „ungefährliches Unterfangen“, über das er so manche launige Episode erzählen konnte. Legendär waren aber auch seine Erfolge in den 50-iger Jahren bei den Leimener Gemeindesporttagen, die damals richtige Großereignisse waren. Über die Langstrecken (5000 und 10000 Meter) setzte er sich immer wieder gegen seine hartnäckigsten Gegner Erich Reinig und Heiner Goldschmidt durch.

Kultur trifft Sport hieß es dann in den 70-iger Jahren bei den jährlichen und heißumkämpften Kleinfeldhandball Ortsmeisterschaften für „Nicht-Handballer“. Zusammen mit Günter Refior erspielte und organisierte er die Erfolge der „Liedertafel“ in dieser Zeit, ehe er danach zu den „Alten Herren“ der Handballer (KWS-Verband) wechselte. Leider konnte er das 35-jährige Bestehen dieses fest verschworenen Kameradschaftsverbundes im Jahre 2012 nicht mehr erleben und mitfeiern. Erich Schäfer wird uns allen fehlen. Mit ihm ist ein altes Stück Leimen, mit vielen Erzählungen und Erinnerungen, von uns gegangen.

Wir aber werden uns stets an einen treuen Kameraden und feinen Menschen erinnern und immer die Bilder in uns tragen von sportlichen Erfolgen und Misserfolgen, von gemeinsamen Wanderungen und Ausflügen. Wir werden aber auch immer an unvergessene, wunderbare Sangesstunden in kameradschaftlicher Runde denken, wo wir mit unserem Liedgut und seinem virtuosen Ziehharmonika-Spiel an der Ewigkeit lauschten.

Wolfgang Müller

 

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