Zwischen Vorführung und Flächenbrand: Feuerwehr Sandhausen präsentierte ihre Arbeit
(fwu – 7.7.26) Ein Feuerwehrfest hat einen kleinen Nachteil: Es lässt sich nur bedingt planen. Während Bierbänke aufgestellt, Schläuche für Vorführungen vorbereitet und der Gulaschkessel angeheizt werden, muss jederzeit ein Einsatzfahrzeug mit kompletter Besatzung ausrücken können. Genau daran erinnerte das Wochenende beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Sandhausen.
Am Samstagvormittag gegen 10.30 Uhr wurde ein Flächenbrand auf einem Feld in Bruchhausen gemeldet. Das vorgesehene Einsatzfahrzeug rückte zu einem echten Einsatz aus – noch bevor der Tag der offenen Tür überhaupt begonnen hatte. Erst am Sonntag blieb es bei den geplanten Übungen, die den Besuchern Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr ermöglichten.
Technik zum Anfassen
Vor dem Feuerwehrhaus standen mehrere Einsatzfahrzeuge zur Besichtigung bereit. Feuerwehrangehörige erklärten Ausstattung, Beladung und Einsatzmöglichkeiten. Wer wissen wollte, warum ein hydraulischer Spreizer mehrere Tonnen Kraft entwickelt oder welche Ausrüstung auf einem Löschgruppenfahrzeug mitgeführt wird, bekam ausführliche Antworten – direkt am Fahrzeug und nicht nur auf einer Schautafel.
Besonders großes Interesse fand die Vorführung einer technischen Hilfeleistung nach einem Verkehrsunfall. An einem vorbereiteten Unfallfahrzeug demonstrierten die Einsatzkräfte Schritt für Schritt, wie eingeklemmte Personen befreit werden. Mit hydraulischer Schere und Spreizer wurden Türen entfernt und Fahrzeugteile auseinander gedrückt. Viele Zuschauer verfolgten aufmerksam, wie kontrolliert und präzise dabei gearbeitet wird. Erst wenn man sieht, wie dicke Karosserieteile nahezu lautlos nachgeben, wird deutlich, welche Kräfte diese Geräte entwickeln.
Jugendfeuerwehr übernimmt den Einsatz
Nicht weniger Aufmerksamkeit erhielt die Jugendfeuerwehr. Ihr Übungsszenario stellte den Brand einer Gartenhütte dar. Mit Blaulicht und Martinshorn traf das Löschfahrzeug LF20 ein. Nach dem Absitzen trat die Mannschaft zunächst zur Befehlsausgabe an. Anschließend wurden Schläuche ausgerollt, Verteiler gesetzt, Kupplungen verbunden und die Wasserversorgung aufgebaut, bevor mehrere Strahlrohre gleichzeitig das Feuer bekämpften.
Dass selbst ein vergleichsweise kleiner Brand aus einigen Holzlatten innerhalb kurzer Zeit erhebliche Hitze entwickelt, ließ sich aus sicherem Abstand gut beobachten. Entsprechend groß fiel der Applaus aus, nachdem die Flammen gelöscht waren.
Für einen kurzen Moment schien die Vorführung allerdings doch noch ungeplant zu werden: Während der Übung fiel die Stromversorgung aus. Die Feuerwehr schaltete auf die Notstromversorgung um, ehe ein Feuerwehrfachmann die Ursache überprüfte. Nach wenigen Minuten war die Störung behoben und das Programm konnte ohne weitere Unterbrechung fortgesetzt werden. Selbst an einem Tag der offenen Tür bleibt die Feuerwehr eben ihrem eigentlichen Arbeitsfeld treu – Störungen beseitigen gehört dazu.
Viele Besucher rund um das Feuerwehrhaus
Das sommerliche Wetter lockte an beiden Tagen zahlreiche Besucher zum Feuerwehrhaus. Unter den großen Sonnenschirmen waren die Sitzplätze nahezu vollständig belegt. Familien nutzten die Gelegenheit, die Fahrzeuge aus nächster Nähe anzuschauen, Kinder ließen sich beim Deutschen Roten Kreuz schminken oder drehten ihre Runden auf dem Tret-Unimog-Parcours.
Auch Führungen durch das Feuerwehrhaus gehörten zum Programm. Dabei erläuterten Feuerwehrangehörige die verschiedenen Funktionsbereiche und beantworteten Fragen rund um Ausbildung, Einsätze und Technik.
Gulasch aus der Feldküche
Aus der Feldküche kam traditionell das Feuerwehr-Gulasch, das seit Jahren zum festen Bestandteil des Festwochenendes gehört und von A bis Z in Handarbei selbst gekocht wird. Daneben standen weitere Speisen und Getränke bereit, sodass sich viele Besucher zwischen den Programmpunkten längere Zeit auf dem Gelände aufhielten.
Nachwuchs als wichtige Grundlage
Feuerwehrkommandant Markus Zielbauer zog schon am Sonntagnachmittag eine positive Bilanz. Sein besonderer Dank galt den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, den Angehörigen sowie den vielen Helfern, die den Tag der offenen Tür vorbereitet und durchgeführt hatten. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass während der gesamten Veranstaltung jederzeit genügend Einsatzkräfte für echte Alarmierungen bereitstehen mussten – eine Aufgabe, die für Außenstehende leicht übersehen wird.
Besonders erfreulich entwickelt sich nach seinen Angaben die Nachwuchsarbeit. Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr zählen inzwischen zusammen fast 40 Mitglieder. Damit sieht Zielbauer eine gute Grundlage, um auch künftig ausreichend Einsatzkräfte für die aktive Wehr zu gewinnen.
Zu den Gästen gehörten auch Bürgermeister Hakan Günes sowie zahlreiche Gemeinderäte, die das Fest besuchten und mit den Feuerwehrangehörigen ins Gespräch kamen. Manche Stammtischrunde verlagerte sich sogar kurzerhand an die Biergarnituren vor dem Feuerwehrhaus.
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